Themenfindung
Die gegenwärtige Gesellschaft produziert Mobilitätsbarrieren und verstärkt soziale Ungleichheit. Während sich Vermögen konzentriert, werden Mittel aus sozialen und kulturellen Infrastrukturen abgezogen, mit unmittelbaren Konsequenzen für Menschen, die ohnehin am Rand gesellschaftlicher Absicherung stehen. Obdachlosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck struktureller Prioritätensetzungen.
Der Wärmeanzug versteht sich als gestalterische Reaktion auf diese Realität. Er positioniert Design als Werkzeug sozialer Intervention und stellt die Frage, welche Verantwortung Gestaltung übernehmen kann, wenn grundlegende Bedürfnisse wie Schutz vor Kälte nicht systemisch gewährleistet werden.
Mission Statement: Obdachlosigkeit wird in den kalten Jahreszeiten lebensbedrohlich.
Mit obhood will ich ein Hilfsmittel gestalten, dass in dieser Notsituation eine kurzfristige Lösung bietet. Der Anzug soll Körperwärme speichern und von dem kalten Boden isolieren.
Der Schwerpunkt ist dabei, eine kostengünstige Materialkombination zu nutzen, ebenso wie ein einfach herstell- und anwendbares Kleidungsstück zu schaffen.
Konzept und Entwurf
Ausgehend von der Zielsetzung habe ich Schnittmuster skizziert, die aus einer einzelnen Stofffläche einen wintertauglichen Anzug formt. Mein resultierender Entwurf ist eine Wickelkleidung, die sowohl an einem selbst, als auch an anderen anwendbar ist.
Test des Schnittmusters
Test des Schnittmusters anhand einer Puppe. Daraus resultierten einige Abänderungen am Schnitt, um alle Körperstellen ausreichend abzudecken.
RIMOVA Einreichung
Prototyp
Für den Bau des Prototypen, habe ich ausgehend von dem Schnittmuster die Stoffteile zugeschnitten.
Die erste Schicht bestehend aus Malervlies und die zweite aus Luftpolsterfolie. Malervlies ist in großen Mengen günstig erhältlich und als unterste Schicht weich und wärmend. Luftpolsterfolie wirkt temperaturregulierend, isolierend und reduziert den Wärmeverlust. Inspiriert von Daunenjacken, als günstige Alternative erhältlich. Optional kann eine Rettungsdecke als dritte Schicht getragen werden.
Die beiden Schichten habe ich jeweils mithilfe von Tape verklebt.