Job 01: Who I am?

Aufgabe:
Erstellung einer kurzen Animation zur Selbstdarstellung oder zur Repräsentation eines persönlichen Projekts.

Umsetzung:
Ich stelle mich und meine Identität als Gestalter direkt über meine Arbeiten vor. Dafür habe ich eine digitale Benutzeroberfläche (Datei-Explorer) nachgebaut. Ein animierter Mauszeiger klickt auf einen Ordner, woraufhin die Kamera in das Verzeichnis eintaucht. Anschließend fliegen Ausschnitte meiner bisherigen Projekte im 3D-Raum auf den Betrachter zu. So verbinde ich klassisches 2D-Interface-Design mit dynamischen Kamerafahrten.

Job 02: Fotozoom

Aufgabe: 
Wende einen Parallax-Effekt auf ein selbst gewähltes Gemälde an, um räumliche Tiefe zu erzeugen.

Umsetzung:
Ich habe mich für das Gemälde „Die Freiheit führt das Volk“ entschieden. Zuerst habe ich das Bild in Photoshop in acht separate Ebenen zerschnitten und die dadurch entstandenen Freiräume im Hintergrund retuschiert. Anschließend habe ich das Projekt in After Effects importiert, die Ebenen im 3D-Raum gestaffelt und Text hinzugefügt. Um den Parallax-Effekt deutlich zu verstärken, habe ich nicht nur einfach rein- und rausgezoomt, sondern zusätzlich die Position und den Blickwinkel der Kamera animiert.

Job 03: Experimente

Aufgabe:
Verschiedene Tracking-Ideen ausprobieren, eigenes Videomaterial testen und herausfinden, was technisch gut funktioniert.

Umsetzung:
Ich habe die Zeit genutzt, um mich zum ersten Mal in DaVinci Resolve einzuarbeiten. Der Hintergrund: Wenn ich mich in Resolve gut auskenne, bringt mir das für meine zukünftigen Filmprojekte einen enormen Vorteil. Besonders das Konzept des Node-Systems in der Fusion Page finde ich extrem spannend.

Mein konkretes Experiment war es, eine Zahl zwischen meinen Fingern auftauchen zu lassen, die dynamisch auf meine Handbewegungen reagiert. Im Nachhinein muss ich sagen, dass mein Lösungsweg über handgeschriebene Expressions viel zu kompliziert war. Es gäbe in Fusion deutlich einfachere Wege (wie z. B. den Match-Move-Modus), aber da ich mich noch nicht auskannte, war das mein erster Ansatz. Obwohl es extrem aufwendig war, habe ich durch diesen Weg die mathematische Logik hinter den Nodes sehr gut verstanden.

Technische Umsetzung & verwendete Tracker:

Um die Berechnungen durchzuführen, habe ich das Bildmaterial an drei Punkten getrackt:

Tracker1.TrackedCenter1 = Daumen

Tracker2.TrackedCenter3 = Kleiner Finger

Tracker3.TrackedCenter4 = Zeigefinger (für die Verzerrung ab Frame 157)

Liste der verwendeten Expressions:

1. Basis-Transformation (Position, Rotation & Skalierung)

Diese Expressions hielten die Zahl zwischen Daumen und kleinem Finger und steuerten das Auftauchen.

Zentrum (Position der Zahl genau in der Mitte):

Point((Tracker1.TrackedCenter1.X + Tracker2.TrackedCenter3.X)/2, (Tracker1.TrackedCenter1.Y + Tracker2.TrackedCenter3.Y)/2)

Winkel (Rotation der Zahl passend zur Handdrehung):

math.deg(math.atan2(Tracker2.TrackedCenter3.Y - Tracker1.TrackedCenter1.Y, Tracker2.TrackedCenter3.X - Tracker1.TrackedCenter1.X))

Größe (Abstand zwischen den Fingern, taucht ab Frame 9 auf):

iif(time >= 9, math.sqrt((Tracker2.TrackedCenter3.X - Tracker1.TrackedCenter1.X)^2 + (Tracker2.TrackedCenter3.Y - Tracker1.TrackedCenter1.Y)^2) * 10, 0)

2. Verzerrung (Strecken & Stauchen)

Diese Expressions wurden ab Frame 157 aktiv, um die Zahl mit dem Zeigefinger unproportional zu verformen.

