Prozess

Erste Eindrücke

Als wir das Kaufhaus zum ersten mal betraten, war es staubig und verbraucht. Rückblickend war das wirklich inspirierend. Viele Themen und Gedanken schossen einem durch dem Kopf. Bei uns beiden hingen scheinbar die selben Fragen und Hypothesen im Kopf. Der Gedanke zu wissen, dass dieses Kaufhaus mal Alltag so vieler Menschen war, veränderte nicht nur das Gefühl für Dessau, sondern eines Systems, was vergangen ist.

Idee

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Am Anfang war unser Thema Konsum. Wir wollten zeigen, wie sich Einkaufen und Überfluss verändert haben. Doch durch Gespräche mit Ostdeutschen und vor allem älteren Dessauern wurde uns etwas klar. Niemand vermisst wirklich ein politisches System. Was viele Menschen vermissen, ist die Gemeinschaft, die früher Teil ihres Alltags war. Daraufhin hat sich unser Fokus verschoben. Wir begannen Orte zu betrachten, an denen Menschen Zeit verbracht haben.  Wir wollten zeigen, dass mit dem Verschwinden solcher Orte nicht nur Gebäude altern, sondern auch soziale Nähe schwächer wird.

Inspiration/Recherche

Recherche/Interviews

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Gestaltung

Bildsprache

Ein wichtiger Teil unserer Bildsprache sind auch typische ostdeutsche Wohnblöcke. Dort spielte sich ein großer Teil des Alltags ab. Nachbarschaft, Gespräche im Treppenhaus, gemeinsames Leben auf engem Raum. Heute wirken viele dieser Orte stiller. In unserer Darstellung stehen sie sinnbildlich für einen Alltag, der sich verändert hat und für Gemeinschaft, die langsam brüchiger geworden ist. Unsere Bildsprache greift genau das auf. Wir zeigen Fassaden, Häuser und Stadtbereiche, die Spuren von Zeit und Wandel tragen. Der sichtbare Zerfall durch zusammengesetzte, schiefe und krumme Abbildungen steht sinnbildlich für den Verlust von gemeinschaftlichen Räumen.

Layout Entwürfe

Es sind einige Layout Entwürfe entstanden (wie man sehen kann), Anfangs wollten wir den Titel metaphorisch darstellen und voll, füllend darstellen, sowie leer, ruhig darstellen. Die verwendete Font des Titels, ist geblieben, die Cella, welche von der DDR-Schreibmaschine Cella inspiriert ist. Diese sollte unser Thema genauer Unterstreichen.  Die Entwürfe veränderten sich nach dem Feedback von Herrn Christ und Frau Klose, da es inhaltlich noch nicht wirklich abgestimmt war. Zerfall und der Verlust von Gemeinschaft passiert oft leise, dass musste bildlich zu sehen sein. Außerdem haben wir beschlossen, wie in der DDR, auf 'Schnick-schnack' im Layout zu verzichten.

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Finale Layouts

Mockups

Zusammenfassung/Reflexion

Zusammenfassend haben wir viel mitgenommen aus dem Projekt:

Da dies unser erstes großes Editorial Projekt war haben wir gelernt wie viel Zeit, nicht nur in die Layouts fließt, sondern auch in die Vorbereitung. Nur durch gute Struktur und Arbeitsteilung sind wir so weit gekommen, durch zahlreiche Feedback Runden und viele, viele Versionen unserer Bildsprache, Anordnung  und Hierarchie der einzelnen Elemente. Es war sehr wichtig die verschiedenen Prozess Stufen zu durchlaufen und bis zum Ende „durchzuhalten“ um das best mögliche Ergebnis zu erzielen.  

Zusammenfassend war das Projekt wirklich inspirierend und hat außer Fleiß und Kreativität wirklich Spaß gemacht. Wir haben sehr viele Anreize bekommen, aus denen wir schließlich unser finales Produkt gezogen haben. Das Zeeck, ist zu einer kleinen Liebe geworden. Wir haben gemerkt, wie ein einzelnes Haus, beispielhaft für ein System steht, für den Zerfall steht und für eine Gesellschaft steht. Zu wissen, dass es dort weiter geht, zeigt, dass man als Gemeinschaft etwas gegen den Zerfall tun kann. Editorial ist mehr als Layouts, man kann mit damit Geschichten erzählen, dass haben wir in diesem Großprojekt gelernt.

Wir sind stolz auf unsere Arbeit und bedanken uns für den Kurs! :)