Zusammenfassung
Vor der eigentlichen Handlung des Krimibrunches feierte Dominik Fassbänder am 17.05.1931 im Wohnheim des Prellerhauses seinen 24. Geburtstag. Da an diesem Wochenende Christi Himmelfahrt war, sind die meisten Studierenden verrreist, oder zu ihren Familien in die Heimat gefahren. Die zurückgebliebenen Studenten feierten gemeinsam mit Dominik: Carla Wolf und ihr fester Freund Otto Dreyfuss, Josephine Gross und ihr Bruder Erich, Dominiks feste Freundin Kitti Möller und deren beste Freundin Wiktoria Ivanovka, sowie Dominiks bester Freund, Franz Dewitz. Am nächsten Morgen (Beginn des Spiels) wurden sie alle von Marcel Breuer, dem Dozenten und Jungleiter der Tischlerei vor Dominiks Zimmer zusammengerufen. Der Dozent hatte die Leiche des Studenten in dessen Zimmer entdeckt und wusste von der Party am Abend zuvor. Alle Figuren verfolgten von da an das Ziel, unter ihnen den Mörder ausfindig zu machen.
Erster Akt
Im Dialog wird grob beschrieben, wo sich die Spieler*innen befinden und was geschehen ist. Erste Reaktionen zu Dominiks Tod und die Einstellungen der Charaktere zu der Situation werden gezeigt. In der zugehörigen ersten Verdächtigung werden den einzelnen Spieler*innen Schnipsel von Wissen oder Verdächtigungen geboten, zum Beispiel wo man war oder von wem man etwas Verdächtiges mitbekommen hat. Basierend darauf können die Spieler auch eigene Verdächtigungen weiterspinnen, worauf spontan reagiert werden muss.
Zweiter Akt
Hier kommt das erste Geheimnis ans Tageslicht: Wiktoria war noch nicht lange eine Freundin von Dominik, ihre Beziehung hat ganz anders begonnen. In dieser Passage wird mit dem zweiten Hinweis offenbart, dass Dominik sie hintergangen hat, indem er eines ihrer Designs entwendete und als ein eigenes ausgab. Außerdem wird erstmalig angesprochen, dass Josephine in einen Streit mit Dominik am Abend der Feier verwickelt war. Auch hierauf folgt wieder eine Verdächtigungsrunde, in welcher sich die Mitspielenden auf Vorgaben stützen können, anhand derer sie in freier Diskussion wieder „aufeinander losgehen“ dürfen.
Dritter Akt
Die Affäre zwischen Carla und Dominik wird durch eine verhängnisvolle Botschaft offenbart. In einem ausschweifenden Monolog erklärt Carla, wie es dazu kam. Die Diskussion verläuft primär zwischen Wiktoria, Kitti und Carla, Otto wird mit hereingezogen. Im weiteren Verlauf mischen sich die anderen Charaktere mit ein. Hier gibt es auch eine besondere Impro-Szene im Dialog. Im Anschluss, ganz wie gewohnt, eine Verdächtigungsrunde wie die beiden vorherigen.
Vierter Akt
Dieser Abschnitt entblößt den Grund für den Streit zwischen Josephine und Dominik. Ihr Bruder Erich hat enorme Wettschulden (2000 RM entsprechen heute ca. 9500-11000 Euro), die Geschwister erklären die Hintergründe, wie es dazu kam und was Dominik getan hat. Marcel entdeckt zudem, dass Dominik nicht einfach nur erwürgt, sondern zuvor noch niedergeschlagen wurde. Dies eröffnet die Frage, ob der Täter auch weniger stark und groß gewesen sein könnte, da man keinen sich wehrenden kraftvollen Mann bekämpfen müsste. Kitti offenbart infolge dessen, dass sie Angst vor Ausweisung hat, da sie aus Prag kommt. Die anschließende Verdächtigung erfolgt ohne Vorgaben, was die Spieler dazu zwingt, selbst die bisherigen Informationen zu verarbeiten und zu hinterfragen.
Fünfter Akt
Ottos Homosexualität wird enthüllt, daraufhin ein Dialog primär zwischen Carla und Otto. Über das Foto, welches ihn bei einem Kuss mit einem anderen Mann zeigt, wird in der Gruppe offen diskutiert, wobei eine falsche Vermutung im Dialog den anderen Mann als Dominik erscheinen lassen soll. Danach erscheint ein weiterer Hinweis, der Marcel überführt, ein Design von Dominik entwendet zu haben, was ihn noch einmal verdächtiger macht als schon zuvor, durch seinen ungewöhnlich nahen Kontakt zu Dominik. Nach längerem Hin und Her wird der letzte Hinweis geöffnet, welcher Dominiks Zugehörigkeit zur NSDAP beweist. Es eröffnet auch die Tatsache, dass Dominik nicht allein auf Mission am Bauhaus war, sondern er einen Komplizen hatte.
Abschluss
Hier gilt festzuhalten: um keinen Spieler zu plagen, ein Geheimnis zu wahren, ist bis jetzt immer noch nicht aufgelöst, wer Dominik auf dem Gewissen hat. Im letzten Umschlag ist ein Kurzgeschichten-artiger Text zu den Geschehnissen die zum Tod führten. Dabei wird erst im allerletzten Wort den Täter beim Namen genannt. Diesen Twist haben wir uns recht spontan einfallen lassen, ich (Nele) habe die Idee auch ziemlich lieb gewonnen.
Was lernt man übers Bauhaus?
Tatsächlich einiges! Marcel Breuers Lebenslauf ist bis auf die Abweichung des Designdiebstahls korrekt, wodurch man ihn ein wenig besser kennenlernt. Zudem werden drei seiner Designs (eines davon eher unbekannt, besonders im Vergleich zum B3) benannt, im Falle des B-21/1 sogar genauer vorgestellt (es ist nur gelogen, dass das Design geklaut war). Diese Abwandlung der Wahrheit, also Marcel Breuers Verwicklung in kriminelle Machenschaften, ist auf der Seite der Spielebox genau definiert und aufgeklärt, um posthumem Rufmord vorzubeugen. Wir haben uns auch enorm auf allgemeine historische Korrektheit gestützt, so waren zum Beispiel die Damenschaften nur im ersten OG des Wohnheims untergebracht und durften nicht einfach so in den Werkstätten arbeiten.
Ästhetik
Die Gestaltung des Spiels lässt sich in zwei Aspekte unterteilen: Corporate und Hinweise. Beides natürlich wunderschön und zeitgemäß gestaltet. Das Corporate Design des Spiels besteht aus drei Farben: Schwarz, Rot und Beige. Farblich reduziert passt dies genau zum Bauhaus, das Beige kann als Off-White verstanden werden, wodurch auch die Farben der zwei Jahre später eingeführten Flagge des Dritten Reichs aufgegriffen werden. Für Fließtexte und Zwischenüberschriften haben wir die Akzidenz Grotesk verwendet, welche es tatsächlich schon damals gab. Dabei haben wir mit den Schriftschnitten Regular, Bold, Super und Light Italic gearbeitet. Für die Titel auf dem Dialogheft-Cover und der Spielebox haben wir die Rightous benutzt. Eine Font, die dem BAUHAUS-Schriftzug sehr ähnelt. Das verdeutlicht auch für Personen, die sich nicht so gut mit dem Bauhaus und der zeitgenössischen Gestaltung auskennen, den Zusammenhang zur historischen Institution. Reduziert und frei von unnötiger Ornamenation entspricht unser Design genau dem, wofür das Bauhaus steht.
Die Gestaltungselemente sind eine Betontreppe auf den Heftcovern, welche aus geometrischen Formen aufgebaut ist (in Shapr3D erstellt von Nele), einer roten Linie die sich die Treppe herauf bewegt (wie ein roter Faden, der an ein Crimeboard erinnert und sich quasi hoch zu Dominiks Atelier zieht) und einer Hintergrundstruktur wie Leinen oder raues Papier. Diese Struktur schmückt die Flächen der Spielebox, der Briefumschläge und der Rollenhefte. Wo viel Text zu finden ist, ist ein ähnlich beiger Hintergrund als plane Fläche. Den Deckel der Spielebox ziert eine Gestaltung, die die Front des Prellerhauses mit den Balkonen der Wohnheim-Zimmer zeigt, auf diesen Balkonen sind die acht spielbaren Figuren gezeichnet wiederzufinden: Wiktoria, Kitti und Carla auf den Balkonen ihrer Zimmer. Marcel, Josephine und Erich, die nicht im Prellerhaus leben, sind auf andere Balkone verteilt, ebenso wie Franz und Otto, deren Zimmer auf der entgegengesetzten Seite des Gebäudes waren. Dominiks Balkon ist leer.
Zum Design der nicht corporate-orientierten Inhalte (alles in den Hinweisumschlägen) haben wir sehr instinktiv oder auch vorlagenbasiert gestaltet. Die Briefe sind immer in Schreibschrift, da damals in Druckschrift zu schreiben untypisch war. Bei Skizzen sind die Zeichnungen (ebenfalls von unseren Gruppenmitgliedern erstellt) auf dickerem Papier mit Hintergrund einer Papierstruktur gedruckt. Hier hatte jede Person die Handschrift einer Figur übernommen: Carla-Ida; Dominik(Schrift und Zeichnung)-Arthur; Wiktoria(Schrift)-Nele; Wiktoria(Zeichnung)-Lina; Erich-Ida. Für die Fotografie haben wir uns am tatsächlichen Bildformat der Leica I orientiert, daher ist das Foto im Umschlag so unproportional klein. Die NSDAP-Hinweise basieren auf tatsächlichen Dokumenten. Im Miro-Board kann man sogar einsehen, dass der Parteiausweis von Dominik ein echter Parteiausweis, ausgestellt in München, ist. Ich (Nele) bin unheimlich stolz auf die Mühe, die auch in die Recherche und die historische Genauigkeit geflossen ist. (Arthur schließt sich diesen Aussagen an.)
Zusammenhang Spielgestaltung und Materielle Gestaltung
(Nele) Ich bin nicht sicher, was das bedeuten soll? Allerdings kann ich sagen, dass wir uns beim Corporate Design bemüht haben, dass es modern ansprechend ist, aber auch in die Zeit des Spiels passt. Die Hinweise wurden wie oben beschrieben sowieso zeitgemäß gestaltet, dieser Punkt ist für mich also abgehakt. Der Zusammenhang zwischen Spiel und Material ist schlüssig, da im Gesprächsfluss explizit auf Dominiks Tasche verwiesen wird (die lieb ich ja!). Es fallen also nicht plötzlich mysteriöse Briefe vom Himmel, die wie ein allwissender Erzähler verraten, dass Dominik mehr wusste, als er zugab. Wir haben Dominik quasi zu einem kleinen Hoarder gemacht, der selbst Monate alte Briefe aufbewahrte.
Auswahl Spielbox Inhalte
Teamarbeit
Individueller Eindruck zur Teamarbeit
Die Teamarbeit in der Gruppe war nicht schlecht aber es gab definitiv einige Herausforderungen.
Nele hat eigentlich direkt zu beginn des Projektes eine Art führende Rolle in unserer Gruppe eingenommen. Sie war einfach unglaublich motiviert und in ihren Aussagen auch sehr direkt, was die Kommunikation und Aufgabenverteilung sehr angenehm machte.
Wir haben uns regelmäßig außerhalb des Kurses telefonisch kontaktiert um gemeinsam unsere Story und die Spielemechanik voran zu treiben. Nele hat dann in der Regel in die Gruppe kommuniziert, welche Aufgaben bis zum nächsten Treffen erledigt werden müssen. Beispielsweise Dialoge Probe lesen, Hinweise gestalten, Lebensläufe schreiben oder Briefe gestalten. Davon hat sich dann jeder etwas herausgepickt und im besten Fall natürlich ordentlich bearbeitet. Die Zusammenarbeit mit Ida hat auch sehr gut geklappt. Sie hat wirklich ein paar banger Figuren rausgehauen und später viel Arbeit in das Design der Box gesteckt.
Entscheidungen haben wir in der Gruppe immer demokratisch getroffen und darüber diskutiert. Die Situation, das eine einzelne Person etwas gegen den Willen der anderen entschied, gab es nicht.
Unseren gesamten Prozess haben wir auf einem geteilten Miro-Board festgehalten. Darauf findet sich das Personenrad, der gesamte Dialog in mehreren Fassungen, diverse Steckbriefe, Clues, Story-Ansätze etc. Da ist wirklich alles, ALLES drauf.