X-Größe (horizontale Verzerrung, kalibriert):

iif(time > 157, 1.585246 + (math.abs(Tracker3.TrackedCenter4.X - Tracker1.TrackedCenter1.X) - 0.1170491945875) * 23.56948, 1)

Y-Größe (vertikale Verzerrung):

iif(time > 157, math.abs(Tracker3.TrackedCenter4.Y - Tracker1.TrackedCenter1.Y) * 8 + 1, 1)

Job 04: Counter

Aufgabe: 
Fünf aufeinanderfolgende Zahlen (in meinem Fall 41 bis 45) in einem Video auftauchen lassen.

Umsetzung:
Ich habe verschiedene Tracking- und Maskierungstechniken kombiniert, um die Zahlen auf unterschiedliche Weise in die Umgebung zu integrieren. Das Ganze erforderte viele einzelne Schritte und das Erstellen mehrerer Masken:

Zuerst habe ich eine getrackte 3D-Kamera samt 3D-Szene erstellt. In diesem Raum habe ich einen Zylinder platziert und animiert, um den mehrmals die Zahl 42 rotiert. Ein zweiter, etwas kleinerer Zylinder im Inneren dient dabei als Maske, damit man die Rückseite der rotierenden 42 nicht sehen kann.
Mit der 43 und 44 bin ich simpler vorgegangen und habe die Zahlen im 3D-Raum vor den Fenstern positioniert und wieder animiert. Die 43 hat zusätzlich eine Maske über und unter dem Fenster erhalten, sodass es aussieht, als würde die Zahl direkt aus dem Fensterrahmen herauskommen und wieder darin verschwinden.
Da sich im Video zwei Objekte vor den Zahlen bewegen, mussten diese maskiert werden. Die Äste vom Baumes konnte ich mit einer Magic Mask freistellen.
Das Verkehrsschild im Vordergrund habe ich mithilfe von drei Polygon-Masken und einem Planar Tracker maskiert. Wo ich gerade beim Verkehrsschild bin, die 41 wurde nicht vergessen. Ich habe das originale „30er Zone“-Schild in ein „41er Zone“-Schild verwandelt. Die 30 wurde mit einer ovalen Farbfläche verdeckt, deren Farbe sich über die Zeit leicht verändert, um sich der echten Lichtstimmung anzupassen. Mit der passenden Schriftart und dem Planar Tracker habe ich dann die 41 eingefügt, sodass das Schild natürlich und unauffällig wirkt.
Da der erste Videoclip recht kurz war, wollte ich das Video strecken und noch eine weitere Technik einbauen. Dafür habe ich zusätzlich meine Hände gefilmt: Ich bringe ein zwischen meinen Fingern aufgespanntes Viereck ins Bild. Dafür habe ich meine Hände aus dem Original ausmaskiert, und um das Viereck deutlicher zu machen, sieht man außerhalb des Vierecks das Rohvideo ohne Colorgrading etc. und im Inneren weiterhin die Zahlen. Ich ziehe meine Finger zusammen und ziehe beim Öffnen die Zahl 45 auf. Technisch habe ich dafür mit vier Point-Trackern an den Fingern gearbeitet, die als Corner-Pins sowohl für das Viereck als auch für die 45 gedient haben.

Des weiteren mussten überall noch viel feinschliff gemacht werden. es war nicht einfach nur mit zwei Klicks erledigt. Timing, Maskenkorrekturen, Zahlen-Effekte, Lesbarkeit

Job 05: Quarks oder Spiel

Schachvideo-Ergebnis

Aufgabe:
Erstellung eines Erklärvideos, das reale Videoaufnahmen mit Motion Tracking und Infografiken kombiniert. Zur Auswahl stand die Visualisierung eines Beitrags von „Quarks“ oder die Erklärung eines Spiels nach Wahl.

1. Vorgedanken

Mein Ziel war es, Schach lebendiger und cinematisch darzustellen. Der Zuschauer soll ein wenig mitfühlen können – es sollte nicht so wirken wie zwei Leute, die sich gegenübersitzen und einfach Figuren hin und her schieben, sondern wie ein Kampf mit Truppen, Angriffen und Blockaden.

Um bei der Umsetzung nicht durcheinanderzukommen und mich besser ordnen und fokussieren zu können, habe ich zuerst ein Skript geschrieben. Darin habe ich vorerst fast alles festgehalten, was ich gerne umsetzen würde. Mir war jedoch klar, dass ich das Ganze später noch stark kürzen muss, da die Pläne sonst innerhalb einer Woche nicht umsetzbar gewesen wären.

2. Vorbereitung und Planung

Da ich kein Schachspiel zuhause hatte, musste ich mir erst eines bestellen und warten, bis es ankommt. Die Wartezeit habe ich genutzt, um in Blender eine schnelle Schachszene aufzubauen und auszuprobieren, welche Kamerawinkel gut funktionieren könnten. Parallel dazu habe ich mir überlegt, welche Szenen ich am Schachbrett konkret benötige, um die Regeln zu veranschaulichen, damit ich am nächsten Tag direkt mit dem Filmen beginnen konnte.

