Übungen

Zu Beginn des Kurses hat jeder von uns jeweils fünf Studenten an der Uni interviewt. Ziel war es, deren Erlebnisse mit Feedback generell und im Bezug auf den Unialltag festzuhalten.

In den ersten Wochen vor dem Start mit unseren Projekten haben wir uns intensiv mit den verschiedensten Feedbackmethoden beschäftigt. Nach jeder Methode sollten wir diese für uns bewerten. Meine Favoriten waren dabei die Selbstreflexion und die Kollegialberatung.

Erste Überlegungen

Ausgangssituation:

Im Designstudium ist es gang und gäbe, regelmäßig Feedback zu erhalten und zu vergeben. Als unwissender Erstsemesterstudent (Zielgruppe!) ist dies überwältigend und wird durch großflächige Theorieerklärungen verkompliziert. Respektvolles, effektives Feedback zu geben ist schwierig und macht teilweise Angst.

Fragestellung:

Wie bringt man Erstsemestern leicht verständliche Methoden bei, effektiv Feedback zu geben und gegebenes anzunehmen, ohne dabei zu überfordern?

Ziel:

- komplizierte Feedbackmethoden einfach erklären

- Methoden nahbarer machen

- Lernen von: Wie kommuniziert man Feedback gut? Wie gibt man Verbesserungsvorschläge?

- einfach erreichbare und gut verständlich formulierte Informationen

- mehr Wissen = mehr Selbstbewusstsein und Unterstützung beim Feedbackgeben

Idee

Meine Idee war es, einen Feedback-Guide zu gestalten, welcher einen beim Geben und Nehmen von Feedback begleitet und einem Feedbackmethoden an die Hand gibt, die man dabei benutzen kann. Außerdem wollte ich ein Quiz integrieren, welches einem bei der Wahl der richtigen Methode hilft. Die als Quiz gestartete Bedürfnisliste ist ebenfalls Teil dieser Hilfestellung.

Klar war es mir außerdem von Anfang an, dass ich mit den Farben Rot, Grün und Gelb arbeiten möchte und der Rest in Schwarz-Weiß bleiben wird. (Dies ist auf dem Moodboard zu sehen, wo die Farbe Blau noch für die Quizzes vorgesehen war.)

Der Guide ist unterteilt in Feedback Nehmen, Feedback Geben und Feedback Methoden. Meine unten gezeigten Notizen stellen dar, dass ich mir anfangs unsicher war, an welcher Stelle der Methodenteil stehen soll. Letztendlich habe ich mich für den Anfang des Guides entschieden, da der Leser auf diese Weise bereits mit einem gewissen Vorwissen in das Geben oder Nehmen von Feedback gehen kann.

Außerdem zu sehen ist die erste Idee für die Stückelung des Prozesses für das Geben und Nehmen. Die sogenannte Schritt-für-Schritt-Anleitung dient als Leitfaden durch den Feedbackprozess und ist dazu da, der Überforderung entgegenzuwirken.

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Ich hatte einen Check-in für den Guide geplant, um den Nutzer zu begrüßen und auf das, was ihn erwartet, vorzubereiten. Die Check-outs am Ende jedes Abschnitts habe ich integriert, um kurz festzuhalten und zusammenzufassen, was Neues gelernt wurde, und um eine Überleitung zum nächsten Abschnitt zu bauen. Die Check-ins und Check-outs sind zudem Teil jeder Kursstunde in unserem Semester gewesen und werden seit meinem ersten Semester in vielen, wenn nicht fast allen, Kursen durchgeführt. Am Campus ist dies also weit verbreitet. Diese Alltäglichkeit und Vertrautheit wollte ich mit einbauen.

Die vorhin erwähnten drei Farben entwickelten sich im Verlauf des Kurses zu einem Farbsystem, welches den eigenen Fortschritt mit dem Guide widerspiegelt. Man startet als Unwissender (Rot) und entwickelt sich über die Farbe Gelb zum Feedbackprofi (Grün). Dadurch entstand außerdem die Idee für die Feedbackprofi-Trophäe. Diese gilt als Meilenstein für den Abschluss der ersten Schritte in der Welt des Feedbacks und ist am Ende des Guides zu finden.