Ich glaube, der Grund für unsere gute und schnelle Arbeit war, dass Nele bereits zum Ende der ersten Kurseinheit einen ganz groben Abriss für eine Story hatte. Den haben wir dann erst mal ein bisschen ausgebaut. Wir haben uns z.B. überlegt wie die Charaktere heißen könnten und wie ungefähr ihre Beziehungen zueinander ist. Erst dann haben wir diese unter einander aufgeteilt und dann hat jeder seine zwei Charaktere weiter ausgearbeitet. Dadurch waren wir schon sehr schnell mit dem grundlegenden Dingen fertig und konnten uns danach direkt auf Dialog und Hinweise fokussieren, anstatt zu rätseln wie genau man 8 verschiedene Figuren in eine kongruente Geschichte verwickelt.
Man muss dabei sagen, dass Nele sehr viel Mühe in den Dialog gesteckt hat und einen Großteil davon geschrieben hat. Manche Abschnitte haben wir auch zusammen geschrieben aber das war auch immer etwas mühselig.
Eine zentrale Herausforderung war es, unsere verschiedenen Aufwandsvorstellungen zu koordinieren. Es fühlte sich schnell so an, als hätte Lina nicht sehr viel Interesse daran auch außerhalb der Kurszeit etwas für das Projekt zu erledigen. Natürlich hat sie sich trotzdem beteiligt, doch es wurde auch klar, dass sie ihr privat Leben außerhalb des Kurses sehr stark priorisiert hat, was dann zu Unruhen und auch zu der ein oder anderen Auseinandersetzung in der Gruppe führte.
~Arthur
Die Erstellung unseres Krimibrunchs sind wir ein wenig anders als vorgegeben angegangen. Der erste Schritt war für uns, eine Personenkonstellation zu erstellen, die klare Zusammenhänge zwischen den Charakteren vorgab. Hier wurde festgelegt, wer mit wem befreundet, in einer Beziehung oder verwandt war. Auch die Einbindung einer echten Person (Marcel Breuer) gefiel uns, um historischen Kontext zu bieten und es nicht nur unter den Studierenden auszumachen. Eine Person mit (mehr oder weniger) Autorität eignet sich auch gut, um das Spiel zu leiten. Anschließend hat sich jedes Gruppenmitglied zwei Figuren ausgesucht. Durch meine kognitive Inkompetenz habe ich nicht verstanden, dass wir acht Figuren INKLUSIVE Opfer brauchen, entsprechend habe ich drei Figuren geschrieben. Tja.
Meine „Forderung“ an die Gruppe war, mich primär um den Dialog zu kümmern, da ich mit Formulierungen und Rechtschreibung sehr penibel bin. Oftmals haben wir auf Miro gemeinsam am Dialog gearbeitet, indem mir beim Schreiben zugeschaut wurde. In Echtzeit konnte man dann Änderungsvorschläge oder Korrekturen einwerfen. Die längste Zeit haben Dialog und Hinweise gebraucht. Währenddessen hat sich durch Einfälle die Storyline immer noch ein wenig geändert. Auf dem Miro-Board entstanden parallel die Drei-Akt-Gliederung, die Fakten-Behauptungs-Timeline (um die Aussagen der Spielis besser zeitlich zu verorten), sowie alle weiteren Hilfen zur Storybildung (Personenrad, Raumplan, Sitzordnung...)
Nachdem die grundlegende Story samt Dialog grob stand, ging es an die wichtigen Aufgaben: Probelesen, Hinweise gestalten, Probelesen, Druckdateien vorbereiten, Design planen, Probelesen, Text für Dialoghefte formatieren (habe ich schon Probelesen erwähnt?)… Ich hab jetzt einen Knacks weg, so oft wie ich diese verdammten Dialoge wieder und wieder gelesen habe. Dazu wurde es ein mal von einer KI geprüft und zwei mal von Arthur, Ida und Lina.
Ich habe mich innerhalb der Gruppe ziemlich herrisch aufgeführt, indem ich zu Besprechungen aufgerufen und die To-Dos aufgelistet habe, das hat den Flow der Arbeit stetig vorangetrieben. Mir war immer wichtig zu betonen, dass man mich unterbrechen/umlenken soll, wenn ich mich verrenne. (siehe Arthurs Text, sonst wäre alles doppelt gemoppelt)
Lang lebe Demokratie, denn wir haben über ALLES abgestimmt: Formatierung von Stichpunkten, welche Formulierung besser klingt, welche Treppe auf das Cover soll (einfach weils geil aussah). Vielleicht haben wir über manche Banalitäten ein paar Minuten zu lange diskutiert, aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht, alles bis ins Detail zu besprechen.
Zur Gruppendynamik: Mit Ida und Arthur war die Zusammenarbeit immer extrem angenehm. Die Kommunikation lief flüssig, es wurde immer reichlich Senf dazu gegeben und Aufgaben wurden eigenständig benannt und übernommen, sowie ordentlich erledigt. Zu den Besprechungen waren sie immer vorbereitet, pünktlich und motiviert. Mit Lina war die Zusammenarbeit durchwachsener. Ich habe zwei Mal versucht, das mit ihr zu klären, hat jedoch semi-effizient funktioniert. Entsprechend sehe ich jetzt keine andere Weise, da drum herum zu reden. Die Motivation hat gefehlt, Besprechungen durchzuziehen und außerhalb der Kurse die Überstunden zu schieben. Zu den Besprechungsterminen (wenn spontan beschlossen) war Lina zu spät oder abwesend, oder auch unvorbereitet. Nachdem wir die erste Auseinandersetzung hatten, lief es eine Weile sehr gut, geriet jedoch auf den letzten Metern wieder in Schieflage. Der Überblick fehlte, Nachrichten wurden entweder nur überflogen oder gar nicht erst gelesen, das allgemeine Mindset wirkte halbherzig und unmotiviert, da ihr Aufgaben erst zugewiesen werden mussten. Von der abweichenden Arbeitsbereitschaft bin ich leider enttäuscht.
~Nele
Für uns stand quasi von Anfang an fest, das wir eine Gruppe bilden wollten und Nele hatte auch recht schnell einen Grobe Abriss der Story im Kopf. Sie hat von Anfang an die Führung der Gruppe übernommen, was wahrscheinlich auch der Grund für unser schnelles Vorankommen war. Sie strahlte eine starke Motivation für die Aufgabe aus, die ich zu Anfang auch noch teilte.
Zu Anfang haben wir viel im Kurs besprochen, erst ein Figma Board, später dann ein Miro Board angelegt, auf dem alles Krimi relevante abgelegt wurde. Auch eine Whatsapp Gruppe wurde erstellt, in der wir alles besprochen und auch Telefonate geführt haben. Nele hat sich voller Eifer an das Schreiben des Dialoges gesetzt, einiges alleine verfasst einiges in Konferenz mit uns allen. Wir haben oft außerhalb des Kurses telefoniert, wobei ich gemerkt habe, das der Arbeitsaufwand deutlich höher ist, als zu erst gedacht. Ab da hat sich mein Fokus verschoben und ich habe mich auf mein Großprojekt konzentriert. Das hat zu Reibereien innerhalb der Gruppe geführt, die wir versucht haben in einem Gespräch zu klären. Ich hätte meine Prioritäten von Anfang an offen legen müssen, das hätte sicher einiges an Unruhe verhindert.
Danach empfand ich zu Zusammenarbeit als angenehmer, Ida hat sich viel um das Design der Box gekümmert und Entscheidungen beispielsweise über die Farbpalette wurden mit allen in der Gruppe besprochen und dann auch gemeinsam getroffen.
Die zentrale Herausforderung bestand wirklich in der Koordination unsere unterschiedlichen Prioritäten. Dabei standen vor allem Nele und ich in starkem Kontrast zueinander, sie war hochmotiviert für das Projekt, ich habe mein Großprojekt priorisiert. Auch wenn meine Motivation eher beim Großprojekt lag, kam es vor, dass ich mich in der Gruppe nicht immer gesehen oder verstanden gefühlt habe. Das hätte man sicher besser absprechen können, um Problemen innerhalb der Gruppe vorzubeugen.
Ich nehme daraus mit das man mit Menschen mit denen man befreundet ist nicht automatisch gut zusammenarbeitet, und das auch gar nicht muss. Das weis ich für die nächste Gruppenarbeit, genau wie das vorabklären der Prioritäten.
~Lina
Meiner Meinung nach hat die Aufgabenverteilung und Orga besonders zum Anfang des Projektes sehr gut funktioniert, was vor allem auf Neles starke Motivation zurückzuführen ist. Wir haben sehr schnell eine Struktur aus Calls, Absprache und Eigeninitiative gefunden die uns wirklich geholfen hat die Zeit optimal zu nutzen und nicht zu viel zu prokrastinieren. Der Arbeitsaufwand war nie komplett gleich bei allen Mitgliedern der Gruppe, da z.B. der gesamte Dialog aufgrund von besserer Kontinuität in der Schreibweise von nur einer Person (Nele) verfasst werden sollte (natürlich mit Input aller anderen) und dieser Aufwand nicht mit den restlichen Aufgaben ausgeglichen werden konnte. Dies war aber abgesprochen und, so wie ich es aufgenommen habe, haben sich erstmal alle mit der Verteilung wohl gefühlt.
In den letzten Wochen hat sich die Stimmung in der Gruppe allerdings etwas verschlechtert. Es gab ein zunehmend größeres Ungleichgewicht im hineingesteckten Aufwand und in der Initiative der Mitglieder, was wiederum die Orga und Verteilung noch negativer beeinflusst hat.
Die Entscheidungsfindung hat so gut wie immer mit allen Mitgliedern stattgefunden. Wir haben natürlich nicht alles zusammen bearbeitet aber es wurde jeder Text und jedes Dokument zur Kontrolle und für Feedback in die Gruppe geschickt oder im Call besprochen. Vor allem bei Nele und Arthur konnte ich immer mit hilfreichen Rückmeldungen und Ideen rechnen.
Einer großer Teil unserer insgesamt elf (meist 2-3 stündigen) Anrufe und auch viel Zeit in den Kursen wurde zum Schreiben, Korrigieren und Probe-Lesen des Dialoges genutzt. Zunächst haben wir anhand der 3-Akt-Struktur und auch selbst angelegten, detailierteren Zeitstrahlen die grobe Abfolge der Ereignisse festgelegt. Die grobe Geschichte wurde bereits in der aller ersten Stunde entwickelt und da wir alle uns so schon viele Gedanken machen konnten, war das ziemlich leicht . Während wir daraus den Dialog verfassten, haben sich auch noch einige Kleinigkeiten im Inhalt und die Reihenfolge leicht verändert, wenn wir merkten, dass etwas keinen Sinn ergibt oder nicht in den Kontext der Situation passt. Für diesen Prozess hat man auch schnell einen guten Rhythmus gefunden und alles lief sehr schnell, stetig und geschmeidig.
Wie schon erwähnt hat der Einstieg ins Projekts bei uns sehr gut geklappt und wir konnten sehr schnell mit der Umsetzung beginnen. Wir hatten den Vorteil, dass wir uns, statt jeweils zwei voneinander unabhängige Charaktere zu entwickeln, zusammen ein Konzept und eine Story überlegt haben in welcher alle Charaktere schon sinnvolle Bezüge zueinander haben und diese dann einfach aufgeteilt haben. Ein negativer Punkt daran war, dass manche dieser Charaktere erst einmal etwas langweilig oder unnötig erschienen, wie z.B. meine beiden, allerdings bin ich sehr stolz darauf aus dieser Vorlage tiefgründige und wichtige Figuren herausgeholt zu haben.
Auch die Kommunikation hat großteilig sehr gut funktioniert und ich habe mich sehr wohl und gesehen gefühlt. Wie bereits angedeutet gab es zum Ende hin ein paar Schwierigkeiten durch einen Abfall der Motivation bei Lina und es kam öfter mal zu kleinen Streitigkeiten innerhalb der Gruppe. Die Kommunikation der Erwartungen was die individuellen Aufgaben, sowie die Anwesenheit bei Treffen zum Drucken usw. angeht, hat nicht funktioniert. Das hat die Gruppendynamik natürlich sehr beeinflusst, aber trotzdem hat alles am Ende funktioniert und mit genug Zeit und Enthusiasmus vom Rest der Gruppe konnten wir die Boxen genau so fertigstellen wie wir es uns vorgestellt haben.
~Ida
Figurenentwicklung
Jeder von uns hat zwei individuelle Figuren für den Plot unseres Spiels geschrieben. Dabei lag der Fokus auf den 4 Charakterdimensionen (Körperliche Merkmale, Psychologische Merkmale, Sozialer und kultureller Hintergrund, Moralische Merkmale), sowie den Wants and Needs—also was ein Charakter will (want) und das, was er aber eigentlich braucht um Erfüllung zu finden(need).