3.1 Szenen vom Schachbrett filmen

Das Filmen von Nahaufnahmen entpuppte sich als gar nicht so einfach. Zum einen bin ich es gewohnt, in Blender mit einer virtuellen Kamera zu arbeiten. Dort habe ich die maximale Kontrolle, kann Bewegungen „abspeichern“, im Nachhinein anpassen und das Ergebnis direkt auf einem großen Monitor beurteilen. In der Realität zu filmen, gibt dem Material zwar ein gewisses Extra, brachte aber drei konkrete Probleme mit sich:

Instabilität: Trotz Gimbals war das Bild bei Close-ups teilweise wackelig, da das Gerät die Auf- und Ab-Bewegungen des kompletten Arms nicht vollständig ausgleicht.

Fokus: Ich musste mich zwischen dem Risiko eines springenden Autofokus und einem manuellen Fokus entscheiden, bei dem ich den Abstand zum Objekt während der Fahrt exakt gleich halten musste.

Beleuchtung: Ich hätte während der Kamerafahrten gerne bewegtes Licht gehabt, was in der Umsetzung allein jedoch kaum möglich war.

Gefilmt habe ich zu Hause mit meiner Canon R10 in meinem verdunkelten Schlafzimmer, das ich mit schwarzem Stoff an den Wänden ausgekleidet und mit geliehenem Licht ausgestattet habe. Als Untergrund diente zuerst ein grauer Vorhang, den ich später gegen schwarzen Stoff austauschte, damit das Schachbrett als einziges Objekt ohne Ablenkung im Fokus steht.

Am ersten „Drehtag“ habe ich verschiedene Perspektiven getestet und ausprobiert, wie ich Figuren und Kamera gleichzeitig bewegen kann. Beim Sichten der Clips am Abend war ich zunächst erschrocken: Vieles war unbrauchbar, da es unscharf, verwackelt oder durch Ablenkung des grauen Stoffs sowie meiner Tattoos an der Hand nicht meiner Vorstellung entsprach. Da ich diesen Testtag jedoch eingeplant hatte, konnte ich am nächsten Tag gezielter vorgehen. Ich wusste nun genau, welche Perspektiven funktionierten. Dass ich später drei Szenen dennoch neu drehen musste, war für den Lernprozess völlig in Ordnung.

3.2 Videomaterial von echten Rittern suchen

Um Schach visuell mit einem echten Kampf zu kombinieren, benötigte ich ergänzendes Videomaterial. Ich habe schnell gemerkt, dass kostenlose Stockvideos von Adobe oder anderen Anbietern dafür nicht ausreichen: Bei Adobe waren geschätzt 95 % der Clips schlecht generierte KI-Videos oder kosteten, wie auf anderen Seiten auch, rund 40 € pro Clip. Daher habe ich auf YouTube nach passenden Filmausschnitten gesucht. Da es sich um ein Uni-Projekt handelt, das nicht veröffentlicht wird, konnte ich hier trotz der Copyright-Thematik auf bestehendes Material zurückgreifen. Ich habe schließlich passende Szenen aus dem Film „The King“ (2019) gefunden, die perfekt die Atmosphäre die ich erreichen wollte widerspiegeln.

3.3 Schnitt und Musik

Das Letzte, was ich nach jedem Tag gemacht habe, war das Sichten und Aussortieren der neuen Inhalte. Um keine Zeit beim Schnitt oder bei der Neuproduktion von Inhalten zu verschwenden, habe ich mich recht schnell für ein Hintergrundlied entschieden. Darauf aufbauend erstellte ich einen groben Zusammenschnitt mit Blender-Rendern oder einfachem Text aus meinem Skript.

Durch dieses Vorgehen wusste ich immer genau, was mir noch fehlte, konnte nichts vergessen und hatte jederzeit die Möglichkeit, Ideen schnell rauszuschmeißen, wenn ich sah, dass es zeitlich nicht machbar war. Erst als schlussendlich alle Inhalte an der richtigen Position saßen und das Lied passend gekürzt war, ging es an die eigentliche Arbeit der Nachbearbeitung.

3.4 Effekte mit Fusion (Davinci Resolve)

Teil 1: Konzept und Einführung
Ich werde nicht alle Schritte im Detail aufzählen können, zumal vieles auf „Trial and Error“ basierte. Oft habe ich Dinge verworfen oder drei verschiedene Versionen auf unterschiedliche Weise erstellt, um mich am Ende für eine zu entscheiden.

