Idee & Konzept

Das Konzept hat sich aus der Analyse aktueller Werbetrends herauskristallisiert. Ziel dieser Recherche war es, unterschiedliche Werbeformate zu untersuchen und herauszufinden, welche Ansätze mich persönlich besonders ansprechen und welches Potenzial sie bieten.

Dabei kristallisierten sich zwei wesentliche Strategien heraus: Gamification sowie Storytelling bzw. Worldbuilding. Beide Ansätze stellen nicht primär das Produkt selbst in den Vordergrund, sondern schaffen ein Erlebnis. Statt klassische Produktmerkmale zu präsentieren, wird die Zielgruppe aktiv in die Welt der Marke eingebunden.

Auf Basis dieser Analyse definierte ich die zentralen Parameter meines Projekts:

die Konzeption eines Short Films für die Marke OLYMPUS bzw. OM SYSTEMS, einen Hersteller von Kamerasystemen. Der Film sollte Teil einer übergeordneten Kampagne sein, die auf einem spielerischen Erlebnis basiert.

Der Short Film übernimmt dabei die Funktion eines Trailers, der in diese interaktive Markenerfahrung einführt und Neugier weckt. Das konkrete Spielerlebnis wurde bewusst offen gehalten – denkbar wäre sowohl ein physisches Event als auch ein digitales Online-Game. Entscheidend ist, dass der Film als narrative Grundlage dient und den Einstieg in eine erweiterte Markenwelt ermöglicht.

Ausarbeitung und Vorbereitung

Die Grundidee des Projekts war, dass die Protagonistin eine Kamera der Marke Olympus findet und durch das Auslösen der Kamera plötzlich an neue Orte transportiert wird. Die Kamera wird damit zum zentralen Element der Geschichte und zum Auslöser eines besonderen Abenteuers.

Nach der Analyse der Marke wurde deutlich, dass OLYMPUS für Abenteuer und einen Perspektivwechsel steht. Genau diese Markenbotschaft sollte im Film spürbar werden.

Um dem Film zusätzlich einen spielerischen Charakter zu geben, habe ich verschiedene Elemente eingebaut. An der Kamerabox hängt eine kleine Visitenkarte, die darauf hindeutet, dass die Kamera von einem mysteriösen Lieferanten zugestellt wurde – als Einladung zu einem Spiel. Ein weiteres wichtiges Element ist der Computer der Protagonistin: Er beginnt plötzlich zu glitchen und wird selbst Teil des Spiels, indem er sie auf die zentrale Regel aufmerksam macht.

So entsteht eine Mischung aus Abenteuer, Mystery und spielerischer Herausforderung, die die Markenbotschaft auf narrative Weise transportiert.

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Weitere Schritte waren: 

Storyboard Ausarbeitung

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Moodboard, Set, Requisiten

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Storyboard

Shotlist

Umsetzung

Gedreht habe ich an zwei Locations: am U-Bahnhof in Berlin und in meinem Wohnzimmer, in dem ich mir ein eigenes Set aufgebaut habe.

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Mit der U-Bahn-Location habe ich angefangen. Dafür habe ich mir einen kompletten Tag nur für Testshots und Location-Scouting genommen. Ich war an mehreren Stationen, die ich mir vorher rausgesucht hatte – die finale Location habe ich dann tatsächlich eher zufällig entdeckt. Genau das hat am Ende aber perfekt zur Stimmung gepasst.

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Beim Dreh an der U-Bahn-Station hatte ich Hilfe. In meinen letzten Filmprojekten habe ich in großen Teams gearbeitet, daher wollte ich diesmal bewusst ins andere Extrem gehen und so viel wie möglich alleine umsetzen. Da ich selber vor der Kamera stand, habe ich an der U-Bahn-Station jedoch Hilfe gebraucht. Trotzdem habe ich jede Kameraeinstellung selbst vorbereitet und positioniert und die Szene angeleitet. Gedreht haben wir spät abends, ungefähr von 21:30 Uhr bis 1:30 Uhr – was anstrengend war, aber auch notwendig, damit so wenig Leute wie möglich unterwegs sind.

Die zweite Location war mein Wohnzimmer, wo ich ein eigenes Set aufgebaut habe. Dort habe ich fast alle Shots alleine umgesetzt: Kamera aufstellen, Fokus einstellen (was nicht immer ganz einfach war), Licht setzen und dann selbst spielen. Das war technisch und organisatorisch eine Herausforderung, aber auch eine spannende Erfahrung.

Ich habe mehrere Tage lang getestet, verschiedene Sets aufgebaut und Kamerawinkel rausgesucht, um am Ende an zwei Tagen ausgewählte Shots zu filmen. 

Gefilmt habe ich mit der Sony Alpha III und XEEN-Objektiven. Zusätzlich hatte ich ein Stativ, ein Mikrofon und Lichter im Einsatz – insgesamt war das Setup diesmal aber bewusst minimalistisch gehalten.

Vor dem Dreh habe ich mich intensiv um die Requisiten gekümmert: die Vorhänge und vor allem die Visitenkarten. Davon gab es mehrere Versionen, die ich gedruckt, geschnitten und geklebt habe. Auch die Videos für den Computer musste ich vorbereiten und auf eine DVD brennen.

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Fehler / Umwege

In diesem Projekt hat sich vieles erst während des Prozesses entwickelt. Dadurch bin ich teilweise Umwege gegangen, die im Nachhinein vielleicht nicht unbedingt nötig gewesen wären. Zum Beispiel habe ich zwei Tankstellen intensiv gescoutet, weil ich zwischenzeitlich mein Konzept etwas verändern wollte und mit dem Gedanken gespielt habe, dort Szenen umzusetzen.

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Außerdem habe ich einige Shots gedreht, die es am Ende nicht in den finalen Film geschafft haben. Eine Idee war zum Beispiel, direkt durch den Viewfinder der Kamera zu filmen. In der Umsetzung hat das jedoch nicht so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt hatte – technisch hat es nicht überzeugt.

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Trotzdem war dieser zusätzliche Aufwand für mich kein Problem. Gerade weil ich diesmal komplett eigenständig gearbeitet habe und nicht von einem großen Team abhängig war, konnte ich flexibel entscheiden, Dinge ausprobieren und auch wieder verwerfen. Diese Freiheit hat den Prozess zwar manchmal länger, aber auch persönlich und lehrreich gemacht.

Postproduktion

In diesem Projekt hatte ich zum ersten Mal etwas mehr Zeit für die Postproduktion. Dadurch konnte ich mich intensiver mit dem Sounddesign beschäftigen. Auch wenn die Zeit am Ende natürlich trotzdem nicht ganz gereicht hat, konnte ich hier deutlich mehr ausprobieren, mit verschiedenen Ebenen arbeiten und einzelne Sounds bewusster layern. Das hat dem Film nochmal mehr Atmosphäre gegeben.

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Außerdem habe ich ein paar neue Tools für mich getestet, unter anderem AI-Features, Tracking in After Effects und Videofill. Ich wollte herausfinden, wie weit ich damit komme und ob sich bestimmte Arbeitsschritte effizienter lösen lassen. Am Ende habe ich viel in Photoshop mit Masken und Cropping gearbeitet.

Finales Ergebnis