Aus physikalischer Sicht ist Sichtbarkeit das Ergebnis der Wechselwirkung von Licht mit einem Objekt. Ein Körper ist sichtbar, wenn er Licht reflektiert, streut oder emittiert, das vom menschlichen Auge oder einem Messinstrument erfasst werden kann. Aus psychologischer Sicht bedeutet Sichtbarkeit hingegen nicht zwangsläufig, dass auch innere mentale Zustände wahrgenommen werden. Obwohl eine Person physisch sichtbar und räumlich präsent ist, bleiben subjektive Erfahrungen wie Angst der direkten Beobachtung entzogen. Das Phänomen der sichtbaren Unsichtbarkeit beschreibt die Diskrepanz zwischen der objektiven physikalischen Sichtbarkeit des Körpers und der fehlenden unmittelbaren Wahrnehmbarkeit psychischer Prozesse. In diesem Projekt habe ich mich damit beschäftigt wie diese Unsichtbarkeit, künstlerisch im Bezug auf Selbstdarstellung, und mit dem Umgang mit Angst aufzeigbar ist.
IDEENFINDUNG
Nach dem sammeln von vielen Gedanken zu Angst und Selbstdarstellung merkte ich, dass meine Gedanken zum Thema kein Ende finden werden und ich nicht Das eine Produkt entwickeln kann, welches alle Eigenschaften die ich mir im Kopf ausmale, beinhalten kann.
Im Naturkundemuseum in Berlin wurde ich sehr dazu inspiriert das Thema des visuellen Versteckens, sowie Anpassung und Eigenschaften welche durch das Äußere beeinflusst werden, mit meinen Hauptgedanken zu verbinden.
Da ich mich zuerst mit Selbstdarstellung, im Bezug auf Angst und innere Welten, auseinander setzen wollte, griff ich insbesondere den Schutzmechanismus des `Unsichtbarmachens` vieler Insekten auf.
Sie können z.B ihre Shillouette gezielt verändern ( Deckbarkeit und Offenbarung von Farben z.B beim Aufschlagen von deren Flügeln oder das scheinbare verwandeln zu einem Stock )
Ebenso blieb mir die Einordnung von Gadgets bzgl. Angststörung von einem Soziologen Paul mit dem wir sprachen im Kopf. Und zwar das Entstigmatisierung nicht immer versteckt stattfinden muss, sprich es darf laut, übertrieben, auffallend passieren.
Ich bewegte mich zusammenfassend, mit dem Gedanken weiter, etwas zu designen was das Erscheinungsbild zum eigenen Schutz verändern / an die Gegebenheiten anpassen, lässt.
Sprich wie viel von mir will ich zeigen? Wie will ich mich Selbst zeigen?und vor allem Wie, und Wie sehr, möchte ich meine Innere Welt nach Außen tragen. Des weiteren ein wichtiger Gedankengang war auch, wie kann ich mich in meiner Kleidung wohlfühlen zsm. mit Material, Gefühl und Sicherheit?
Daraus entstanden die Eigenschaften, Schnürungen / Metall, Schimmern / Farbenkontraste, Sichtbarkeit / Netz / Transparente Stoffe.
Diese Eigenschaften habe ich auseinandergeklüstert und versucht in Details mit Textil in einzelne Teile zu visualisieren.
PROZESS
I KONZEPTION
Ich habe versucht mit dem Material welches ich schon zuhause hatte auszutesten wie das ganze aussehen kann, und habe dabei Materialien mit gewünschten Eigenschaften drapiert und gelayert und so deren Effekt, auch miteinander, dokumentiert.
II MATERIALPROBEN
Um Materialproben zu machen wollte ich die Effekte die mir wichtig waren, fotografisch einfangen. Dabei habe ich mit Licht gearbeitet und so Transparenz, mit und ohne Netz sowie das Schimmer des Materials instrumentalisiert. Sowie das Aufzeigen der Reflexion von den Stoffen und auch deren Musterungen und Haptik.
Ebenso habe ich Stoffe übereinander gelegt welche durchlässig oder gemustert waren und mit Bleichmittel besprüht so dass die durchlässigen Stellen an denen das Bleichmittel Licht ab bekommt gefärbt werden.
Dabei entstanden interessante Musterungen welche an ein Rehkitz erinnern. Diese sind ebenso ein Schutzmechanismus, da die Flecken der Rehkitze das Licht bzw. den Schatten der Sonne welche durch die Bäume im Wald strahlt imitieren. um so am Waldboden nicht auf zu fallen.
III STOFFE / EKRENNTNISSE
Beim Stoffe suchen war ich noch sehr fixiert darauf ein sehr grellen kontrastreichen Stoff zu finden. Habe mich Schluss endlich aber für beim zweiten Outfit auf den Effekt von Transparenz konzentriert und durchlässige Stoffe gesucht welche beim übereinanderlegen einen Teil weniger transparent/gefiltert darstellen. Ebenso sollten sie farblich aufeinander wirken bzw. gegenseitig deren Effekt (Schimmern/Netz) verstärken.
Beim ersten Outfit war mit der Tragekomfort sehr wichtig deshalb nahm ich einen 100% Baumwolle Stoff welcher dehnbar ist und sehr angenehm an der Haut anliegt. Was auch wichtig war, da der weiche Stoff sowie die weiche Wolle der Ärmel auf der Haut unterbrochen werden sollten von kalten Metall welches die Rezeptoren triggert, sowie die Schürung und Halt an gewissen Stellen verstärkt und so Komfort aber auch das Gefühl von Angst darstellen kann.
Dabei kann man durch die Schürungen an den Seiten verbunden mit dem Arm die stärke der Schnürung selber durch ziehen der Fäden beeinflussen.
Ebenso wollte ich ein Widget einbauen, welches wie ein Schmuckteil dazu kommt und wieder durch kaltes Metall das Gefühl auf der Haut durch Akupressurpunkte/Massage das Nervensystem beruhigt.
IV NÄHEN/UMSETZUNG
Der Prozess bestand darin Schnittmuster zu machen welche vielfältig einsetzbar sind. Nachdem ich ein homogenes Konzept für das erste Outfit hatte wo ich ein angenehm anliegendes Oberteil mit weicher Netzstruktur an dem Ärmeln hatte, musste ich rausfinden wie die Schnürungen vom Konzept des Angstgefühls einzubringen sind und mit welchen Metall ich arbeite und alles sprich Ärmel Schnüren und Widget verbinde.
Die Kette mit dem Widget sollte möglichst elegant wie Schmuck/Steine am Hals anliegen
Beim zweiten Outfit war es etwas schwieriger da ich mit layering mich ausprobieren musste um rauszufinden welche Stellen freier und welche bedeckter darstellt werden sollen und musste dabei das ganze Größenverstellbar gestalten, da ich mit einen Tischdecken Stoff arbeitete welcher nicht dehnbar ist.
Die Kapuze hat sehr viele Anläufe gebraucht da der Netzstoff nicht so fällt wie gewollt und um die Anpassung/ Schnürung am unteren Bereich zu ermöglichen , habe ich die Kapuze mit einem Kragen optisch getrennt und mit Schnüren die Möglichkeit gegeben besser anliegend zu machen. um die Kapuze groß/lang genug zu machen das man sein Gesicht bzw. Einflüsse leicht verstecken/filtern kann musste ich sie in drei Teilen nähen und so ein Konstrukt welche genau über das Auge fallen kann ohne zu rutschen zu schaffen.
ERGEBNISSE
I BOOKLET
II FINALE SHOTS
III EXTRA SHOTS
BTS