(Nele hat sich übrigens dazu entschieden komplett frei zu drehen, und neben Carla und Otto auch noch unser Mordopfer Dominik geschrieben. Props an der Stelle)
Figurenentwicklung Nele
Carla Wolf
Körperliche Merkmale
Carla ist eine recht unscheinbare, nachhaltige Person. Ihre Kleidung sind entweder abgelegte Kleidungsstücke ihrer „Schwestern“ (die Kinder der Freundin ihrer Mutter, mit denen sie aufwuchs), oder handgefertigte Bekleidung. Ein sparsames Leben spielt bei ihr seit der Krankheit ihrer Mutter eine wichtige Rolle, da die Familienersparnisse nach der Pflegezeit und der Inflation der 1920'er einen tiefen Einschnitt erlebten. Im modernen Kotext wäre sie begeistert von Slow Fashion und Second Hand Stores. Ihre Erscheinung ist im Krimibrunch nicht von Bedeutung, abgesehen davon, dass sie den Herrschaften den Kopf verdrehen konnte.
Psychologische Merkmale
Carla ist neugierig, freundlich und aufrichtig. Wenn sie etwas Unrechtes tut, zeigt sie ehrliche Reue. Sie begegnet ihren Mitmenschen auf Augenhöhe und möchte niemanden verletzen. Als Jugendliche passieren ihr unüberlegte Fehltritte, welche sie geheim hält, um keinen Streit zu provozieren. Sollten ihre Geheimnisse doch heraus kommen, zeigt sie aufrichtig Reue. Ursprünglich wollte ich sie wie eine selbstlose „People-Pleaserin“ beschreiben, aber ihre Aktionen passten nicht dazu. Entsprechend ist sie einfach eine gute Person die manchmal weniger gute Taten vollbringt.
Sozialer und kultureller Hintergrund
Als Kind wohlhabender Eltern ist Carla ohne Geldsorgen aufgewachsen. Die Ehe der Eltern war nicht von liebevollem Umgang geprägt. Im Großen Krieg wurde Carlas Vater an die Front geschickt, wo er drei Jahre später in Kriegsgefangenschaft starb. Carla und ihre Mutter zogen zwei Jahre später mit einer ebenfalls verwitweten Freundin der Mutter und deren zwei Töchtern zusammen. In einem reinen Frauenhaushalt aufwachsend löste sich Carla vom zeitgenössischen Frauenbild und wurde unabhängig, bereit eigene Entscheidungen zu treffen. Während der Krankheit ihrer Mutter setzte Carla aus, um sie zu pflegen, bevor sie 1930 ihr Studium antrat.
Moralische Merkmale
Die Moral von Carla ist noch nicht geformt. Sie handelt sehr typisch für eine junge Erwachsene. Prinzipiell würde Carla gern alles richtig machen, allerdings reflektiert sie manchmal nicht genug, welche Konsequenzen ihre Taten für ihr Umfeld bringen. Ohne böse Intentionen lebt sie ihre Jugend aus und denkt dabei gelegentlich mehr an ihr Vergnügen, als an die Folgen ihres Handelns. Trotz unbedachter und egoistisch wirkender Taten ist sie kein schlechter Mensch, nur eine Jugendliche, die noch in ihre Rolle als erwachsene Frau wachsen muss.
Wants und Needs
Ich denke, Carla weiß selbst noch nicht genau, wohin sie im Leben will. Sie sehnt sich nach einer romantischen Beziehung und ist entsprechend bereit, dafür ihre Freunde zu hintergehen. Ob es sich bei diesem Wunsch auch um ein Need handelt, ist ebenso fraglich. Carla ist die klassische junge Erwachsene, deren Leben durch Studienbeginn und neue Beziehungen vollkommen im Umbruch ist.
Aufgabe in der Geschichte
Als Ex-Affäre des Getöteten liefert sie mehr als nur einer Person ein Mordmotiv: sie ist die verflossene Liebe, Otto und Kitti sind hintergangene Partner. Meist verhält sie sich zurückhaltend oder entschuldigend. Carla ist außerdem die einzige Rolle, die keinen Hinweis-Umschlag öffnen darf, da sie einen signifikanten Redeanteil hat.
Was habe ich gelernt?
Ich tu mich unheimlich schwer mit Wants und Needs… das ist keine Frage, die ich mir je über eine Person gestellt habe. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst auch nicht sicher sagen kann, wohin mich das Leben führen wird, doch mir ist der Gedanke an solche Fragen total fern. Vielleicht spiegelt die Unentschlossenheit von Carla meine eigene wider.
Was hat sich am Charakter seit Beginn verändert?
Wie gesagt, sollte Carla ursprünglich eine weiblich-beeinflusste Empathin und total zurückhaltend sein. Das hätte mit dem Affären-Plot nicht zusammengepasst, abgesehen davon ist auch Kitti eine zarte Seele. Um möglichst viele Persönlichkeiten abzudecken, ist Carla also die klischeehaft planlose, aber gutherzige Person dieser Geschichte.
Otto Dreyfuss
Körperliche Merkmale
Otto ist ein großgewachsener Blondschopf, modebewusst und elegant. Bis auf seine Frisur ist auch seine äußerliche Erscheinung nicht relevant für den Verlauf des Spiels. Um den Spielern trotzdem eine gute Vorstellung seiner Figur zu ermöglichen, ist Otto entsprechend seines Charakters gut gekleidet und elegant frisiert. Dies spiegelt seine feine Art wider.
Psychologische Merkmale
Trotz seines später geschilderten sozialen Hintergrunds ist Otto ein sehr ausgeglichener junger Erwachsener. Er handelt bedacht, bedenkt rational und stürzt sich nicht auf Vermutungen. Im Laufe des Spiels verweist er die anderen immer wieder darauf, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Otto neigt dazu, ohne eigenen Vorteil andere Verdächtige zu decken oder zu entlasten. Er drängt sich nicht in den Vordergrund, aber versteckt sich auch nicht, wenn er konfrontiert wird. Ich würde Otto sehr gern als „Social Butterfly“ beschreiben. Innerhalb der Gruppe gibt es zahlreiche verschiedene Charaktere, vom Hitzkopf bis zur Hochsensiblen kommt er mit allen gut aus. enge Freundschaften pflegt er jedoch zu keinen von ihnen. Zur Party eingeladen ist Otto quasi nur, da seine Freundin mit Dominik befreundet war und kommt trotzdem gut mit allen anderen Gästen klar.
Sozialer und kultureller Hintergrund
Otto ist ein Kind unverheirateter Eltern. Liebe spielte in deren Beziehung keine große Rolle, doch um ihren Stand in der Gesellschaft zu wahren, heirateten sie nach der Geburt ihres einzigen Sohnes. Der Schein der Ehe hinderte Ottos Vater nicht daran, sich anderweitig zu vergnügen. Über mehrere Jahre hinweg tolerierte Ottos Mutter dieses Verhalten, bis sie nach Entdecken der dritten Affäre in nervenzusammenbruch-ähnlichem Zustand zur Waffe griff und den Fehltritten ihres Ehemannes ein Ende setzte. Ohne Vater und mit einer Mutter in Gefangenschaft wurde der damals achtjährige Otto in die Obhut seiner Großeltern gegeben. Als er sich im Alter von zwölf Jahren in seinen besten Freund verliebt und seine Großeltern davon erfuhren, verstießen sie ihn und gaben ihn ins Heim. Die Schwierigkeiten in seinem familiären Umfeld sorgten dafür, dass er die Schule vernachlässigte und ein Schuljahr wiederholen musste. Otto versuchte danach, seine Homosexualität zu unterdrücken und überlegt sogar zeitweise, der NSDAP beizutreten, in der Hoffnung, „geheilt“ zu werden. (NSDAP-Beitritt Story-Irrelevant. Nur um zu verdeutlichen, wie sehr er in Sozialnormen passen will) Ab 1930 studierte er am Bauhaus.
Moralische Merkmale
Ottos Gefühl für Moral ist sehr ausgeprägt. Zwar verletzte er Carla, indem er eine Beziehung zu ihr führte, ohne romantische Gefühle zu hegen, jedoch war dies mehr um sich zu schützen und zu tarnen, als um zu täuschen. Er hatte nie Konflikte mit Kommilitonen und war auch unter Mordverdacht nicht gewillt, jemanden falsch zu beschuldigen um den Verdacht von sich zu lenken. Stattdessen gab er Erich und Josephine sogar ein Alibi, da er überzeugt von deren Unschuld war. Auch Franz wollte er nicht ohne Beweise verdächtigen, trotz deren gemeinsamen Geheimnisses.
Wants und Needs
Was Otto wirklich braucht, ist Stabilität. Diese versucht er zu erlangen, indem er sich anpasst. Seine Wünsche sind entsprechend eine Beziehung zu einer Frau, um seine wahre Sexualität zu verheimlichen, sowie die Nähe zu jemandem, zu dem er sich tatsächlich hingezogen fühlt.
Aufgabe in der Geschichte
Zusammen mit Marcel Breuer hat Otto die Funktion, Ordnung in der Gruppe zu wahren. Er beteiligt sich nicht an Schuldzuweisungen und ist immer bedacht, sich auf Fakten und Beweise zu stützen. Allgemein haben alle Figuren einen mehr oder weniger guten Grund, Dominik etwas getan zu haben, daher hat jede Figur ihre Daseinsberechtigung.
Was habe ich gelernt?
Als cis-heterosexuelle Frau in der heutigen Zeit eine schwule Person vor fast 100 Jahren zu schaffen, erfordert eine gewisse Feinfühligkeit. Ich hoffe natürlich, dieser gerecht geworden zu sein. Unprofessionell formuliert habe ich bei der Figurenerstellung quasi imaginäre Freunde beschrieben. Mein Fokus lag also auf Dingen, die mich an meinen Freunden interessieren würden, anstatt über „Wants und Needs“ nachzudenken, wenn diese nicht wie bei Otto offensichtlich wären.
Was hat sich am Charakter seit Beginn verändert?
Otto selbst hat sich eigentlich gar nicht verändert. Dass er als Red Herring den hintergangenen Partner spielen sollte, den die sexuelle Affäre in Wahrheit kaum weniger kränken könnte, stand schon in der ersten Personenkonstellation fest. Die einzige Änderung war eine tatsächliche romantische Beziehung für ihn (wenn auch sehr flüchtig), was die Vernetzungen unter den Charakteren komplexer gestaltete und mehr Hinweise bot.
Dominik Fassbänder
Körperliche Merkmale
Dominik war ein attraktiver junger Mann, der bei Frauen gut ankam. Seine Haare waren blond (für Red Herring bei Hinweis 5), ansonsten spielt sein Äußeres keine Rolle, da er als Opfer optisch nicht weiter beschrieben werden muss. Sein Tod war durch einen betäubenden Schlag auf den Hinterkopf (daher Platzwunde) und anschließende Strangulation mit einem Lampenkabel.
Psychologische Merkmale
Man kann ihn nicht klar einordnen. Einerseits war er ziemlich egoistisch: er hatte eine Affäre, raubte Wiktorias Ideen, erpresste Erich und schreckte auch vor Hänseleien nicht zurück. Andererseits konnte er auch sehr liebenswürdig sein: er war zu den Frauen individuell respektvoll und konnte (auch platonische) Zuneigung zeigen (siehe Hilfe in Werkstätten, Trost für Carla; dass er auch Mist gebaut hat hab ich trotzdem im Kopf). Entsprechend war er nicht sexistisch und konnte sich auch aufrichtig entschuldigen. Ob er zwei Seiten hatte, oder er die Leute nur sehr charmant um den Finger wickeln konnte, darf jeder selbst entscheiden.
