1. Key Visual, Farbe & Typographie
Beim Lesen entsteht für mich das Gefühl, vollständig von Literatur und der Geschichte umgeben zu sein, so als würde man in eine andere Welt eintauchen. Dieses Empfinden bildet die Grundlage meines gestalterischen Konzepts. Der „Blättersturm“ fungiert als zentrales Key Visual und steht sinnbildlich für das Eintauchen in Literatur sowie für das Umgeben-Sein von Worten und Geschichten auf den Landesliteraturtagen.
Es zeigt, wie sich einzelne Buchseiten im Raum, die sich dynamisch im Raum verteilen. In verschiedenen Variationen werden aus den einzelnen Blättern unter anderem auch Bücher geformt.
Die Primärfarben sind bewusst leuchtend und kontrastreich gewählt. Ziel ist es, Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum zu erzeugen, Reichweite zu erhöhen und eine klare visuelle Präsenz zu schaffen.
Die Sekundärfarben basieren auf dem Primärblau, das je nach Veranstaltungsformat variiert wird: Für die „Langen Nächte“ wird es abgedunkelt, für Einzellesungen aufgehellt. Dadurch entsteht eine visuelle Zusammengehörigkeit.
Zusätzlich wurden für die „Langen Nächte“ noch Akzentfarben hinzugefügt, die zu den Themen der Veranstaltungen passen.
Als Main Font habe ich die Neue Machina benutzt. Sie ist eine Schrift, die ursprünglich für den Buchdruck entwickelt wurde und charakteristische Einblutungsfallen (Inktraps) besitzt. Dieses Detail verweist auf die Themen der Veranstaltung: Literatur und Bücher. Ergänzt wird sie durch die Rubik, die mit ihrer klaren, sachlichen Anmutung für Fließtexte und Unterüberschriften eingesetzt wird und eine gute Lesbarkeit gewährleistet.
2. Print
2.1. Plakate
Das Main Poster setzt sich aus den Primärfarben und dem Keyvisuals zusammen. Es dient dem Aufmerksam machen auf die Veranstaltung und beinhaltet zudem den Namen der Website und einen QR-Code, um unkompliziert auf die Website zu gelangen.
Für die Plakatreihe der „Langen Nächte“ bildet das abgedunkelte Blau die Grundfarbe. Es verweist atmosphärisch auf den Abend- beziehungsweise Nachtcharakter der Veranstaltungen.
Jeder Themenabend erhält zusätzlich eine eigene Akzentfarbe, die inhaltlich zugeordnet ist: Gelb-Orange-Gold für „Glauben“, Dunkelrot für „Krimi“, Lila für „Lyrik“ oder Gelb für „Lachen“.
Das Motiv des Blättersturms bleibt zentral, jedoch wird bei jedem Plakat ein anderer Moment der Bewegung „eingefroren“. So entstehen Variationen innerhalb eines wiedererkennbaren visuellen Rahmens.
Die Plakate für Einzellesungen unterscheiden sich durch den helleren Blauton. Hier wird das Main Visual zu einem aufgeklappten Buch weiterentwickelt, das sich aus einzelnen Blättern zusammensetzt. Je nach Kontext kann das Layout rein informativ bleiben oder durch Illustrationen der jeweiligen Veranstaltungsorte ergänzt werden.
Für nicht-öffentliche Veranstaltungen (in Schulen oder Senioreneinrichtungen) bleibt das helle Farbschema bestehen. Ein einzelnes herausfallendes Blatt fungiert hier als freie Fläche, auf der zusätzliche Informationen eigenständig am Veranstaltungsort ergänzt werden können.
2.2. Flyer
Der Flyer folgt gestalterisch dem Konzept des Hauptposters. Der Blättersturm dient erneut als zentrales Element und visualisiert die Vielfalt der Programmpunkte.
Auf der Außenseite werden die Landesliteraturtage vorgestellt, während sich auf der Innenseite die Programmübersicht befindet.
2.3. Stempelkarte
Die Stempelkarte ist im handlichen Kartenformat gestaltet, sodass sie problemlos ins Portemonnaie passt und dauerhaft mitgeführt werden kann.
Sie bietet Platz für den eigenen Namen sowie für fünf Stempelfelder für die fünf Veranstaltungen. Inhaltlich kann entweder das jeweilige Thema (z. B. Lachen, Glauben, Krimi) gestempelt werden oder ein dazugehöriges Symbol.
3. Website
Die Website überträgt das Gestaltungskonzept in den digitalen Raum. In der Programmübersicht wird jeder Programmpunkt auf einem eigenen „Blatt“ dargestellt.
Durch das Anklicken eines Blattes gelangt man zu einer Detailansicht mit weiterführenden Informationen zur Veranstaltung und zu den Autor*innen. Zusätzliche Informationen zu den Autoren und Veranstaltungsorten erscheinen interaktiv beim Hover über die jeweiligen Namen.
3.1. Desktop
3.2. Phone
4. Social Media - Instagram
Für Instagram werden die zentralen Gestaltungselemente in ein quadratisches Format übertragen. Die Beiträge zeigen das Erscheinungsbild in komprimierter Form und sorgen für Wiedererkennbarkeit im digitalen Feed.
Ergänzend können beispielsweise monochrome Fotografien der Autor*innen oder der Veranstaltungsorte integriert werden.
Fazit
Das Großprojekt war für mich eine intensive aber sehr lehrreiche Erfahrung. Da es erst mein zweites größeres Projekt im Bereich Corporate Design war, führte das Projekt zu einer starken Weiterentwicklung in diesem Bereich. Besonders die Entwicklung eines konsistenten Gestaltungssystems über verschiedene Medien hinweg hat mein Verständnis für Markenbildung und visuelle Identität deutlich geschärft.
Zu Beginn fiel es mir nicht leicht, eine klare gestalterische Richtung zu finden. Die Vielzahl an Möglichkeiten und der Anspruch, ein funktionierendes, reales Erscheinungsbild zu entwickeln, waren anfangs erstmal überwältigend. Durch kontinuierliche Ausarbeitung, intensive Auseinandersetzung mit dem Thema sowie die Konsultationen im Kurs konkretisierte sich jedoch Schritt für Schritt mein Konzept. Mit zunehmender Klarheit wuchs auch die Sicherheit in meinen gestalterischen Entscheidungen.
Das Projekt hat mir gezeigt, wie es ist, mit einem richtigen Kunden zusammenzuarbeiten, da ich bis zu diesem Projekt hauptsächlich an fiktiven Projekten gearbeitet hatte. Im Vergleich zu fiktiven Projekten veränderte sich der Arbeitsprozess deutlich: Zeitfenster waren enger, Präsentationen zielgerichteter und Entscheidungen mussten bewusster getroffen werden. und verändert werden, um dem Kunden gerecht zu werden.
Das Feedback im Rahmen der Abschlusspräsentation war sehr wertvoll und hat mir sowohl Bestätigung als auch konkrete Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung gegeben. Rückblickend sehe ich noch ein wenig Verbesserungspotenzial, gerade was die Accessibility der Website angeht.
Ich nehme aus diesem Projekt verstärkte Skills und ein gestärktes Gefühl mit, dass das eine Designrichtung ist, in der ich mich später auch beruflich bewegen könnte.