anfänge

Nach dem wir research in allen möglichen städten betrieben hatten (shout outs chemnitz/transit/momentum) war die zeit gekommen ein keyvisual für unser konzept zu entwickeln. 

Uns umgab viel inspiration (in form von flyern und postern) die zwar geholfen haben herauszufiltern was qualität hat und was nicht, aber ich musste die ganze zeit an eine sache denken.

Die Stiftung Buchkunst  hält jedes jähr einen wettbewerb für die besten buchdesigns weltweit ab, bei einem davon aus korea oder vietnam (ich bin mir nicht mehr sicher) hatte der designer nichts weiter getan als eine wackelige linie mit einem kugelschreiber zu ziehen und darüber eine klebebandrolle geklebt. Ich fand das damals großartig - und obwohl es jetzt schon über ein jahr her ist, habe ich es immer noch im kopf. Es hatte mysterium, alltag, kunst verbunden mit design. 

Im allgemeinen waren die buchdesigns aus dem asiatischen raum, ganz anders als dass was man von hier kennt. Viel war analog, es wurde viel gelayert, es war oft abstrakt und sprengte formate und es wurde viel mit kalligraphie gearbeitet.

So kam also die idee - grundlegend war es: ich möchte so etwas auch machen.

Wenn ich an literatur denke habe ich direkt das schreiben im kopf, vor allem das kratzen von füllern auf papier, die tinte. Das war es dann - mein keyvisual, meine inspirationsquelle. 

tintenflecke, fließende tinte, tinte in wasser tinte tinte tinte überall und in allen formen.

Prozess

Meine ersten entwürfe entstanden hauptsächlich noch digital, nur um schnell auszuprobieren, wie so etwas aussehen könnte. Ich stieg auf analog um, da dies eine ganz andere qualität hatte und ich mich immer noch auf meine inspiration der asiatischen-buchkunst stützte.

Ich habe also sämtliche assets die ich im projekt benutzt habe, zuerst einmal selber gemalt/gezeichnet. In dem prozess sind meine wohnung und ich ziemlich blau geworden und ich habe viel experimentiert z.B habe ich zuerst einen fluss aus wasser auf das papier gemalt und die tinte dann darein getropft - so entstand auch die idee die elbe in so einem stil zu „klecksen“, ich habe verschiedene blätter und blumen als stempel benutzt und auch meine eigenen hände. 

gegen ende hin, als das klecksen nichts mehr gab, stieg ich noch einmal auf cyanotypie um, da ich in meinen entwürfen auch mit looks von drucktechniken arbeitete die tinte benutzten und da bücher gedruckt werden, fand ich die technik mit ihrem tiefen blau-ton als eine schöne ergänzung für die plakate. 

Im ganzen prozess gab es unglaublich viele ideen, gerade auch weil das kevisual medienübergreifend funktionieren sollte, also auf websites oder z.B auch in einem insta-reel. Wenn man über so eine große bandbreite denkt, ist es klar das es auch eine große bandbreite an ideen gibt. 

Für mich war eine lernaufgabe im prozess, herauszufinden was passt und was nicht, mein prozess spiegelte auch die Mischung aus kunst/design wieder. die Idee hat sich fast von selbst entwickelt und auch irgendwo ihren raum genommen und ihre bedeutung bekommen und dennoch musste ich am ende immer wieder reduzieren, anstatt neu hinzuzufügen. Dabei war es für mich auch schwierig meinen entscheidungen zu vertrauen, ich habe mich beim reduzieren  viel auf intuition verlassen und auch oft mit dem abgeglichen was ich erreichen wollte. An sich weiß dass auge was gut aussieht aber der weg zum „finalen“ produkt war dennoch viel iteration.

Eine der Ideen die ich am ende verworfen habe, da es nicht zu dem passte was der rest des Projekts aussagte und dennoch gut war, war der Rohrschachtest den ich mit after-effects und touchdesigner erstellt hatte. Vielleicht findet er seinen platz in einem anderen projekt :)

final poster

die finalen poster sind einmal für das fest an sich, zwei sind für die events der „langen nächte“ und eins ist eine einzellesung. 