Sozialer und kultureller Hintergrund
(einige Informationen tauchen im Spiel nicht auf, da sie geheim sind; Verweis auf Miro-Board)
Dominik wuchs in gehobenen gesellschaftlichen Verhältnissen auf. Seine Mutter kümmerte sich als Hausfrau um ihn und seine zwei Schwestern, während sein Vater als Kolonialhändler in Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika tätig war. Daher war die finanzielle Situation der Familie schon früh abgesichert. Wo die Geldprobleme fehlten, waren familiäre Probleme, die vom Vater als Familienoberhaupt natürlich im Keim erstickt werden mussten. So wurde der damals fünfjährige Dominik von seinem Vater verprügelt, weil er sich mit einem ausländischen Nachbarskind anfreundete. Dominiks Vater erzog ihn auch die folgenden Jahre dazu, ausländische Personen als minderwertig zu betrachten. Im Laufe des Großen Krieges gab es Schwierigkeiten, weiterhin Güter aus den afrikanischen Kolonien ins Deutsche Reich zu transportieren. Direkt nach Ende des Großen Krieges wurden maximale Auslastungen der handelsrouten in die Wege geleitet, da Dominiks Vater ahnte, wie es um seine Koloniegebiete stand. Dies sorgte für massiven Reichtum für Familie Fassbänder, bevor die Koloniegebiete tatsächlich entzogen wurden. Der Verlust der Gebiete sendete Dominiks Vater in eine Abwärtsspirale aus Hass und Verbitterung. Bei der Neuaufstellung der NSDAP 1925 trat er ihr mit Dominik im Schlepptau bei. Zu seinem 18. Geburtstag bekam Dominik Kolonialschätze seines Vaters, um mit einer finanziellen Absicherung ins Leben zu starten. Nach zwei Jahren treuer Mitgliedschaft in der NSDAP wurde Dominik als Teil eines geheimen Spitzelprogramms, welches potentiell parteigegnerische Institutionen im Blick behalten sollte. Im Rahmen dieser Mission begann er 1928 sein Studium am Bauhaus. 1930 lernte er die Studienbewerberin Carla Wolf kennen, mit welcher er sich auf eine lockere Affäre einließ. Nach dem Ende dieses Techtelmechtels kam er mit Kitti Möller zusammen, zu welcher er eine feste Beziehung pflegte (außer zwei Fehltritten mit Carla).
Moralische Merkmale
Er definiert Moral sehr locker, idealerweise zu seinem Vorteil. Zahlreiche Figuren des Krimibrunchs wurden von ihm hintergangen/wurden fast entblößt. Mit Erich erlaubte er sich, das finanzielle Machtgefälle der beiden auszunutzen, über Franz machte er sich volltrunken lustig. Kitti als treue Partnerin hinterging er, von Wiktoria stahl er eine Idee, auch wenn er sich hierfür später entschuldigte und ein guter Freund wurde. In einer Grauzone finde ich Josephine, Marcel und Otto wieder, da er Otto (im Gegensatz zu Carla) keine Treue schuldig ist. Marcel hat wirklich Scheiße gebaut (Verzeihung für dieses Wording), ich hätte ihn auch verraten wollen. Allerdings hängt da ein riesiger Rattenschwanz an Konsequenzen hintendran, als Karma betrachtet hätte das seine Strafe für den Ideenraub an Wiktoria sein können. Hauptsache Dominik geht's gut, war seine Devise. Zu Josephine: er war wirklich unverschämt gegenüber Erich, allerdings hat er Josephine nie Unrecht getan. Wäre deren geschwisterliche Bindung nicht so eng, würde Josephine außerhalb der Grauzone liegen, nämlich bei (geniale Überleitung) Carla. Sie ist die einzige, die nie vom verkorksten Moralempfinden von Dominik betroffen war. Sie hatten eine Affäre, die im Guten auseinanderging, er tröstete sie nach Streitigkeiten mit Otto und war immer für sie da. (Wären die beiden durchgebrannt und von Bauhaus und NSDAP abgehauen, wäre jetzt vielleicht alles Friede, Freude, Eierkuchen.)
Wants und Needs
Wants to live, Needs to die. anders würde die Geschichte nicht existieren. Und im Ernst: Dominiks ursprüngliches Want wäre, seinen Vater zufrieden zu stellen, da er die Konsequenzen vom Ärger seines Vaters schon seit Kindheitstagen kennt. Das neue Want fernab seines früheren Ichs ist, neue Dinge kennenzulernen. Er ist nicht mehr wirklich auf geheimer Mission für die Parteipläne, sondern eher auf geheimer Selbstfindungsmission. Er lernt, dass Ausländer sich nicht von Deutschen unterscheiden (siehe Wiktoria und Marcel, mit welchen er ein überwiegend sehr gutes Verhältnis hat), ihm das Studium am Bauhaus sehr liegt und dass vielleicht sein Weg einen anderen als die Mitgliedschaft in der NSDAP vorsieht. Das Need wäre hier ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben ohne ideologische oder gewaltbeeinflusste Führung.
Aufgabe in der Geschichte
Alle Tatverdächtigen zusammenholen. Ohne ihn gäbe es kein Mord, deshalb brauchen wir Dominik!
Was habe ich gelernt?
Wir konnten seine Story gar nicht offenlegen, da sonst ein Mordmotiv ganz offensichtlich wäre. Find ich total schade da in meinem Kopf Dominik eine super ausgeschmückte, widersprüchliche Person war. Obwohl er viel Mist gebaut hat, lag er mir am Herzen. Es kommt vielleicht auch nicht zureichend herüber, dass er eigentlich viel besser sein sollte, als seine Handlungen ihn aussehen lassen (ganz genau genommen hat er exakt drei Leuten bewusst Unrecht getan, selbst da könnte man es gegebenenfalls durch Übermut und Leichtsinn begründen). Mein Kopf bekommt nicht zusammen, was ich sagen will, deswegen brabbele ich hier nur Entschuldigungen für einen Nazi zusammen? Hilfe. Jedenfalls hat er sich trotz seiner politischen Zugehörigkeit nie bewusst abfällig über Frauen, Ausländer oder Homosexualität geäußert. Die Situation im Auflösungstext ist auf Alkohol zurückzuführen, aufgrund der engen Freundschaft zwischen ihm und Franz dachte Dominik vermutlich, diesen Scherz könne er sich erlauben. (Das war selbstverständlich Belästigung und verhöhnend, sowas ist ohne Konsens nie in Ordnung!) Ich hoffe, mein Punkt kommt irgendwie rüber :,)
Was hat sich am Charakter seit Beginn verändert?
Eigentlich sollte er mit gefühlt allen Damen involviert sein (entweder versucht oder tatsächlich), und ob sein Design, veröffentlicht unter Marcels Namen, ein Deal oder Diebstahl gewesen ist, war zu Beginn unklar. Dass die angespannte politische Situation mit in die Geschichte einfließen soll, stand von Anfang an fest, auch, dass wir keinen „Vorzeige-Nationalsozialisten“ basteln wollten. Echte Menschen haben Ecken und Kanten, in jedem Guten ist etwas Böses und in jedem Bösen ist etwas Gutes.
Figurenentwicklung Lina
Wiktoria Ivanovka
Körperliche Merkmale
Wiktoria Ivanovka ist eine in Russland aufgewachsene junge Frau aus der gehobenen Mittelschicht. Sie kleidet sich vorzugsweise in dunklen Farben und legt Wert auf einen eleganten Stil. Dazu gehören beispielsweise Blusen, Anzughosen und hohe Schuhe. Ihre Eltern sind bekannte Ingenieure in Russland, weswegen sie einen gehobenen Lebensstandart gewohnt ist, den sie durch das Tragen von reichlich Schmuck und Pelz zum Ausdruckt bringt. Der Zeit entsprechend trägt sie oft ein dramatisches Make Up und weitere Accessoires, die ihr schmeicheln. Sie ist sich darüber bewusst, wie sie sich am besten in Scene setzt und macht das auch, aber ohne dabei arrogant zu sein.
Psychologische Merkmale
Wiktoria ist in einem behüteten und liebevollen Umfeld aufgewachsen und hat schon früh die Vorzüge des gehobenen Mittelstandes gelebt. Dabei war es ihren Eltern jedoch sehr wichtig sie mit liebevoller Strenge zu erziehen und ihr die Grundsätze von richtig und falsch mit auf den Weg zu geben. Trotz ihres privilegierten Aufwachsens ist sie deshalb nicht arrogant oder herablassend gegenüber anderen. Sie ist sehr loyal ihren Liebsten gegenüber und kann, unter Umständen, aber auch sehr emotional reagieren, wenn man ihr oder engen Angehörigen Unrecht tut. Wiktoria wurde zu einer stolzen und selbstbewussten jungen Frau erzogen, die schon früh eine starke weibliche Vorbildrolle in ihrer Mutter gefunden hat. Und auch wenn sie zu weilen sehr emotional auf Unrecht reagiert, ist sie kein Mensch der nachtragend ist. Entschuldigt man sich ernsthaft und aufrichtig bei ihr, gibt sie Menschen auch eine zweite Chance.
Sozialer und kultureller Hintergrund
Ihre Kindheit und Jugend verbrachte Wiktoria in der liebevollen Obhut ihrer Eltern, die sie schon früh auf das Leben vorbereiteten, das sie erwartete. Sie lernte das es Menschen gibt mit viel Geld und Menschen mit weniger und das das keine Bedeutung hatte, wenn sie einen guten Charakter bewiesen. Natürlich wurden ihr auch die Privilegien einer Ingenieursfamilie zu Teil, indem man schon früh ihr Talent für Sprachen entdeckte und förderte. das ist auch der Grund, warum sie in der Lage war, so jung nach Deutschland zu kommen zum Studieren. Doch auch sie war vom dem Druck der Kreise in denen ihre Eltern verkehrten nicht frei. So kam sie schon früh in den Kontakt mit den Schönheitsidealen dieser Zeit und orientierte sich an ihnen. Dies war eins der Dinge, die sie mit nach Deutschland brachte und die ihr auch einiges an Spott und Hohn ihrer Mitstudierenden einbrachte. Sie lernte früh wie sich Ausgrenzung anfühlte aber sie trug ihre Herkunft immer mit Stolz und Achtung.
Moralische Merkmale
Schon früh lernte Wiktoria was richtig und was falsch war. Sie genoss eine exzellente schulische Ausbildung und wurde gleichzeitig mit der liebevollen Strenge ihrer Eltern erzogen. In ihrer Mutter fand sie ein starkes weibliches Idol, dem sie nacheiferte und einen Ehrgeiz entwickelte, der sie schließlich zu einem Studium in einem fremden Land bewegte. Sie wollte beweisen, dass auch Frauen erfolgreich studieren konnten und ihrer Familie etwas zurück geben. Dabei handelte sie immer zielorientiert aber nie rücksichtslos. Ihre Eltern hatten den Grundstein für ein gutes Werteverständnis gelegt, dem sie folgte. Nie traf sie eine Entscheidung aus reinem Eigennutz oder auf die Kosten eines anderen. Gleichzeitig verabscheute sie jede Form dieses Handelns, sei es aus Eigennutz oder im Kalkül. Erfuhr sie das man ihr oder ihren Liebsten ein Unrecht getan hatte, reagierte sie oft emotional und abweisend. Entschuldigte man sich jedoch bei ihr aufrichtig, war sie kein Mensch der lange nachtragend war, sondern vergab auch zweite Chancen, jeder Mensch hätte das verdient.
Wants
Wiktoria möchte Erfolgt. Sie hat ihn von ihren Eltern, besonders von ihrer Mutter, vorgelebt bekommen und möchte dem nacheifern. Sie möchte Anerkennung als Frau für ihre Arbeit und ihr Schaffen, dafür geht sie auch unkonventionelle Wege und knüpft unkonventionelle Bündnisse. Sie hat in Deutschland auf Grund ihrer Herkunft Ausgrenzung erlebt, Spott und Hohn und ein Teil von ihr zieht daraus die Kraft nur noch besser werden zu wollen.
Needs
Tief in ihrem Inneren sehnt sich Wiktoria nach Anerkennung, Anerkennung als Frau und als Ausländerin. Gleichzeitig hat sie ein Starkes Bedürfnis nach Sicherheit und Frieden, denn auch sie spürt, das etwas bevorsteht in Deutschland. Sie möchte als Frau ernstgenommen werden und in Ruhe studieren und später arbeiten um erfolgreich zu werden. Sie möchte gesehen und geschätzt werden.
Aufgabe in der Geschichte
Wiktoria ist immer an Kittis Seite und ihre moralische Unterstützung. Zudem hat sie auch ein Motiv den Mord begangen zu haben, das sie versucht zu verheimlichen, da es für sie sehr gefährlich werden könnte, des Mordes beschuldigt zu werden. Sie ist eine Starke weibliche Figur, die scharfsinnig beobachtet.
Was habe ich gelernt?
Mir war von Anfang an klar, das ich einen Charakter scheiben möchte den man als „Diva“ beschreiben kann, einfach aus dem Grund das ich selbst solche Charaktere mit Vorliebe spiele. dabei war es grundsätzlich egal, ob Männlich oder weiblich. Auf Grund der Plotidee, ein verworrenes Studentendrama zu erschaffen, viel die Wahl auf eine starke weibliche Person, die sich in der damaligen Zeit beweisen wollte. Das kohärent in eine Person zu stecken war nicht immer leicht. Für die Story und für die Vielfalt, wollten wir mindestens einen Charakter mir ausländischen Wuzeln um auch die Spannung der kommenden Nazi-Herrschaft aufzubauen. Es erfordert einiges an Feingefühl und Sensibilität das richtige Maß an Spannung zwischen zwei Charakteren aufzubauen, vor allem wenn man nur einen der beiden selber schreibt. Wir durften nicht zu viel verraten, mussten aber gleichzeitig genug Hints streuen, das eine eindeutige Richtung erkennbar war. Ich bin der Meinung, dass haben wir gut gelöst und auch gut innerhalb des Krimibrunchs eingeordnet.