Diese sogenannte Reise war ausschlaggebend für die Verwandlung des als Inhaltsverzeichnis fungierenden Zeitstrahls am Anfang des Guides zu einer Karte, die diese Reise visualisiert. (Dies wurde von mir erst mit der zweiten Version des Guides umgesetzt, da mein Fokus zuvor auf der Erstellung der einzelnen Schritte lag.)

Die Visualisierungen sind dazu da, die zuvor erwähnte Überforderung abzuwenden. Ohne die Zeichnungen würde der Guide zu formell wirken. Ein weiterer Punkt ist, dass dadurch die Verbindung zu dem Guide-Maskottchen Guido weiter verstärkt wird. Der Nutzer sieht, wie Guido selbst durch den Feedbackprozess geht, und wird dabei unterstützend durch den Prozess geleitet. (Emotionaler Support – yay!)

Da Guido gerade etwas aus der Luft gefallen ist, hier eine Erklärung: Guido war meine Idee, den Guide menschlicher wirken zu lassen und dem Nutzer jemanden an die Hand zu geben, der mit einem durch den Prozess geht. Ein Freund und Helfer sozusagen. Angefangen hatte Guido als eine Person, die mit Daumen hoch auf dem Deckblatt zu sehen ist (siehe mein erstes Moodboard unten). Mithilfe des Feedbacks meines Kurses habe ich dies aber noch einmal überdacht. Das Ergebnis war ein Kugelwesen namens Guido, das ein Stirnband trägt. Dies spielt auf die Stirnbänder der 80er an, da dies mein gewünschter Stil für den Guide generell war.

Entscheidungen wie die Schriftart (Strenuous) und die Farbwahl basieren ebenfalls auf diesem Entschluss.

All dies sollte in einem gebundenen, dreiteiligen Heft zusammengefasst werden (siehe die unten beigefügte Skizze).

(Dort ebenfalls zu sehen ist die seit dem Anfang bestehende Überlegung, eine Ringbindung zu verwenden.)

Planung_heft_gebunden_Angie-Reisewitz.png

Exkursion

Nach der Formulierung der ersten Idee haben wir eine Exkursion zu Space Beyond in Berlin unternommen. Dort haben wir an einem Workshop teilgenommen und konnten unsere Ideen vorstellen. Hier ist meine dort gezeigte Präsentation:

Version 1

-Moodboard-

Moodboard 1.png

-Umsetzung-

Ich habe zuerst angefangen, Zeichnungen als Visualisierung der verschiedenen Schritte zu entwerfen und den Aufbau der einzelnen Seiten festzulegen. Im Anschluss habe ich dies in Illustrator gebaut und aufgearbeitet.

Visualisierungen:

Seitenaufbau:

Screenshot 2026-03-02 at 21.55.54.png

Quizkonzeptionierung Methoden:

Quizentwicklung_Angie-Reisewitz.png

Beispiele der Ersten Version:

(Feedback-Nehmen-Abschnitt, Feedback-Geben-Abschnitt & Methoden-Quiz waren alle vollständig gebaut.)

Die folgende PDF beinhaltet den kompletten Stand meines Feedback-Guides am 15.01.2026. Nach der Präsentation dieses Standes vor den anderen Teilnehmern des Kurses habe ich das Konzept komplett überarbeitet und die zweite Version entwickelt, die sich im Anschluss an die PDF finden lässt.

Version 2

Ich hatte von Anfang an eine Ringbindung im Hinterkopf. Durch die einfache Handhabung und eine einfachere Produktion, potentieller, zukünftiger Großaufträge sowie die Möglichkeit, das Heft beim In-der-Hand-Halten zu „halbieren“ (von A5 zu A6), war es schon immer eine Idee, die ich als sehr reizend empfand.

Als mir klar wurde, dass die einzelnen Abschnitte sehr unterschiedlich in Bezug auf die Seitenanzahl werden würden und die Produktionszeit eines einzelnen Heftes sowie die leeren Füllseiten zu hoch waren, habe ich mich entschieden, zu der Ringbindung überzugehen. In dieser Hinsicht hatte ich Anfang Januar ein Treffen mit Herrn Geserick, um den Prozess abzuklären. Dieses Treffen fand bereits  vor der kompletten Abänderung meines Konzeptes statt (genau genommen eine Woche zuvor).