Anfangs hatte ich vor, jede Figur auf eine ganz eigene Art zu erklären. Beispielsweise wollte ich den Springer mit einer Art Display vorstellen, auf dem das L-Bewegungsmuster und ein kleiner Erklärtext zu sehen sind. Diesen Plan habe ich jedoch verworfen, da es einerseits nicht ins Gesamtbild passte und andererseits den Flow des Videos unterbrach – der Zuschauer hätte erst einmal Text lesen müssen. Trotzdem war es mein Ziel, mich intensiv mit DaVinci Resolve auseinanderzusetzen und verschiedene Techniken zu nutzen, anstatt immer die gleichen Abläufe zu wiederholen.

Das Video beginnt mit einer kurzen Einführung. Ich wollte den Zuschauer bewusst auf eine falsche Fährte führen, sodass man nicht sofort weiß, worum es eigentlich geht. Der Text: „Seit vielen Jahrhunderten wird dieser Boden von den Spuren derer gezeichnet, die vorangehen und alles für ihren Herrscher geben“ ist so gewählt, dass er perfekt auf Schach übertragbar ist: Das Spiel existiert seit Jahrhunderten, der „Herrscher“ ist der Spieler selbst und das Geschehen auf dem Brett wird von den Figuren gezeichnet, die genau tun, was der Spieler vorgibt.

Teil 2: Der Bauer
Für die Erklärung des Bauern habe ich ein Foto aus der Top-Down-Perspektive genutzt und in Photoshop bestimmte Felder sowie Figuren auf neue Ebenen kopiert. In Fusion wurden diese Elemente eingefärbt und nacheinander mithilfe von animierten Masken zum Aufleuchten gebracht.

Um dem statischen Bild mehr Dynamik zu verleihen, habe ich den gesamten Clip samt aller Effekte rotieren lassen. So konnte ich gleichzeitig das Bewegungsmuster des Bauern veranschaulichen und zeigen, mit welchen verschiedenen Figuren (neben dem Bauern auch dem Springer) eine Partie eröffnet werden kann.

Teil 3: Der Springer
Beim Springer habe ich die entsprechenden Felder mit mehreren Polygonen nachgezeichnet und diese mithilfe eines Planar Trackers an die Kamerabewegung angeheftet. Dabei habe ich eine visuelle Unterscheidung getroffen: Die Felder, über die der Springer hinwegsetzt, sind nur umrandet dargestellt. Die Zielfelder, auf denen er schließlich landen kann, werden hingegen komplett ausgefüllt hervorgehoben.

Teil 4: Der Turm
Es wäre kein Projekt von mir, wenn ich nicht auch Blender einbeziehen würde. Für den Turm hatte ich die Idee, dass sich Mauern entlang der Felder aufbauen, auf denen er wandern kann. Um die geradlinige Bewegung zu verdeutlichen, habe ich einen Zwischenstopp eingebaut, an den ein zweiter Zug anschließt.

Technisch habe ich dafür in DaVinci Resolve eine 3D-Szene mit einer getrackten Kamera erstellt und exportiert. Diese Szene konnte ich in Blender importieren, um meine 3D-Elemente exakt zu platzieren. Ich habe einzelne Steine modelliert und dabei versucht, die Farbe der realen Schachfiguren so genau wie möglich zu matchen. Nach viel Kleinarbeit konnte ich die Mauern mit transparentem Hintergrund exportieren und über das Originalvideo legen.

Teil 5: Der Läufer
Für den Läufer wollte ich nicht erneut die Felder einzeln markieren. Stattdessen wollte ich mit Spitzen in diagonaler Richtung verdeutlichen, dass es sich um eine aggressive Figur handelt, die sich schnell über das ganze Feld bewegen und dabei überall auf ihrem Weg stehen bleiben und schlagen kann. Umgesetzt habe ich diesen Effekt mit vier Polygonen, bei denen sich jeweils einer von drei Punkten nach außen bewegt. Das Ganze wurde ebenfalls über einen Planar Tracker fest mit dem Schachbrett verbunden.

