„Weniger, aber besser“ - Dieter Rams
Mit seinem Buch „Weniger, aber besser“ fasst Dieter Rams erstmals seine gestalterische Haltung zusammen und reflektiert seine jahrzehntelange Arbeit als Chefdesigner bei Braun. Es beschreibt seine zehn Prinzipien für gutes Design, die unter anderem Funktionalität, Ehrlichkeit, Langlebigkeit und Umweltverantwortung in den Mittelpunkt stellen. Rams versteht Gestaltung nicht als Stilfrage, sondern als ethischen Denkprozess, der sich gegen Überfluss, Oberflächlichkeit und kurzlebigen Konsum richtet. Das Buch ist daher weniger ein klassisches Lehrwerk als vielmehr eine Haltungsschrift, die Design als gesellschaftliche Verantwortung begreift. Im Kern geht es um die Frage, wie Produkte entstehen können, die wirklich notwendig sind und dauerhaft Bestand haben.
Poster
Die Poster fassen die zentralen Inhalte von „Weniger aber besser“ zusammen und stellen die zehn Thesen von Dieter Rams übersichtlich dar. Ziel war es, die Prinzipien nicht nur wiederzugeben, sondern sie anhand neuer und zeitgenössischer Beispiele verständlich zu machen. Durch die Auswahl anderer Referenzen wird deutlich, dass Rams’ Thesen nicht an eine bestimmte Zeit oder Produktwelt gebunden sind, sondern auch heute noch anwendbar und relevant sind. Die Poster dienen damit als kompakte Zusammenfassung des Buches und als vermittelndes Element zwischen Theorie und aktueller Designpraxis.
Essay
Das Essay geht der Leitfrage nach:
Was bedeutet „weniger“ heute und was verlangt „besser“ von Designerinnen und Designern?
Ausgehend von Dieter Rams’ Buch „Weniger, aber besser“ wird untersucht, inwiefern seine Haltung in einer von digitalem Überfluss, ökologischer Krise und beschleunigter Konsumkultur geprägten Gegenwart noch relevant ist. Dabei wird „weniger“ nicht als formale Reduktion, sondern als kulturelle und ethische Forderung verstanden. „Besser“ wird als Qualitätsmaßstab diskutiert, der Innovation, Ehrlichkeit, Langlebigkeit und Verantwortung miteinander verbindet.
Das Essay argumentiert, dass Rams’ Prinzipien heute nichts an Aktualität verloren, sondern sich sogar verschärft haben, insbesondere im Kontext von Nachhaltigkeit, Interface-Design und Bildungsfragen. Im Zentrum steht die These, dass Design kein Stil, sondern ein Denkprozess ist, der gesellschaftliche Verantwortung impliziert.
Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Im Laufe des Semesters haben wir Dieter Rams’ „Weniger, aber besser“ nicht nur als historische Designposition kennengelernt, sondern als aktuelle Haltung überprüft und weitergedacht. Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Buch, die visuelle Übersetzung der Prinzipien in den Postern und die theoretische Diskussion im Essay wurde deutlich, dass Rams’ Ansatz weit über eine formale Reduktion hinausgeht. „Weniger“ bedeutet heute nicht nur weniger Formen, sondern weniger Überfluss, weniger Ablenkung und weniger unreflektierte Produktion. „Besser“ verlangt dabei mehr Verantwortung, mehr Kohärenz und mehr Bewusstsein für ökologische, gesellschaftliche und digitale Zusammenhänge.
Das zentrale Learning des Semesters ist, dass gutes Design kein Stil ist, sondern ein Denkprozess. Gestaltung beginnt mit einer Frage nach Notwendigkeit und Konsequenz. Wir haben gelernt, dass Reduktion eine intellektuelle und ethische Entscheidung ist und dass jede gestalterische Handlung Auswirkungen auf Ressourcen, Nutzerinnen und Nutzer sowie kulturelle Werte hat. Die radikalste Erkenntnis lautet daher nicht, wie wir Dinge schöner oder innovativer gestalten können, sondern ob und warum sie überhaupt gestaltet werden sollten.
„Weniger, aber besser“ ist für uns damit keine ästhetische Formel, sondern eine Verantwortung, die auch unter ökonomischem Druck Bestand haben muss. Dieses Bewusstsein für die gesellschaftliche Dimension von Design bildete das zentrale Keylearning des gesamten Semesters.