Das VorOrt-Haus in der Wolfgangstr. 13 hat sich in Dessau als wichtiger Ort für Kultur und Gemeinschaft etabliert. Das Gebäude wird von dem gemeinnützigen VorOrt e.V. in ehrenamtlicher Arbeit erhalten und ent- wickelt. Wir entwickelten aufgrund einer Best-Practice-Recherche (inkl. der im Orientierungsmodul bereits erarbeiteten Ansätze) und auf der Basis eines festgelegten Erscheinungsbildes unterschiedliche Medien. Wir haben uns in unserer Gruppe speziell der Umsetzung zugewandt, und uns überlegt, wie wir die digitalen Entwürfe und Mockups am VorOrt verwirklichen können. Wir haben dabei nach der Recherchephase durchgängig als Gruppe zu viert gearbeitet, daher ist es schwierig die großen Aufgaben einem bestimmten Gruppenteil zuzuschreiben. Für diese Doku hat jede den Themenbereich umgesetzt, welchen sie auch in der GP-Präsentation vorgestellt hat (Anna Lena: Materialrecherche und -beschaffung; Klara: Farbpalette; Kristin: Vorbereitung und Umsetzung; Sandra: Montage am VorOrt).
Recherche_Polyform
Zu Beginn beschäftigten wir uns Gruppenweise mit unterschiedlichen Designstudios, welche Leit- und Orientierungssysteme erstellen.
Klara, Kristin und ich sahen uns das Berliner Designstudio Polyform an. Das Designstudio macht besonders ortsspezifische Leitsysteme, passend zum jeweiligen Auftrittsort.
Unter anderm auch das von Dessau, wir konnten uns direkt vor der eigenen Haustür inspirieren lassen.
Organisation_Kurs
Um die Entwürfe umsetzen zu können, war es wichtig, den Kurs zu strukturieren, Deadlines zu setzen und Absprachen mit allen Mitwirkenden zu koordinieren.
Dafür wurde in Figma ein Board angelegt, auf dem Inhalte, Semesterplan, Deadlines und Aufgaben festgehalten wurden. Alle Gruppen hatten Zugriff und konnten Inhalte ergänzen.
Jede Woche wurde eine Agenda erstellt, die den Kurstag strukturierte. Der Tag begann mit einem kurzen Check-in und einer Orga-Runde, gefolgt von regelmäßigen Updates zum aktuellen Stand. Anschließend arbeiteten die Gruppen selbstständig an ihren Aufgaben. Den Abschluss bildete ein kurzer Check-out. Herausfordernd war es, die Agenda einzuhalten. Verzögerungen durch verschobene Deadlines, fehlende Ansprechpartner:innen oder neue Anpassungen machten Flexibilität und Anpassungsfähigkeit zu einem wichtigen Learning.
Materialrecherche_Beschaffung
Parallel zur Farbwahl begann die Materialrecherche. Zunächst recherchierten wir geeignete Materialien, Bezugsquellen und Kosten.
Von Anfang an stand fest, dass das Projekt mit recycelten Materialien umgesetzt werden sollte. Das passte zur VorOrt-Mentalität und wurde durch bereits vorhandenes Material von Brigitte unterstützt.
Auch die Grundform der Schilder – der Kreis – war früh festgelegt. Für ein langlebiges Leitsystem entschieden wir uns für Metall und verwendeten, wie beim früheren System, alte Verkehrsschilder vom Schrottplatz.
In der Metallwerkstatt testeten wir gemeinsam mit Herrn Klaus verschiedene Bearbeitungsmethoden wie Lasern, Biegen, Bohren und Punktschweißen. Gleichzeitig entstanden erste Farbtests. Dabei zeigte sich, dass eine Folierung das sauberere Ergebnis liefert und auf Acryl-Sprühlack verzichtet werden sollte.
Anschließend beschafften wir die weiteren Materialien. Die Lacke ließen wir nach passenden RAL-Farben anmischen, die Schellen bauten wir gemeinsam mit Herrn Klaus, die Folien wurden aus Restmaterial geplottet und Schrauben sowie Kleinteile im Baumarkt gekauft.
Nachdem alle Materialien vorhanden waren, konnten wir mit der Vorbereitung und Verarbeitung beginnen.
Neue_Farbpalette
Passend zum neuen Leitsystem sollte auch ein neues Farbkonzept gestaltet werden. Da das bisher genutzte Hellrosa mit schwarzer Schrift bereits weitgehend mit dem VorOrt assoziiert wird, haben wir uns entschieden, diese Identität nur zu ergänzen, statt alles komplett zu erneuern. Damit hatten wir auch direkt eine Orientierung, die uns bei der Eingrenzung half.
Unser Ziel war eine freundliche, helle Palette zusammenzustellen, die einlädt das Gelände zu erkunden.
Farbmoods
Begonnen haben wir mit dem Erstellen von Farbmoods aus Zeischriftenschnipseln, um möglichst uneingeschränkt eine breite Auswahl zu gestalten. Wir haben unterschiedliche Farbklimas zusammengestellt und diese anschließend in digitale Farbpaletten verarbeitet, harmonisiert und durch das VorOrt-Rosa und Schwarz ergänzt.