Was hat sich am Charakter seit Beginn verändert?
Da ich schon zu Anfang ein ziemlich genaues Bild hatte, wie der Charakter Wiktoria aussehen sollte, haben sich im Laufe des Schreibens nur noch Dinge addiert. man hat versucht den Charakter möglichst nahbar und authentisch zu halten, um den Spielenden einen guten Einstieg zu ermöglichen und nicht von Vornherein Antipartien zu stiften. Später kam Ecken und Kanten hinzu, Dinge die einen Menschen ausmachen und auch nahbar wirken lassen. Demnach würde ich sagen kam nur immer mehr dazu, um einen runden, tiefgängigen Charakter zu erschaffen.
diva???
Katharina Möller
Körperliche Merkmale
Katharina Möller, von ihren Freunden nur Kitti gegennt, ist eine junge Frau aus der Arbeiterschicht. Sie ist äußerst hübsch und weiß es, sich dementsprechend zu kleiden. Sie bevorzugt helle Farben, Röcke und Blusen, was ihr einen sehr femininen Look gibt, der genau ihren Charakter widerspiegelt. Zudem trägt sie gerne Haarbänder oder Halstücher, wie es zu der Zeit in Mode war. Wenn sie Make Up trägt, dann nur sehr dezent, um ihre natürliche Schönheit zu unterstreichen. Sie ist ein sehr offener, positiver Mensch und strahlt das auch immer nach außen. Auch wenn ihre Aufwachsen teilweise hart war, behielt sie sich immer ihre kindliche Leichtigkeit und das Positive.
Psychologische Merkmale
Kitti ist eine emphathische, aufgeweckte junge Frau, die immer das Positive in Menschen sieht und keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte. Durch ihre Erziehung ist sie immer hilfsbereit und zuvorkommend und versucht es jedem angenehm zu machen. Dadurch hat sie aber auch einen leichten Hang zur Naivität und ist zeitweise etwas gutgläubige. Das wird oft als ihre Schwäche angesehen, aber Zugang zu seinem Emotionen zu haben und immer einen positiven Blick zu behalten, ist nie eine Schwäche. Bricht man jedoch ihr Vertrauen, reagiert sie schwer emotional und kann oft nicht verstehen, wie man sie so hintergehen konnte. Dies rührt daher das sie selbst nie aus Kalkül handelt, und deshalb auch nicht nachvollziehen kann, wieso es andere tun.
Sozialer und Kultureller Hintergrund
Geboren im Kaiserreich Österreich und aufgewachsen als Kind von Arbeitern in Deutschland. Kittis Kindheit und Jugend waren geprägt von Verlusten und Hürden die es zu überwinden galt. So starb ihre Mutter nach langer Krankheit als sie gerade einmal drei Jahre alt war und mit fünf folgte der Umzug nach Deutschland, weil ihr Vater eine neue Frau kennengelernt hatte. Ein Jahr später folgte die Hochzeit und Kitti und ihr Vater Namen den Nachnamen Möller an, in der Hoffnung sich in Deutschland besser integrieren zu können. Ihre neue Mutter empfang Kitti als wäre sie ihre zweite Tochter und auch ihre Stiefschwester schloss sie schnell ins Herz. So wuchs sie weiterhin in einem liebevollen Elternhaus auf, was jedoch nicht immer leicht war. Ihr Vater arbeitete als Schuhmacher, um die Familie zu ernähren und ließ in Kitti den Wunsch keimen, etwas aus sich zu machen und dieser Familie, ihrer Familie, etwas zurück zugeben.
Moralischer Merkmale
Kitti ist eine Romantikerin durch und durch, sie sieht immer das positive in Menschen, hat aber auch einen leichten Hang zu Naivität. Deshalb ist sie umso entsetzter, wenn jemand ihr Vertrauen missbraucht oder sie hintergeht. Sie handelt nicht aus Kalkül oder Berechnung, sie ist reinen Herzens und immer ehrlich. Zudem hat sie ein sehr starkes Verständnis von Ungerechtigkeit und versucht immer dagegen zu handeln, immer mit dem Bedürfnis alle zufriedenzustellen. Nie würde sie eigennützig oder gar verletzend gegenüber anderen Personen agieren, nur um ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Deshalb kann sie es auch nicht verstehe, wenn andere so handeln.
Wants
Kitti ist sehnt sich nach einem Happy End, nach Liebe und Glück, nach einem Mann an ihrer Seite, ganz nach dem Vorbild ihres Vaters. Gleichzeitig möchte sie ihrer liebevollen Familie etwas zurückgeben und etwas aus sich machen. Unter diesem teilweise recht oberflächlichen Wünschen liegt tiefer verborgen das Bedürfnis nach Sicherheit, Geborgenheit und Stabilität. Ihre Kindheit war geprägt durch den Verlust ihrer Mutter und den Umzug nach Deutschland, raus aus ihrer gewohnten Umgebung in eine neues Land. Und auch wenn die neue Frau ihres Vaters sie mit offenen Armen aufnahm, blieb das Gefühl der Unsicherheit.
Needs
Schon Kittis Wünsche geben einen Einblick darin, wonach sie sich wirklich sehnt, und das ist Sicherheit und Geborgenheit. Sie hat in ihrer Kindheit und Jugend viel Verlust erlitten, aber auch Geborgenheit gespürt und nach genau dieser sehnt sie sich noch immer. unter dem Deckmantel eines liebenden Freundes, beschreibt sie den Wunsch nach Sicherheit, Sicherheit vor Verlust und Schmerz und einem Gefühl von endlich ankommen.
Aufgabe in der Geschichte
Kitti ist die feste Freundin von Dominik Fassbänder und im Verlauf des Krimibrunchs ausschlaggebend für die Aufdeckung von Dominiks Fehlverhalten. Man sympathisiert mit ihr durch den Betrug von Dominik und Carla und baute eine emotionale Nähe zu ihr auf. Dies lässt das Mordopfer schlechter dastehen und wirft mögliche Motive auf. Sie ist der emotionale Pol des Geschehens und in gewisser Weise das Gegenstück zu Wiktoria, da sie eine ähnliche Vergangenheit teilen, sowie Ängste und Unsicherheiten. Nach der Bekanntgabe ihrer ausländischen Wuzeln ist ein Shift im Verlauf der Geschichte zu spüren, die einen Hinweis auf das Ende gibt.
Hat sich der Charakter im Prozess verändert?
Ich würde sagen ja. Ich wollte von Beginn an zwei Figuren schreiben die wie die zwei Seiten einer Münze verstanden werden können. Wiktoria und Katharina haben ähnliche Vorgeschichten, beide sind nicht in Deutschland geboren und haben Anfeindungen erlebt. Während Wiktoria meistens darübersteht und stolz auf ihre Herkunft ist, hängt Kitti ihre Geschichte nie an die große Glocke, aus Angst vor Ausschließung und Spott. Wiktoria akzeptiert das und wirkt Teilweise wie ein Schutzschild für ihre beste Freundin. Diese Dynamik war natürlich nicht absehbar, sondern hat sich erst im Prozess ergeben, auch wenn mir das sehr gelegen kam und ich ohnehin in diese Richtung gehen wollte. Kitti ist genauso vielschichtig wie Wiktoria, auch wenn das auf den ersten Blick nicht erkennbar scheint. Wiktoria scheint die geheimnisvolle der beiden zu sein, dabei ist es Kitti, die ihre Geheimnisse akribisch hütet, ganz im Gegensatz zu ihrer offenen, liebevollen Art.
Was habe ich gelernt?
Ich habe gelernt das eine Figur oberflächlich recht eindimensional wirken kann, das aber oft täuscht und sich in ihrem inneren Prozesse abspielen die erst auf den zweiten Blick erkennbar sind. So kann ein Charakter nach Außen offen und unbeschwert wirken, tief im inneren aber Ängste und Wünsche haben, von denen niemand etwas ahnt. Das war der Fall bei Katharina. Sie ist eine aufgeschlossene junge, verträumte Frau die von einigen als naiv wahrgenommen wird, dabei liegt ihre Vergangenheit lange im Dunkeln und erst nach ihrer Enthüllung bekommt man einen tieferen Einblick in ihre durchaus komplexe Gefühlswelt. Das musste sich erst entwickeln und hat einige Änderungen bedarf. Insgesamt kann ich sagen, das auch das Schreiben von Kitti sehr viel Spaß gemacht hat und sie weitaus komplexer geworden ist, als zu erst absehbar war.
Figurenentwicklung Arthur
Franz Dewitz
Körperliche Merkmale
Franz Dewitz ist ein junger Mann der in seinem äußeren Erscheinungsbild stets nach Eleganz, Ordnung und vor allem gesellschaftlichen Status im Jahre 1931 strebt. Seine blonden Haare trägt er in einem sauber gezogenen Seitenscheitel. Er trägt eine charakteristische, runde Brille mit dunkler Fassung, die ihm eine intelligente aber auch unnahbare Ausstrahlung verleiht. Franz legt viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres und trägt oft betont teure Kleidung, um seine Zugehörigkeit zur gehobenen Oberschicht darzustellen
Psychologische Merkmale
Im Alltag wirkt Franz auf den ersten Blick wie eine eher ruhige und gesittete Person. Durch Interaktion kommt jedoch geschwind seine aufbrausende und leicht reizbare Persönlichkeit zum Vorschein. Seine Intelligenz und Wortgewandtheit nutzt er als gezielte Waffe in Diskussionen, in denen es ihm oft eher um das Siegen als um den Austausch von Argumenten geht. Dabei schreckt er auch nicht davor zurück, seinen Standpunkt mit Autoritätsargumenten zu untermauern, die auf überzogenerer Lebenserfahrung beruhen. Verlieren oder zurückstecken kann er sehr schlecht und wirft lieber einen bissigen Kommentar hinterher, als sich eine Niederlage einzugestehen.
Hinter seiner Fassade von Perfektion steht jedoch familiärer Druck und ein tiefer inneren Zwiespalt. Seine größte Angst stellen Misserfolg und Versagen dar, schließlich will er die hohen Erwartungen seiner Eltern keineswegs enttäuschen. Dabei ist er sogar gewillt, gegen sein inneres Selbst zu handeln und bezieht seine Motivation aus dem Versprechen eines einfachen, abgesicherten Lebens.
Sozialer und kultureller Hintergrund
Als Teil der gehobenen Oberschicht ist er stark durch die völkisch-konservative Ideologie der Weimarer Republik geprägt. Geboren wurde er am 13.September 1905 im sächsischen Großenhain und wuchs als Sohn eines Bankiers in einer finanziell bestens situierten Familie auf. Sein Vater war außerdem als gewählter Vertreter im sächsischen Landtag tätig, was ihm einen Einzug in den großen Krieg ersparte. Dadurch wurde der Wohlstand und die Kontinuität der Familie bewahrt, gleichzeitig blieb das Leid des Krieges fern vom familiären Leben.
Franz wird 1912 eingeschult und absolviert zwölf Jahre später erfolgreich sein Abitur. Während seiner Schulzeit kommt er im Jahr 1918 einem Schulfreund körperlich näher, wird jedoch von seiner Mutter erwischt, woraufhin sie ihn scharf maßregelt. Aus Sorge vor dem Zorn seines Vaters beschließt Franz, seine Neigung gegenüber Männern zu unterdrücken und sich stattdessen seinem ebenfalls vorhanden Interesse gegenüber Frauen hinzugeben.
Die politische Karriere seines Vaters beginnt ab 1921, Franz’ Lebensweg maßgeblich zu prägen. In diesem Jahr beteiligt er sich aktiv an der Gründung des NSDAP-Gau Sachsens und wird dort anschließendes leitendes Mitglied. 1925 tritt auch Franz der Partei bei und half ab 1926 seinem Vater bei der Parteiorganisation.
Sein Studium am Bauhaus beginnt er im Jahr 1928, jedoch nicht unbedingt aus künstlerischem Interesse.
Moralische Merkmale
Sein Moralkodex ist stark von Autoritätshörigkeit und Prinzipienreiterei, sowie opportunistischer Doppelmoral geprägt. Franz legt viel Wert auf starre Regeln und Vorschriften und geniest es ebenso, diese bei anderen durchzusetzen. Man mag ihn wohl als “Moralapostel“ bezeichnen, so gerne wie er andere über ihr richtiges und falsches Verhalten belehrt.