Teil 6: Die Dame
Bei der Dame wollte ich ihre enorme Kraft und Feldkontrolle verdeutlichen und sie im Vergleich zu den anderen Figuren als etwas Besonderes hervorheben. Zuerst habe ich sie visuell von allen anderen Figuren extrahiert, um den Fokus allein auf sie zu legen. In der ersten Version der Szene hatte ich die Kamera auf einem Stativ fixiert und das Brett einmal mit und einmal ohne die restlichen Figuren gefilmt. Dabei leuchtete ich mit einer Taschenlampe quer über das Brett, um diesen Lichteffekt später als Übergang zwischen den beiden Szenen zu nutzen. Da mir das Ergebnis jedoch zu statisch war, nahm ich die Szene später erneut mit einer Kamerafahrt auf. Da ich Kamera und Licht nicht gleichzeitig bedienen konnte, habe ich den Lichteffekt schließlich in DaVinci Resolve mithilfe einer Depth Map erstellt. Dabei definierte ich einen Bereich, der von vorne nach hinten animiert aufleuchtet.

Den Clip, in dem nur die Dame zu sehen ist, habe ich erneut in 3D getrackt und in Blender importiert. Dort baute ich das Schachbrett nach und texturierte es mit Fotos des realen Bretts. Zudem habe ich Loopcuts entlang der einzelnen Felder erstellt, um diese bewegen zu können. So konnte ich die Felder, auf welche die Dame keinen Zugriff hat, nach unten extrudieren, wodurch der Effekt entstand, dass diese im Boden versinken. Das Ganze wurde wieder exportiert und über das Originalvideo gelegt. Das zusätzliche Aufleuchten der verbleibenden Felder habe ich über einen zweiten Export gelöst, bei dem nur die oberen Flächen der begehbaren Felder ausgewählt waren, die ich in DaVinci Resolve mittels Masken zum Leuchten brachte.

Teil 7: Der König
Beim König wollte ich gezielt Spannung aufbauen: Die gegnerischen Figuren rücken immer näher, bis sie ihn komplett eingekesselt haben. Bevor er jedoch endgültig geschlagen wird, folgt ein Cut auf Schwarz. Nach einer kurzen Spannungspause sieht man den König schließlich fallen. Technisch war dies der einfachste Effekt: Ich habe den König auf einem Stativ stehend auf einer Drehscheibe gefilmt, ihn in DaVinci Resolve ausmaskiert und eine Rotation animiert.

Als ich die Idee einem Freund zeigte, wies er mich auf einen Trailer von Age of Empires hin, der ebenfalls mit einem fallenden König endet. Das finale Zusammenspiel aus dem fallenden König und der Einblendung des Titels ist daher bewusst an diesen Trailer angelehnt, um bei Kennern Nostalgie zu wecken – während es für alle anderen schlicht ein stimmiger Abschluss des Videos ist.

Teil 8: Beschriftungen

Die Namen der Figuren habe ich weitestgehend über Planar- oder 3D-Tracker in die Szenen eingebunden. Ich hatte mich erst am letzten Tag dazu entschlossen, diese mit aufzunehmen. Zuvor passte es für mich nicht wirklich in das Bild, das ich für das Video im Kopf hatte. Da der Kern der Aufgabe jedoch die Erklärung und die Nutzung von Infografiken war, habe ich sie schließlich hinzugefügt. Ursprünglich wollte ich diese Textelemente nur für die Abgabe nutzen und für die Präsentation weglassen. Als ich jedoch die Szene mit dem Turm inklusive Text fertiggestellt hatte, wollte ich das Video nicht mehr ohne die Beschriftungen sehen. Daraufhin habe ich eine letzte Nachtschicht eingelegt, um die Namen für das gesamte Video feinzuschleifen.

4. Fazit zum Video und Kurs

Ich bin sehr froh, dass ich an diesem Kurs teilnehmen konnte, da ich mein selbst gestecktes Ziel zu 100 % erreicht habe: Ich wollte den Kurs als Gelegenheit nutzen, mich intensiv in DaVinci Resolve einzuarbeiten und auszutesten, was in diesem Bereich alles möglich ist.

In dem Schachvideo lag mein primärer Fokus auf dem Ausprobieren technischer Möglichkeiten und nicht darauf, am Ende ein perfekt durchgestyltes Designkonzept zu präsentieren. Mir ist bewusst, dass man das Ganze in einem „richtigen Auftrag“ gestalterisch einheitlicher lösen sollte, ohne plötzlich in den 3D-Raum zu wechseln. Doch für mich persönlich war der Lerneffekt durch die verschiedenen Techniken wichtiger als ein perfekt durchgestyltes Video.

Zudem war es eine schöne Abwechslung, wieder eine richtige Kamera in der Hand zu halten und praktisch zu arbeiten. Ich habe mich jedoch nicht nur technisch weiterentwickelt, sondern auch meine Herangehensweise verändert: Selbst wenn einem eine Aufgabe zunächst nicht zusagt oder sie zu einfach gestellt scheint, kann man immer versuchen, etwas Eigenes und Cooles daraus zu machen.