Eine Auswahl der Paletten haben wir vor Ort am Hauptgebäude getestet. Dabei ging es um den Kontrast zur grün bewachsenen Umgeben, sowie die Harmonie zur Steinstruktur oder dem Schuppen im Garten. Durch diesen Prozess konnten wir mit ziemlicher Sicherheit Grün aus der finalen Palette streichen und die eher dunklen Farbtöne ebenso.
Nachdem wir unseren Favoriten ernannt haben, wurde dieser im Kurs durch Feedback angepasst und vereinfacht.
Ergebnis
Das Ergebnis ist eine reduzierte Farbpalette, bestehend aus dem bekannten Hellrosa, welches durch ein sonniges Gelb ergänzt wird. Schrift wird weiterhin ausnahmslos in Schwarz genutzt, und ein Himbeerpink findet sich in kleinen Details, wie auf der Karte wider, und sorgt so für einen warmen Kontrast.
Vorbereitung
Schleifen
Der erste Schritt bestand darin, die Oberfläche der Schilder zum lackieren vorzubereiten. Wir hatten zwei Arten von Verkehrsschildern, einmal Schilder auf denen nur Farbe war und dann noch folierte Schilder und hier kam es zu einem Problem: Wie bekommen wir am besten die Folie ab? Nachdem wir wirklich alles probiert haben und nichts funktioniert hat, entschieden wir uns dafür, nur die Schilder mit Farbe zu nutzen. Die kleineren 30er und 45er Schilder wurden gelasert und genau wie die großen Schilder, abgeschliffen.
Umsetzung
Lackieren
Nachdem die Schilder vorbereitet und sauber abgewischt wurden, kam es zum Lackieren, was vermutlich der entspannteste Schritt im ganzen Prozess war. Lackiert haben wir mit normalen Farbrollern, wobei wir für die Rosa Farbe nur zwei und für die Gelbe Farbe fünf Schichten Farbe gebraucht haben, bis es gut gedeckt hat.
Folieren
Für die Folierung wurden die Texte und Pfeile zunächst von Karl auf Folie geplottet, anschließend von uns entgittert und schließlich mit Transferfolie versehen. Damit später alles gerade wird, wurden die Schilder von uns ausgemessen und die Abstände der Texte angezeichnet, bevor wir dann die Folie ausgerichtet und angebracht haben. Die exakte Ausrichtung der Map auf dem Schild gelang uns mithilfe einer Lampe, deren Licht die Konturen sichtbar gemacht hat.
Finale Schilder
Außerdem...
Außerhalb unseres Aufgabenbereichs haben wir alle Entwürfe und Ideen der Text- und Schildergruppe mit Brigitte in ein System gebracht und organisiert. Wir haben festgelegt welche Schilder welche Größe haben, welche Information sie tragen, welche Farbe sie haben, die Schriftart sowie eine Größentabelle festgelegt. Wir haben beschlossen welche Schildvarianten aus den Vorschlägen der Schildergruppe an welchen Punkten stehen. Zudem legten wir weitere Maße und Einheiten fest und fassten diese dann mit allen Informationen in einer groben Guideline zusammen.
Zudem wurden die Flaggen mit Veronica aus der Schildergruppe nochmal überarbeitet, finalisiert und die Größen und Konfektionierungen festgelegt. Aufgrund der sprachlichen Barrieren, haben wir dann auch die Bestellung der Flaggen übernommen, was durch Misskommunikation erneut ein längeres Unterfangen wurde.
Wie oben bereits gezeigt haben wir uns um die Organisation des Kurses bemüht.
Montage_am_VorOrt
Vorbereitung zur Montage
Bevor wir das Leitsystem am VorOrt montieren konnten, mussten wir uns zunächst Gedanken darüber machen, wie wir die Schilder am besten befestigen.
Nach einer Absprache mit Torsten Klaus entschieden wir uns dafür, die benötigten Schellen selbst herzustellen, anstatt fertige zu kaufen. So konnten wir sie genau an unsere Schilder und die vorhandenen Verkehrszeichenrohre anpassen.
Gemeinsam mit Torsten Klaus bauten wir die Schellen in der Metallwerkstatt. Dafür wurde zunächst ein langer Metallstreifen in passende Rechtecke zugeschnitten. Anschließend wurden die einzelnen Stücke auf beiden Seiten gebohrt, damit später die Schrauben hindurchgeführt werden konnten.
Zum Schluss wurden die Metallstücke gebogen, sodass die typische Form einer Schelle entstand und sie später um das Rohr gelegt werden konnten.
Nachdem die Schellen fertig waren, wurden die Schilder ausgemessen und die Positionen der Befestigungen markiert.
Anschließend bohrten wir die entsprechenden Löcher in die Schilder.
Zum Schluss wurden die einzelnen Schildelemente miteinander vernietet, sodass die fertigen Schilder für die Montage vorbereitet waren.