Während er seinen Mitmenschen Gegenüber als Verfechter von Anstand, Gesetz und Ideologie auftritt, hat er selber keine Hemmungen gegen diese Prinzipien zu handeln. Allein seine sexuelle Orientierung stellt einen Kontrast zu seinen Werten dar. Noch dazu ist Franz’ Moral oft von Opportunismus geprägt. Seine Entscheidungen fällt er vor allem so, dass sie seiner Karriere oder dem Statur seines Familie dienen.
Wants
Franz strebt nach Bequemlichkeit und Einfachheit. Er will ein Leben ohne Komplikationen, ein Leben in denen er sich keine Sorgen machen muss, ein Leben mit einer eigenen Familie, so wie es ihm seine Eltern vorgelebt haben. Seine sexuelle Neigung sieht er dabei als inhärenten Fehler und Hindernis, das es zu überwinden gilt.
Needs
Was Franz wirklich bracht ist die Fähigkeit, sich mit sich selbst kritisch aber auch liebevoller auseinander zu setzen. Ihm fehlt es an Akzeptanz gegenüber seiner Selbst und an der Eigenschaft, den Wert von Menschen nicht nur durch Erfolg und Status zu bemessen.
Franz' Aufgabe in der Geschichte
Als Mörder von Dominik ist Franz die treibende Kraft hinter der Story. Seine Handlungen bringen das Spiel erst ins Rollen. Gleichzeitig zeigt seine Figur den politischen Charakter der 1930er Jahre. Als Person aus gut situierter Familie, die bereits in der Politik ist, muss er sich keine Sorgen um die schlechten Seiten der NSDAP machen. Mit seinem Opportunismus verlässt er sich blind auf die Versprechungen von Wohlstand der Partei und folgt ihrer Doktrin, obwohl sie sich eigentlich ja sogar gegen seine eigenen Neigungen richtet.
Hat sich der Charakter im Prozess verändert?
Oh ja! Das Franz teil der NSDAP sein würde stand von Anfang an fest, seine Bisexualität jedoch entwickelte sich erst später. Der Ausgangspunkt für diese Idee war sein, bis dahin eher maues, Motiv Dominik – seinen eignetlich besten Freund und Spitzelkollegen – zu ermorden.
Auch wenn es Anfangs mehr ein Mittel zum Zweck war um sein Motiv abzurunden, hat sich dieser Aspekt mit der Zeit wirklich gut in seinen Charakter eingefügt und ihn um einiges tiefgründiger gemacht.
Eine weitere kleinere Veränderung war Franz' Nachname. Der war erst Dreyfuss, jedoch fand ich den Namen im laufe der Zeit immer unpassender. Sein aktueller Nachname Dewitz ist ein Name, der zu der Zeit ein typisch sächsischer Nachname war.
Was ich über das Schreiben von Figuren gelernt habe
Das es echt schwer ist und unnötig lange dauert. Besonders schwer fiel es mir, “positive“ Eigenschaften für einen Charakter wie Franz zu finden, der ja eigentlich aus meiner Sicht gänzlich auf der falschen Seite ist. Außerdem habe ich gelernt das Kleinigkeiten wirklich viel ausmachen um eine Figur authentisch wirken zu lassen, besonders wenn es um einen historischen Kontext geht.
Marcel Breuer
Körperliche Merkmale
Marcel Breuer ist ein Mann in seinen späten Zwanzigern mit schlanker Statur und einer Körpergröße von 179cm. Sein Aussehen verkörpert die funktionale Eleganz des Bauhaus-Charakters. Er hat kurze, schwarze Haare, die er gerne sauber nach hinten gekämmt trägt. Seine Gesichtszüge wirken jung und sein Blick ist wach, seine Aufmerksamkeit gist auf seinen Gegenüber gerichtet. Auf seinen Lippen trägt er ein leichtes, fast schon spitzbübisches Lächeln.
Er bevorzugt schlichte und funktionale Kleidung in einfachen, unauffälligen Farben. Marcel wirkt einerseits bodenständig und nahbar, gleichzeitig ist er darum bemüht, eine gewisse Professionalität und Autorität zu bewahren.
Psychologische Merkmale
Geprägt ist seine Persönlichkeit vor allem durch Ehrgeiz und Fleiß, sowie einer unterschwelligen Existenzangst. Marcel zeichnet sich durch handwerkliches Talent aus, was jedoch auch von einem ausgeprägten Perfektionismus begleitet wird. Er stellt sehr hohe Ansprüche an sich selbst und an seine Entwürfe. Hinter seiner jungen, ruhigen Fassade verbirgt sich ein tiefsitzender Leistungsdruck. Die Angst vor dem Scheitern sitzt so tief, dass er letztlich sogar so weit geht, die Entwürfe eines Studenten zu entwenden.
Sozialer und kultureller Hintergrund
Geboren wird Marcel Breuer am 21.Mai 1902 im ungarischen Pécs als Sohn einfacher Leute. Seine Eltern sind im landwirtschaftlichen Bereich tätig und die finanzielle Lage ist nicht die Beste. Schon früh muss Marcel lernen, mit weniger auszukommen. Er wird 1908 eingeschult und steckt während seiner Schulzeit viel Mühe in seine Leistungen. 1921 macht er ein sehr gutes Abitur und geht noch im gleichen Jahr nach Deutschland um dort am Bauhaus in Weimar zu studieren.
Auch dort zeigt sich sein Fleiß durch herausragende Leistungen und als das Bauhaus 1925 nach Dessau zieht, folgt er der Institution und wird am neuen Standtort Dozent und Jungleiter der Tischlerei. Trotz seines migrantischen Hintergrunds wird er rasch zu einem der bekanntesten Möbeldesigner seiner Zeit. Noch im Jahr 1925 entwickelt er den revolutionären Clubsessel B3, nur zwei Jahre später folgen die berühmten Freischwinger S32 und S64.
Moralische Merkmale
Marcel Breuers Moral basiert auf Verantwortungsgefühl, Fließ und handwerklicher Integrität. Seine Karriere strebt er nicht nur aus reiner Selbsterhaltung an, sondern auch aus Verantwortung gegenüber seiner Eltern heraus um sie mit dem Geld finanziell zu unterstützen und ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gegenüber körperlicher Arbeit ist seine Haltung von Disziplin und Fleiß geprägt. Er stellt sich gerne neuen Aufgaben und arbeitet dann hart daran, sie zu überwinden.
Obwohl er noch sehr jung ist, als er seine Führungsposition im Bauhaus erhält, nutzt er seine Macht nicht aus. Zwar bemüht auch er sich um Autorität doch nicht um seine Selbstgefälligkeit zu befriedigen, sondern viel mehr um seine Rolle als Lehrkraft professionell auszufüllen.
Wants
Marcel seht sich nach Anerkennung als Einwanderer und nach finanziellem Erfolg. Als nicht deutscher hat er ständig das Gefühl, doppelt so hart arbeiten zu müssen um das zu erreichen, was andere mit einem Bruchteil der Mühe schaffen. Er sorgt sich um seine eigene Zukunft, aber auch um die seiner Eltern. Die Angst, sie nicht mehr unterstützen zu können, sollte seine Karriere irgendwie einbrechen sollte, nagt stetig an ihm.
Needs
Was sich hinter seinem Streben nach Erfolg verbirgt ist ein grundlegendes Bedürfnis nach materieller und gesellschaftlicher Sicherheit. Er braucht das Gefühl, nicht mehr von Ausgrenzung oder Absturz bedroht zu sein.
Marcels Aufgabe in der Geschichte
Als Dozent hebt sich Marcel deutlich von den restlichen Figuren ab und übernimmt eine Art Erzähler-Rolle. Das wird auch dadurch unterstützt, dass er mit seinem Monologe das Spiel einleitet und in einem kurzen Abriss die aktuelle Situation darstellt.
Durch Rückfragen der anderen Figuren wird jedoch auch schnell klar, dass er nicht eine reine Erzähl-Funktion hat und die Schilderung lediglich seine Auslegung sind. Genauso wie die anderen ist er in das Geschehen verwickelt und ein potenzieller Schuldiger.
Hat sich der Charakter im Prozess verändert?
Marcel hat sich tatsächlich nicht sehr stark verändert, was wahrscheinlich daran liegen dürfte, dass seine Figur auf einer realen Person basiert. Es sind lediglich im Verlauf neue Aspekte hinzugekommen, die seinen Charakter ergänzt aber nicht wirklich verändert haben. (z.B. dass er Geld zu seinen Eltern nach Ungarn schickt)
Was ich über das Schreiben von Figuren gelernt habe
Ich habe gelernt, dass eine Figur, die auf einer realen Person basiert, natürlich erstmal etwas leichter zu schreiben ist aber dafür dann ihre ganz eigenen Problemchen aufweist. So muss man abwägen, wie viel Realität man denn jetzt in diese Figur einfließen lassen will und wenn man dann mal etwas verändert, fühlt es sich falsch an. (der ewiger struggle)
Figurenentwicklung Ida
Josephine Gross
Körperliche Merkmale
Josephine möchte sich optisch abheben. Sie trägt gerne (für damalige Verhältnisse) auffällige und farbige Kleidung, sowie eine große Brille und hat dunkle kurze Haare. Sie ist zwar ziemlich klein mit ihren 1,56 cm (?.??) steht aber immer sehr aufrecht und strahlt Selbstbewusstsein aus. Passend zu ihren Weberei-Kursen trägt sie auch manchmal selbstgewebte Kleidung, zur Zeit des Spiels zum Beispiel einen bunten, selbstgemachte Schal. Dieser Stil wirkt nach außen etwas wild, macht Josephine aber sehr glücklich. Viel Make-Up trägt sie nicht, ist aber immer gepflegt.
Psychologische Merkmale
Wie sich schon von der Kleidung ableiten lässt, genießt Josephine es Aufmerksamkeit zu erregen. Sie schreckt nicht vor Diskussionen mit Professor*innen und Kommiliton*innen zurück, selbst wenn es dabei nicht direkt um sie, sondern um ihren Bruder geht. Ihr enges Verhältnis zu Erich gibt ihr einerseits Sicherheit, da sie trotz ihrer vielen Bekannten/Freunde nicht viele wirklich tiefgründige Beziehungen hat, aber schränkt sie gleichzeitig auch in ihrer eigenen Entwicklung ein. Seit sie denken kann übernimmt sie viel Verantwortung für ihren Bruder und steckt auch seit Jahren ihr gesamtes Geld in seine Bildung, Schulden, die gemeinsame Wohnung usw.. Dabei stellt sie ihre eigenen Wünsche unbewusst immer hinten an. Sie selbst hätte sich nicht ohne Erich dazu entschieden am Bauhaus zu studieren, sondern wäre schon früher ausgezogen und vielleicht durch Europa gereist.
Sozialer und Kultureller Hintergrund
Diese Einstellung kommt aus ihrer Kindheit, in welcher ihr immer eingetrichtert wurde, dass sie für ihren Bruder verantwortlich ist. Ihre Mutter war zwar anfangs noch involviert, jedoch musste sie von Anfang an eine zu große Rolle in seiner Erziehung übernehmen. Unter anderem lag das auch an der schwierigen finanziellen Lage der Familie, wegen welcher sie als unbezahltes Kindermädchen genutzt wurde. Seit des Auszugs ihrer Mutter entwickelte sie ein immer feministischeres Weltbild und stärkere Meinungen, während die Streitigkeiten mit ihrem Vater zunahmen.
Moralische Merkmale
Josephine hat sehr moderne Ansichten und verteidigt diese auch gerne und lautstark. Ihre stärkste Loyalität liegt aber nach wie vor bei ihrer Familie, was für sei nur Erich ist. Sie würde zwar nicht direkt lügen, verschweigt aber die Wahrheit um ihn zu schützen. Ihre kurze Zündschnur sorgt ab und an für etwas zu intensive Auseinandersetzungen, sie bereut es jedoch immer im Nachhinein wenn sie unfair gehandelt hat.
Wants
Das grundlegende Want ist, Erich und ihr selbst einen guten Abschluss vom Bauhaus und daraufhin ein normales Leben ohne Hindernisse zu ermöglichen. Dafür ist vor dem Mord an Dominik das Auftreiben von Geld für die Schuldentilgung ihr Ziel und nach dem Mord möchte sie sich und ihren Bruder möglichst schnell aus der Verdächtigung heraus ziehen.