In der neuen Version sind die einzelnen Schritte nicht mehr auf eine Doppelseite (A5) aufgeteilt, sondern nun nur noch auf eine A6-Seite begrenzt. Es gab nicht genug Inhalt, um sie auf Doppelseiten zu belassen. Am Ende wurde der Guide durch diese Entscheidung kompakter und einfacher transportierbar.

Eine weitere Änderung sind die „Schatten“, die ich bei den Umrandungsboxen integriert habe. Diese dienen als Brücke zu der Schrift, da sie ebenfalls mit Schatten gebaut ist (Strenuous).

Der Aufbau der zweiten Version wurde außerdem nun zu: Deckblatt, Übersicht/Karte, Abteilungsteiler, Kapitelübersicht, Feedback Methoden, Check-out, Abteilungsteiler, Kapitelübersicht, Feedback Nehmen Schritte (unterbrochen durch Feedback-Methoden-Quiz und Bedürfnisliste), Check-out, Abteilungsteiler, Kapitelübersicht, Feedback Geben Schritte, Check-out, Feedbackprofi-Trophäe, Check-out Guide.

Die Kapitelübersicht kam relativ am Ende noch dazu. Ich habe realisiert, dass es sonst zwischen der Startseite eines neuen Abschnittes und dem ersten Schritt/der ersten Methode zu einer leeren Doppelseite kommen würde. Außerdem gibt diese eine bessere Übersicht, wenn man mitten im Projekt eine bestimmte Seite sucht.

Zuletzt komme ich noch zu der Linierung des Heftes. Mein neues Konzept basierte auf der Benutzung von Collegeblöcken in der Schule/Universität/Hochschule. Dies soll als bekannter Anker funktionieren, um eine gewisse Art an Vertrautheit zu vermitteln. Es soll helfen, die Angst vor dem Feedback zu minimieren und Komfort zu bringen. Außerdem ist es eine Ableitung der vorherigen Visualisierung eines Collegeblock-Blattes in der ersten Version (auf der rechten Seite der Doppelseiten für die einzelnen Schritte).

-Moodboard-

Moodboard 2 .png

-Umsetzung-

Um ein gleichbleibendes Aussehen Guidos zu garantieren, habe ich mir Referenzen in Blender gebaut und basierend auf den oben aufgeführten Zeichnungen angeordnet. (Die daraus entstandenen Zeichnungen sind weiter unten zu finden!)

In den Zeichnungen habe ich die farbliche Trennung der drei Abschnitte ebenfalls integriert, um bei der aktiven Benutzung des Guides einen sogenannten „roten Faden“ zu haben. Unten habe ich zuerst eine Aufführung dieser Farbumsetzung und darauffolgend alle in dem Guide integrierten Zeichnungen beigefügt.

Überschriften:

Um den Zeichenstil weiter im Design zu verankern, habe ich die Überschriften mithilfe eines Effektes in Illustrator mit Schraffierung gefüllt (siehe Beispiel: Vorher und Nachher).

Endprodukt

Hier ist die fertiggestellte Druckdatei, welche ich in der Druckwerkstatt ausgedruckt und dann in der Buchbinderei zu vier Heften zusammengefügt habe. Eines dieser vier wurde bei der DDS in meiner Abwesenheit leider entwendet.

Beispielseiten aus dem Endprodukt:

Da das finale Produkt ein Heft mit Ringbindung ist, ist das in der PDF aufgeführte hintereinanderweg als Vorderseite, Rückseite, Vorderseite, Rückseite … zu verstehen.

DDS & Poster

Zusatz: GP Präsentation

Fazit

Mir hat das Großprojekt sehr viel Spaß gemacht.

Ich fand die Einleitung des Kurses mit dem Kennenlernen der verschiedenen Feedbackmethoden sehr gut. Dadurch wusste ich direkt, als ich mit meinem Projekt angefangen habe, welche Methoden ich integrieren möchte.

Die Exkursion mit der Vorstellungsmöglichkeit unserer Ideen empfand ich ebenfalls als sehr gut, da einem dadurch eine weitere Perspektive auf das Projekt gegeben wurde.

Das wöchentliche Feedback der Gruppe hat mir sehr geholfen, und ich möchte an dieser Stelle meinen Dank an Prof. Schmidt und meine Mitstudierenden in dem Kurs aussprechen. Das Endprodukt hätte sonst nicht so gut werden können, wie ich es jetzt sehe.

Ich bin gespannt, wie es mit dem Projekt im nächsten Semester weitergeht!