Hier war am ende vor allem die detaillarbeit wichtig, ich hatte lang Probleme die richtige typo und das richtige placement zu finden, herr Wucher war mir hier mit seinen empfehlungen eine große hilfe.

In meinem kopf, ist gute typo immer groß und laut, aber zu diesem design passt etwas zurückhaltendes, sanftes einfach besser. Auch die tinte verlief in iterationen immer mehr zu fließend und fein, was dem ganzen einen edleren look verschaffte. Die Cyanotopie zu abstrahieren und damit nicht mehr ganz greifbar zu machen war ausserdem ein wichtiger schritt. 

Mein ziel war es, ein einprägsames design zu schaffen, was einen interessiert aber welches man länger ansehen muss um zu verstehen worum genau es geht.

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final flyer

ohhh der flyer hat mein gehirn im druck total geb*mmst. Ich habe ziemliche schwierigkeiten mit räumlicher worstellung und hatte deshalb auch ziemliche schwierigkeiten mir vorzustellen, wo genau was hin muss um richtig gefaltet zu werden. Nachdem mir gesagt wurde, dass ein 12pager bei uns nicht gedruckt werden kann, musste ich auch noch einmal alles reduzieren und verändern. Im allgemeinen war der flyler eine lehre in layouting, was ich bisher auch noch nicht gemacht hatte.

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Stempelbüchlein

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das Stempelbüchlein war das letzte mock-up welches ich gemacht habe. Nach dem die poster standen war der look für alles andere leicht nachzubauen.

@findet.stadt

alle Printmedien jetzt auch noch mal in instagram-format größe. Ich hatte mir anfangs ja auch schon gedanken über animationen gemacht und wollte irgendwie noch auffangen wie tinte im wasser zerfließt. Das habe ich mit blender ganz gut darstellen können, mir hat am ende leider die zeit gefehlt, da das eher ein extra war und keine priorität, aber potential für ein gutes werbe-reel hat es !

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llt.de

websitemockup.png
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die website zu erstellen war für mich einer der technisch am schwersten parts. Ich hatte noch keine vorerfahrungen in figma und es hat lang gedauert bis ich etwas zu stande bekommen habe was mir selbst gefallen hat und was auch den vorherigen stil des entwurfs gut ins digitale übersetzt. Die arbeit noch mal die grundlagen von einem neuen programm zu lernen hat sich aber gelohnt.

abschluss/fazit

vielen dank an herr Wucher und herr Hilger für die möglichkeit diesen kurs zu besuchen ! Es war schön an der uni an einem realen projekt arbeiten zu können und den austausch mit dem kunden schon einmal miterleben zu können. 

Ich habe durch den umfang des Projekts und das konstante arbeiten an verschiedenen programmen auch viel gelernt und eine kleine routine mit diesen bekommen.. Es war nicht immer leicht und oft gab es stressige arbeitstage durch die nacht durch aber für den outcome hat es sich auf jeden fall gelohnt, ich bin wirklich zufrieden mit meinen finalen entwürfen. Ich war im prozess oft unsicher mit meinen entscheidungen, manchmal hat es sich auch zu „einfach“ angefühlt tinte auf papier zu klecksen und dann zu sagen „ok fertig“ und deshalb habe ich anfangs oft versucht zu kompensieren und habe zu viel gemacht, nach den wöchentlichen feedbacks mit herr Wucher hatte ich aber quasi keine andere Möglichkeit mehr als auf meine entscheidungen zu vertrauen und auch das war ein gutes learning, ich fand es gut dass wir so selbstständig arbeiten konnten um das Design wirklich auf unsere eigene art und weise zu erstellen! 

Ich freue mich auch sehr darauf nächstes jahr noch einmal daran arbeiten zu können, die tinte neu fließen zu lassen und teil der landesliteraturtage 2027 zu sein ! Bis dahin arbeite ich weiter an meinen skills und meiner pünktlichkeit :D