Needs
Josephines Needs sind zum einen der Aufbau neuer enger Beziehungen, sich selbst zu verwirklichen ohne den Einfluss der Bedürfnisse ihres Bruders und damit einhergehend auch die weitestgehende Abspaltung von ihm. Ein guter Kontakt zu ihm ist natürlich nichts schlechtes, allerdings kann sie nicht ihre tiefer gelegenen Ziele erreichen, wenn sie nie an sich selbst denken kann.
Aufgabe in der Geschichte
Durch ihre lautstarke Auseinandersetzung mit Dominik ist Josephine von Anfang an verdächtig, vor allem da sie den Grund für diese zuerst verheimlicht. Dies wird zudem verstärkt, da sie ihm den selbstgewebten Schal sehr grob vom Hals reißt als sie wegstürmt. Sie hat ein starkes Motiv als die Schulden der Gruppe offengelegt werden und wir damit zu einer der Hauptverdächtigen, bevor Otto ihnen ein Alibi verschafft.
Josephine ist die einzige, die sich laut gegen die menschenfeindlichen Aussagen von Franz äußert und sorgt so dafür, dass die Spieler*innen sich mit den Situationen wohler fühlen und wird zudem sympathischer.
Was hab ich über das Schreiben von Charakteren gelernt
Ich habe bei der Ausarbeitung von Josephines Hintergrundgeschichte und ihrer psychologischen Eigenheiten gemerkt, wie schwierig es ist die ganze eigene Vorstellung dieser Figur so in den Dialoge wiederzuspiegeln. Es sind sehr viele Gedanken besonders in die Beziehung zu Erich geflossen und diese kann ich natürlich nicht komplett schriftlich im Dialog einfließen lassen und erklären. Die Handlungen und wenigen Sprechteile müssen also so gestaltet sein, dass die Spielenden darüber nachdenken wollen und sich die Hintergründe erschließen können oder jedenfalls darüber grübeln. Ich glaube das hat hier gut geklappt, es war jedoch auf jeden Fall herausfordernd und ein sehr spannender Prozess.
Wie hat sich die Figur verändert
Josephines Charakter hat sich im Prozess relativ wenig verändert, jedoch ist die Hintergrundgeschichte in meinem Kopf immer tiefer geworden und sie immer komplexer als Person, je mehr ich darüber nachgedacht habe. Außerdem ist sie auch wichtiger für die Story geworden als ich dachte. Das Motiv ist eines der stärksten und durch die Geschwisterdynamik und die Geheimniskrämerei um die Schulden können die Spielenden viel in die Geschehnisse hineininterpretieren.
Erich Gross
Körperliche Merkmale
Erich geht trotz seiner Körpergröße von 1,90cm in der Masse eher unter. Er ist nicht unbedingt zurückgezogen, sondern einfach unauffällig. Seine Kleidung ist nichtssagend, vielleicht ein bisschen zu groß oder zu klein an manchen Stellen, da er sehr dünn ist, aber er legt auch nicht unbedingt Wert auf diese Dinge. Was an Erichs Auftreten auffällt ist eine leichte Unruhe, denn seine Hände und Beine zittern/zappeln leicht wenn er sich unwohl oder gelangweilt fühlt. Seine Haare sind etwas heller als Josephines, also ein mittelbraun.
Psychologische Merkmale
Man merkt allein bei der Beschreibung des Aussehens, dass die Geschwister sehr unterschiedlich auftreten. Das spiegelt sich auch bei den psychologischen Merkmalen wieder und ist stark dadurch geprägt, dass Erich kaum Platz für seine eigene Präsentation nach außen gegeben wird. Durch seine sehr laute Schwester wird eine ruhige Person noch ruhiger und wird nur noch ein Anhängsel. Er hatte in der Schule, als er ohne Josephine in der Klasse war, noch ziemlich viele Freunde, was auch durch seine Persönlichkeit eigentlich nicht verwunderlich ist. Er ist sehr treu, hat Humor und streng sich an immer höflich und freundlich zu sein. Diese Eigenschaften sieht an der Hochschule leider niemand, da ihn niemand ohne das Beisein von Josephine kennenlernt. Er ist sehr glücklich darüber jemanden zu haben, der so fest an seiner Seite steht und sie sind in seinem Kopf mehr Freunde als Geschwister, aber er merkt auch, dass er in ihrer Anwesenheit nicht so offen mit Menschen sprechen kann wie er es früher in seiner Klasse konnte, da sie den Raum und das Gespräch immer leitet.
Außerdem breitet sich tief in ihm, durch die vielen Opfer die seine Schwester für ihn gebracht hat, auch ein wenig Scham aus. Nicht nur das Studium finanziert sie, sondern auch die Ergebnisse seiner Spielsucht badet sie aus, obwohl er nur dachte, er könnte mit den Wetten helfen. Manchmal schlägt Erichs Treue in Naivität um und als ein Freund ihm von den unendlichen Möglichkeiten des Glücksspiels erzählte, war er schnell überzeugt. Trotz der vielen Verluste des ohnehin schon knappen Geldes, lässt ihn das Spiel nicht los. Er wird immer wieder enttäuscht und fühlt sich auch immer wieder wie eine Enttäuschung. Selbst wenn er jetzt alleine leben wollte, würde ihn der Gedanke an alles was Josephine für ihn getan hat davon abhalten.
Sozialer und Kultureller Hintergrund
Erich hat von seinen Eltern wenig mit auf den Weg gekommen. Obwohl er das angebliche “Lieblingskind” seiner Mutter war, haben eher Lehrer*innen, Mitschüler*innen und nicht zuletzt Josephine sein Weltbild geprägt. Im Bezug auf seine Sicht auf die Schule war auch seine Intelligenzminderung ein bedeutender Faktor. Von den Lehrenden wurde er immer unterschätzt und von seiner Schwester und seiner Mutter wurde ihm weisgemacht, eine hohe Bildung wäre das wichtigste. Auch Erich hätte sich ohne Josephine nicht am Bauhaus beworben, er ist jedoch durch das Aufwachsen in einem zerstrittenen Haushalt sehr harmoniebedürftig und macht was von ihm verlangt wird.
Moralische Merkmale
Seine Moral ist sehr wechselhaft. Erich liebt zwar seine Freunde und Familie, und ist extrem loyal ihnen gegenüber, aber seine Meinungen passen sich immer so an, wie es ihm und seinem Umfeld gerade passt. Er ist ein sehr guter Freund, hat jedoch keine wirkliche Leidenschaft und kann seine eigentlichen Bedürfnisse und Ziele weder selbst erkennen noch umsetzen.
Wants
Erich möchte eigentlich nur mit dem Studium durch sein, egal mit welcher Note. Er hat zwar großes Talent in der Tischlerei, aber er brennt nicht dafür. Er möchte außerdem Geld für die Schulden auftreiben und Josephine nicht enttäuschen.
Needs
Hinter dem Want seine Schwester nicht zu enttäuschen, steckt der Need, etwas selbst zu schaffen. Er braucht eigene Projekte und Erfolge die er auch wertschätzen kann, was erst einmal das Abbezahlen der Schulden sein kann. Auch das braucht die Abkapselung von Josephine, damit er nicht nur in ihrem Schatten stattfindet, sondern ein eigener Mensch mit eigenen Träumen und eigenen Freunden werden kann. Was ihm schon immer gefehlt hat ist Verantwortung über sein eigenes Leben, damit er in Zukunft Entscheidungen treffen kann die ihn selbst glücklich machen.
Aufgabe in der Geschichte
Zum einen ist Erich ein Comic Relief in den Dialogen und schmeißt immer wieder Kommentare ein, welche die Stimmung beim Spielen auflockern können. Aber das ist natürlich nicht seine einzige Rolle. Er ist der Auslöser für Josephines Streit mit Dominik und enthüllt auch ihr Motiv, als ihm der Druck des Schweigens zu groß wird. Mit seinem Drang Josephine stolz zu machen, wäre es auch nicht unlogisch sich als Spieler*in zu fragen, ob er vielleicht nach der Feier im Affekt zu Dominik gegangen ist um sich ein für alle Mal von den Schulden zu befreien. Er steht zwar nicht im Vordergrund der Ermittlungen, hat allerdings ein Motiv und genug Verzweiflung um unbedacht zu handeln.
Was hab ich über das Schreiben von Charakteren gelernt
Ich dachte am Anfang, dass es sehr schwierig werden könnte, Erich spannend zu machen, da er augenscheinlich wenig zu der Diskussion und zum Spiel beiträgt. Was ich aus dem Schreiben mitgenommen habe ist, dass nicht jede Figur im Mittelpunkt stehen muss und es auch Charaktere braucht, die einfach für zum Spielgefühl und zur Geschichte dahinter beitragen. Erich ist meiner Meinung nach zu einer wichtigen Figur geworden, die mir und meinen Gruppenmitgliedern sehr ans Herz gewachsen ist und auf die sich auch im Alltag immer wieder bezogen wird. Er ist nicht aus dem Spiel wegzudenken.
Wie hat sich die Figur verändert
Anfangs war Erich einzig und allein der Grund für Josephines Motiv, was sich aber nicht richtig angefühlt hat und auch für den/die Spielerin der/die ihn verkörpert nicht spaßig gewesen wäre. Ihn als Comic Relief zu nutzen ist erst im Prozess aufgekommen und hat das Problem auf jeden Fall gelöst.
Fazit Arthur
Worin liegt deiner Einschätzung nach die besondere künstlerische Qualität a) der Geschichte b) deiner Figur?
a) der Geschichte
Meiner Meinung nach liegt die besondere künstlerische Qualität vor allem in der historischen Genauigkeit. Mir und auch den Anderen war es wichtig, dass die Handlung und die Figuren realistisch für das Jahr 1931 sind.
Ein Beispiel dafür wären die Grundrisse des Prellerhauses. Diese sind original Grundrisse von 1926 aus dem Bauhaus-Archiv. Wir haben uns aber auch alte Karten angeschaut, um die Geburtsorte und Herkünfte der Charaktere genau verzeichnen zu können. Abgesehen davon haben wir aber sehr viele andere Dinge recherchiert, vom Schuljahresablauf 1912 (damals begann das Schuljahr z.B. zu Ostern) bis hin zur Verwendung von ß und ss.
b) deiner Figuren
Die künstlerische Qualität meiner Figuren liegt in ihren Fehlern und der Menschlichkeit, die damit verbunden ist. Franz ist ein sehr widersprüchlicher Charakter und auf den ersten Blick könnte man meinen, dass er deshalb schlecht geschrieben ist. Dabei ist es genau das, was ihn so realistisch macht. Menschen sind widersprüchlich, niemand hat eine geradlinige Persönlichkeit und Eigenschaften die immer und überall gleich stark funktionieren. Das zu erkennen und umzusetzen war mir bei meinen Figuren wichtig.
Was war dein größter „Fail“ — und wie bist du damit umgegangen und was hast du daraus gelernt?
Mein größter Fail war definitiv der Druck der Dialoghefte bzw. der Umschläge dieser Hefte. Wir hatten dafür zwei verschiedene Dateien und als diese dann gedruckt waren, stellte sich heraus das die Umschläge etwas zu kurz für die Hefte waren. (obwohl die Dateien eigentlich die richtige Größe gehabt haben sollten)
Ich musste die Dateien dann also überarbeiten, was mich viel zu viele meiner Nerven gekostet hat. Die neue Datei hatte ich dann zum Druck gegeben und anschließend bei Anke gelassen, die sie für uns schneiden und falzen wollte, sobald sie wieder da war.
Ich ging dann nach Hause und irgendwann später erreichte mich eine Nachricht von Anke, dass die Umschläge jetzt die richtige Größe haben (YUHU!) aber überall Carla Wolf drauf steht (nicht yuhu...)
Mein Umgang damit war erst mal crashout gehen. Dann hab ich die Datei noch mal überarbeitet und Lina damit am nächsten Tag in die Druckwerkstatt geschickt.
Daraus habe ich gelernt meine Dateien wirklich immer fünf mal zu prüfen und im besten Fall auch noch mal eine dritte Person drüber schauen zu lassen, die sich nicht schon stundenlang damit beschäftigt.
Welche neuen Skills hast du gelernt oder hast du deine Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich verbessert?
Während der Arbeit an diesem Projekt habe ich gelernt, meine Zeit besser einzuteilen und die Priorität von verschiedenen Aufgaben besser einzuschätzen. Ich bin sonst jemand, der Aufgaben gerne aufschiebt aber hier war das nicht wirklich möglich. Einerseits weil sehr viel in recht wenig Zeit geschafft werden musste und natürlich auch weil noch drei andere Personen an diesem Projekt hängen. Da kann ich nicht guten Gewissens prokrastinieren bis zum geht-nicht-mehr.