Montage-Tag
Bevor die neuen Schilder angebracht werden konnten, mussten zunächst die alten Schilder entfernt werden. Diese wurden von Herrn Gellert mithilfe einer Säbelsäge von ihren Befestigungen gelöst und anschließend zur Seite gelegt.
Danach begann die eigentliche Montage. Die Schilder wurden gemeinsam an die Verkehrszeichenrohre gehalten und anschließend mit den zuvor gefertigten Schellen befestigt.
Dafür wurden Schrauben, Muttern und Metallschutzscheiben verwendet. Die Schutzscheiben wurden zwischen Schraube und Schild eingesetzt, damit das Material geschont wird und die Befestigung stabil sitzt.
Nachdem alle Schilder montiert waren, wurden sie noch einmal sorgfältig ausgerichtet, damit sie gerade hängen und gut lesbar sind.
Zum Abschluss lackierten wir die sichtbaren Schrauben und Metallteile in der passenden Farbe, sodass sie sich optisch besser in das Gesamtbild einfügen.
Eine Ausnahme bildeten die beiden Hauptschilder am Tor. Diese wurden nicht mit Schellen befestigt, sondern direkt mit dem Trägerrohr verschraubt.
Dazu kam noch, dass die Vorgänger damals anscheinend schräg gebohrt hatten bei dem einem Rohr, weswegen wir trotz Abmessung nochmal nachbohren mussten, was aber schnell erledigt war.
Ergebnis
Fazit & Herausforderungen
Anna Lena:
In diesem Großprojekt bin ich besonders in meiner Teamfähigkeit gewachsen. Auch wenn es manchmal herausfordernd war, hat mir meine Rolle als Organisatorin Spaß gemacht. Ich konnte viel Neues ausprobieren, unter anderem die Arbeit mit Metall in der Metallwerkstatt. Besonders anspruchsvoll waren die Kommunikation und Organisation zwischen Mitwirkenden und Studierenden. das Gefühl der Verantwortung für das Kursergebnis war oft kräftezehrend. Umso dankbarer bin ich für die gute Zusammenarbeit in der Produktionsgruppe sowie mit den Helfer:innen der Metall- und Druckwerkstatt und natürlich das tolle Ergebnis!
Klara:
Ich hatte mich bei diesem Projekt ursprünglich eher in der digitalen Arbeit verortet, weil sich das mehr in meiner bisherigen Komfortzone befindet. Mit der Gruppeneinteilung habe ich mich aber auch sehr auf erste (und auch ein weinig späte) Erfahrungen in der Metallwerkstatt gefreut, und ich fand den Gedanken toll, diese Schilder tatsächlich zu bauen. Die größte Herausforderung des Kurses lag auch in meinen Augen in der Kommunikation zwischen den Gruppen, sowie mit Mitarbeitenden. Es ist für mich teilweise sehr schwierig, wenn Pläne, ohne Vorwarnung, nicht eingehalten werden können, aber Anna Lenas Organisation hat den Kurs dahingehend etwas gerettet.
Ich denke, dass ich trotz der Anstrengungen und Probleme durch den Kurs einige Berührungsängste mit Metall und Werkzeug ablegen konnte, und viel neues gelernt habe.
Kristin:
Der Kurs hat mir nochmal verdeutlicht wie wichtig doch gute Teamarbeit und Kommunikation ist, deshalb bin ich sehr dankbar, dass in unserer Produktions Gruppe alles so gut geklappt hat. Die Umsetzung der Schilder hat mir persönlich am meisten Spaß gemacht, man ist endlich mal weg vom Laptop und ins machen gekommen. Anfangs hatte ich etwas Respekt vor der Arbeit in der Metallwerkstatt, doch das verflog schnell, da die Arbeit mit Metall für mich tatsächlich sehr angenehm war. Durch unseren Prozess konnte ich sehr viele Handwerkliche Kenntnisse dazugewinnen und ich bin wirklich froh, dass wir in der kurzen Zeit des Großprojektes so ein gutes Ergebnis erzielt haben.
Sandra:
Ich habe in diesem Großprojekt viel dazugelernt. Es war das erste Projekt, bei dem ich den gesamten Produktionsprozess von Anfang bis Ende miterlebt habe, da ich sonst eher im digitalen Bereich arbeite. Dadurch konnte ich viele neue praktische Erfahrungen sammeln.
Besonders durch die Zusammenarbeit mit meiner Gruppe habe ich einiges gelernt, zum Beispiel das Folieren der Schilder. Die dabei gewonnenen Kenntnisse konnte ich sogar direkt in einem anderen Projekt, meinem Wahlmodul, anwenden.
Außerdem hat mir das Projekt gezeigt, wie wichtig gute Kommunikation und eine klare Planung sind. Gerade bei einer so großen Gruppe helfen Absprachen und eine gute Agenda dabei, den Überblick zu behalten.
Mit meiner Produktionsgruppe war ich außerdem sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert und wir konnten uns gegenseitig gut unterstützen.
Insgesamt bin ich mit meiner Entwicklung im Kurs sehr zufrieden und hoffe, das Gelernte auch in zukünftigen Projekten nutzen zu können.