Fazit Ida
Worin liegt deiner Einschätzung nach die besondere künstlerische Qualität a) der Geschichte b) deiner Figuren?
a) der Geschichte
Ich denke ein großer Teil der künstlerischen Qualität der Geschichte liegt im Perfektionismus, der in das Projekt geflossen ist. So weit es ging ist jeder Teil der Geschichte historisch akkurat, die Dialoge sind mit viel Liebe zum Detail geschrieben und alles ist wieder und wieder auf Kontinuität geprüft worden. Besonders herausfordernd war, alles zeitlich sinnvoll zu gestalten (z.B. Semesterbeginn mit Alter und erstem Treffen der verschiedenen Kommilitonen abstimmen; Party auf welcher das Foto entstanden ist zeitlich einordnen; echte Veröffentlichungsdaten der Möbel von Marcel Breuer mit Datum im Spiel in Einklang bringen). Aber auch das hat mit viel Recherche gut funktioniert.
b) meiner Figuren
Erich und Josephine sind im Spiel nahbar und überzeugend. Sie sind nicht extrem überzogen, sondern realistisch und haben emotionale, aber gleichzeitig passende Hintergrundgeschichten, die nicht aus heiterem Himmel kommen, sondern sich in die Geschichte einbinden und zum Nachdenken anregen. Die beiden sind spannend und haben ein einzigartiges Auftreten nach außen, jedoch ist die Darstellung der beiden in den Dialogen nicht klischeehaft. Die Persönlichkeiten und auch die Beziehungen zwischen den Figuren sind zu Beginn gut erklärt und werden durch den Dialog noch deutlicher, sodass die Spielenden genug Wissen haben um sich in den Charakter einzufühlen und auch Impro-Szenen gut umsetzten zu können.
Was war dein größter „Fail“ — und wie bist du damit umgegangen und was hast du daraus gelernt?
Mein größter Fail war der Druck meiner Dokumente. Wir haben am Ende des Projekts alle Dateien gesammelt, ich war jedoch in meinem Kopf schon so glücklich darüber fertig zu sein, dass ich nicht noch einmal über alles drüber geschaut habe. So gab es bei meinen Dateien keinen Anschnitt, da ich sie über das Semester auf Procreate gestaltet, einfach als pdf abgespeichert und ohne weitere Gedanken am Ende zum Druck abgegeben habe. Das konnte zum Glück ziemlich schnell gelöst werden, war aber sehr unnötig und hat auch die anderen ein wenig mehr Wartezeit gekostet als es gebraucht hätte.
Welche neuen Skills hast du gelernt oder hast du deine Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich verbessert?
Ich habe mich um den Mitgliedschein von Dominik, sowie den Brief an ihn und Franz gekümmert, und musste dabei sehr oft Schriften und Papier manuell altern. Dafür hab ich über die Zeit ein gutes System entwickelt und ich bin sehr stolz darauf, wie echt die Dokumente jetzt aussehen. So eine feine und langwierige Arbeit beim Bearbeiten von Dokumenten habe ich vorher noch nie gemacht und hatte aber viel Spaß daran diesen Skill zu erkunden und mit der Zeit zu verbessern.
Außerdem habe ich bei der Gestaltung der Box nach langer Pause wieder mit Illustration und Charakterdesign angefangen. Ich bin zwar im Prozess oft gescheitert und habe mich hinterfragt, aber bin jetzt sehr zufrieden mit der Erkennbarkeit der Figuren in der Illustration.
Fazit Lina
Worin liegt deiner Einschätzung nach die besondere künstlerische Qualität a) der Geschichte b) deiner Figur?
a)
Die künstlerische Qualität der Geschichte sehe ich in dem Setting in dem wir sie geschrieben haben. Wir haben Namen dieser Zeit recherchiert, Orte und Gegenstände wie die Laika 1 und haben auch die Sprache der Zeit versucht einfließen zu lassen, damit die Spielenden sich vollumfänglich in Die Geschichte einfühlen können. Zu den Rollenheften und Beschreibungen der Figuren mit zeitentsprechenden Verkleidungsvorschlägen, gibt es Grundrisse des Prellerhauses, also des Ort des Geschehens. Zudem haben wir einen echten Dozenten des damaligen Bauhauses eingebunden und an der Geschichte teilnehmen lassen. Die Gesamtheit des Settings macht die künstlerische Qualität aus.
b)
Die künstlerische Qualität meiner Figuren sehe ich in ihrer Gleichheit aber auch in der Unterschiedlichen Umgangsweise mit ihren Vergangenheiten. In meinen Augen sind die wie die zwei Seiten einer Münze, sie sind sich ähnlich aber doch sehr unterschiedlich. Während Wiktoria ihre Herkunft mit Stolz trägt, versteckt Kitti sie, aus Angst vor Ausgrenzung. Viele Menschen teilen eine Schicksal, aber jeder geht damit anders um, manche werden stärker, andere ziehen ihre Stärke aus der Sicherheit das es ein Geheimnis bleibt. Auf den ersten Blick wirkt Wiktoria vielleicht geheimnisvoller und undurchsichtiger als die aufgeschlossene, liebe Kitti, dabei ist es Kitti, die ihre Geheimnisse tief verborgen hütet. es macht Spaß solche Figuren zu schreiben, denn sie bilden die Realität ab und ich denke einige können sich sogar mit ihnen identifizieren.
Was war dein größter „Fail“ und wie bist du damit umgegangen und was hast du daraus gelernt?
Meinen größten fail sehe ich in meiner Zusammenarbeit mit der Gruppe. Meine Prioritäten haben zich im Prozess stark verändert und das habe ich nicht ausreichend kommuniziert. Das Großprojekt wurde mir immer wichtiger und hat viel raum auch außerhalb der Kurse eingenommen. Zudem kam eine drastische Veränderung in meinem Privatleben über die ich ebenfalls nicht gesprochen habe, das soll keine Ausrede sein, sondern eine Erklärung. Ich weis, das man das mit besserer Kommunikation beheben hätte können, das habe ich nicht ausreichend getan und das Nehmen ich auch mit. Für die nächste Gruppenarbeit werde ich klarere kommunizieren wo meine Prioritäten liegen um Missverständnisse und Reibereien zu vermeiden. Gleichzeitig habe ich erkannt, das man mit Menschen, mit denen man befreundet ist, nicht automatisch gut zusammenarbeitet und das man das auch gar nicht muss. Dies waren wertvolle Erkenntnisse, die ich auf jeden Fall mitnehmen werde.
Welche neuen Skills hast du gelernt oder hast du deine Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich verbessert?
Ich würde sagen, ich hab den Skill der Prioritätensetzung gelernt und wie wichtig es ist, im Team zu kommunizieren. Ich bin eine Person, die gerne alles aufschiebt, bis der Druck hoch genug ist, damit ich anfange. Das war hier kaum möglich, da ich den Druck von Anfang an gespürt habe und sich daraus wahrscheinlich eine Abneigung entwickelt hat. Da das Gefühl mir jetzt bekannt ist, werde ich in Zukunft besser damit umgehen und besser in einer Gruppe arbeiten können.
text
Fazit Nele
Worin liegt deiner Einschätzung nach die besondere künstlerische Qualität a) der Geschichte b) deiner Figur?
a) der Geschichte
Extremer Banger, dass wir einen Riesenhaufen Zeit in Recherche über Geschichte vom Bauhaus und der NSDAP gesteckt haben. Meine persönlichen Highlights sind unter Anderem: Nationalsozialisten haben sich damals nicht Nazis genannt, aber genderneutral gesprochen (Studierende! deswegen haben wir leider nur im generischen Maskulinum geschrieben). Das Bauhaus war nicht so fortschrittlich, wie man es vielleicht in Erinnerung hat. Frauen konnten zwar dort studieren, durften aber keine Werkstätten außer der Weberei nutzen. Zudem (das war mir auch komplett neu) waren Frauen nur im ersten OG des Wohnheims untergebracht? Nett, dass sie nur 25% der Wohnmöglichkeiten geboten bekamen... Jedenfalls haben wir all diese Punkte berücksichtigt, ebenso die sprachlichen Gewohnheiten. „Jemandem auf Augenhöhe begegnen“ ist eine Redewendung, die es damals noch gar nicht gab, auch wenn ich sie sehr gern eingebunden hätte. Stattdessen habe ich wunderbare zeitgenössische Formulierungen gefunden, zum Beispiel fürs Betrunken sein. „Einen Affen sitzen haben“ hat man in dieser Zeit so gesagt, was mich ziemlich amüsiert hat. Das Wort schwul war zu der Zeit eine Beleidigung, weswegen wir Otto nur als homosexuell bezeichnet haben. Es wirkt aus heutiger Sicht ein wenig übervorsichtig und klingt holprig, aber der historischen Genauigkeit zuliebe ist alles genau so, wie es ist. Der Buchstabe „ß“ war damals nicht so geläufig, wie er es heute ist, entsprechend wurde aus „Familie Groß“ eben „Familie Gross“. Hat mich zuweilen wahnsinnig gemacht, aber steckste nicht drin, wa? Ich wertschätze auch sehr, dass wir trotz problematischer Mindsets in den 1930'ern bemüht waren, sowohl die „konservative“/rechte Seite zu zeigen, aber diese auch immer durch progressive Konter einzuordnen und aufzuarbeiten. Der Dialog ist sehr gleichmäßig aufgeteilt, dass jede Figur einen ähnlichen Redeanteil übernimmt, und niemand auf der Strecke bleibt.
b) deiner Figuren
Carla ist eine besonders unbesondere Person. Menschlich, mit Fehlern und ganz normal. Wer weiß bitte mit 20, wohin er/sie im Leben will? Ich finde auch spannend, dass Carla und Dominik, als zwei mittelmäßig bis schwer problematische Figuren, die einzigen sind, die voreinander keine Geheimnisse oder miteinander keine Probleme haben. Otto hingegen ist sehr down-to-earth, wirkt, als hätte er sein Leben voll im Griff und den totalen Durchblick. In Wahrheit ist er in einem konstanten Versteckspiel verloren gegangen.
Was war dein größter „Fail“ — und wie bist du damit umgegangen und was hast du daraus gelernt?
Fail ist ein hartes Wort... außer einigen misslungenen Drucken (einfach weil die Kommunikation in der Druckwerkstatt teils aneinander vorbei ging, oder wir das Wissen für die Anlegung so variabler Druckdaten-Teile nicht hatten), die die Gesamtkosten hochschraubten, haben wir nirgends so richtig Mist gebaut. Am schlimmsten „gefailed“ hat uns die Zeit, denn wenn wir mehr als ein Semester für das Projekt gehabt hätten, hätte ich gern einige Dinge anders gemacht: Kittis ausländische Herkunft sollte ursprünglich eine größere Rolle spielen, was leider total abgewürgt werden musste. Erichs Intelligenzminderung hätte man vielleicht mehr und sensibler thematisieren können, wir haben gar nicht aufgelöst, dass Carlas Fremdgeherei auf einer schon vorher gewesenen lockeren Beziehung zu Dominik basiert (würde sie vielleicht bisschen weniger unverschämt wirken lassen?). Dominiks Nazi-Bezug hätte auch noch beschrieben werden können, um seiner politischen Haltung Kontext zu geben (vom Vater gedrängt). Das sind alles Sachen, die den zeitlichen Rahmen nicht nur gesprengt, sondern pulverisiert hätten. Rein optisch ärgert mich sehr der übersehene Tippfehler bei Wiktorias Monolog in Dialog 2 („... um sein Abgabetermine einzuhalten.“) VERDAMMTES FEHLENDES E. Die Quadrillionen Überprüfungen des Texts haben sich nur fast gelohnt. Da sind mir doch einige Fails eingefallen. Tja.
Welche neuen Skills hast du gelernt oder hast du deine Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich verbessert?
Ich habe überraschend gute Führungsqualitäten, betone gleichzeitig aber (hoffentlich oft genug), dass ich niemanden herumkommandieren will. Trotz meiner eigentlichen Zerstreutheit habe ich extrem gutes Zeitmanagement und solide Aufgabenorganisation an den Tag gelegt. Die Zusammenarbeit und die Organisation in einer Gruppe sind Dinge, die ich sonst fürchte und lieber meide, aber da das Thema mein Herz ergriffen hat, war ich Feuer und Flamme. Ohne mir Honig ums Maul schmieren zu wollen, bin ich auf dieses Projekt am stolzesten, da die viele investierte Zeit sich tüchtig gelohnt hat. Ich bin emotional extrem in der Thematik gewesen, das war quasi mein Baby. Dieses mit meinen Gruppenmitgliedern teilen zu können war wunderschön.