1. EINLEITUNG

Als Grundlage für unsere Arbeit wurden uns gestalterische Rahmenbedingungen vorgegeben. Dazu gehörten unter anderem die verwendeten Farben sowie die Schrift PF DIN MONO (Stencil). Auf dieser Basis haben wir begonnen, unterschiedliche Möglichkeiten für die Gestaltung der Informationen auf den Schildern zu testen.

2. PROZESS

2.1 Erste typographische Experimente

Zu Beginn haben wir zunächst sehr direkt mit der Gestaltung experimentiert. Texte, Schlagwörter und Informationen wurden in verschiedenen Größen ausgedruckt und miteinander verglichen. Dabei war für uns wichtig, nicht ausschließlich am Bildschirm zu beurteilen, ob eine Gestaltung funktioniert. Durch die Ausdrucke konnten wir besser nachvollziehen, wie groß eine Information tatsächlich wirken muss und welche Unterschiede zwischen den einzelnen Hierarchieebenen entstehen.

Besonders bei einem Orientierungssystem spielt die Größe der Schrift eine entscheidende Rolle. Informationen müssen aus einer bestimmten Entfernung schnell erkannt werden können. Gleichzeitig darf die Schrift nicht so groß werden, dass andere Informationen ihre Bedeutung verlieren. Deshalb haben wir verschiedene Größen getestet und miteinander kombiniert.

2.2 Schrift und Hierarchie

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung einer typografischen Hierarchie. Nicht jede Information auf einem Schild ist gleich wichtig. Deshalb mussten wir überlegen, welche Begriffe zuerst wahrgenommen werden sollen und welche Informationen erst bei genauerem Hinsehen gelesen werden.

Wir haben deshalb mit unterschiedlichen Schriftgrößen, Schnitten und Anordnungen gearbeitet. Dabei wurde ausprobiert, wie stark sich einzelne Informationen voneinander absetzen müssen, damit eine klare Orientierung entsteht. Die Schrift sollte dabei nicht dekorativ eingesetzt werden, sondern vor allem eine funktionale Aufgabe erfüllen.

Durch die verschiedenen Tests entstand nach und nach ein System, das für mehrere Schilder übernommen werden konnte. Dadurch mussten wir nicht jedes Schild komplett neu gestalten, sondern konnten mit wiederkehrenden typografischen Regeln arbeiten.

2.3 Farbe

Neben der Schrift war auch die Farbe ein wichtiger Bestandteil unserer Experimente. Die vorhandenen Farben des VorOrt Hauses sollten berücksichtigt und in das Orientierungssystem übertragen werden. Dabei haben wir untersucht, wie Schrift und Farbe miteinander funktionieren und welche Kombinationen sich für unterschiedliche Informationen eignen.

Gerade bei größeren Schildern war es wichtig, darauf zu achten, dass die Farbflächen und die Typografie genügend Kontrast haben. Gleichzeitig sollte das Orientierungssystem nicht beliebig bunt wirken, sondern trotz verschiedener Farben als zusammengehöriges System erkennbar bleiben.

2.4 Größen und Maßstab

Ein wichtiger Teil des Prozesses war das Arbeiten mit unterschiedlichen Maßstäben. Die Gestaltung eines Schildes auf dem Bildschirm lässt sich nur schwer einschätzen, wenn man die tatsächliche Größe nicht berücksichtigt. Deshalb haben wir viele Elemente ausgedruckt und in unterschiedlichen Größen miteinander verglichen.

Dabei wurde deutlich, dass sich die Wahrnehmung von Schrift und Informationen mit zunehmender Größe des Schildes verändert. Eine Schriftgröße, die am Bildschirm zunächst passend erscheint, kann im Raum zu klein oder zu dominant wirken.

Das Ausprobieren verschiedener Größen hat uns deshalb geholfen, ein besseres Gefühl für die tatsächlichen Proportionen zu entwickeln. Wir konnten dadurch überprüfen, welche Informationen aus größerer Entfernung funktionieren und welche eher für eine nähere Betrachtung gedacht sind.

2.5 Platzierung auf den Schildern

Neben der Größe war auch die Platzierung der Informationen ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Wir haben untersucht, wo sich einzelne Informationen auf einem Schild befinden müssen, damit sie schnell erfasst werden können. Dabei ging es unter anderem um Abstände, Ausrichtung und die Beziehung zwischen verschiedenen Textblöcken.

Die Positionierung sollte nicht nur ästhetisch funktionieren, sondern auch die Orientierung unterstützen. Ein Pfeil oder ein wichtiger Begriff muss beispielsweise anders behandelt werden als eine ergänzende Information. Dadurch entstand eine Kombination aus Typografie, Hierarchie und räumlicher Anordnung.

Wir haben verschiedene Anordnungen ausprobiert und miteinander verglichen. Durch das direkte Gegenüberstellen der Varianten konnten wir besser erkennen, welche Lösungen übersichtlich wirken und bei welchen Varianten die Informationen zu dicht oder zu unruhig angeordnet waren.

2.6 Entwicklung eines Systems

Im weiteren Verlauf ging es zunehmend darum, aus den einzelnen Experimenten ein zusammenhängendes System zu entwickeln. Die verschiedenen Schilder sollten trotz unterschiedlicher Inhalte als Teil eines gemeinsamen Orientierungssystems erkennbar sein.

Dafür haben wir die getesteten Schriftgrößen, Farben, Abstände und Anordnungen miteinander abgeglichen und daraus wiederkehrende Regeln entwickelt. Diese Regeln sollten später als Grundlage für die verschiedenen Schilder dienen und dafür sorgen, dass sich Besucherinnen und Besucher intuitiv durch das VorOrt Haus orientieren können.

Die Arbeit bestand deshalb nicht nur aus dem Gestalten einzelner Schilder, sondern vor allem aus dem Entwickeln einer gemeinsamen visuellen Sprache.

3. FAZIT

Die Arbeit an der Typografie für das Leit- und Orientierungssystem hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Gestaltung immer im Zusammenhang mit ihrem späteren Einsatzort zu betrachten. Besonders das Experimentieren mit unterschiedlichen Schriftgrößen, Farben, Abständen und Platzierungen hat mir geholfen, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie Informationen im Raum wahrgenommen werden.

Dabei wurde deutlich, dass ein funktionierendes Leitsystem nicht durch einen einzelnen Entwurf entsteht, sondern durch viele kleine Tests, Vergleiche und Anpassungen. Auch wenn mir diese offene und experimentelle Arbeitsweise teilweise schwergefallen ist, war sie für den Entwicklungsprozess sehr hilfreich. Besonders interessant fand ich die Verbindung von Typografie und Raum und die Frage, wie Gestaltung dazu beitragen kann, Menschen intuitiv durch einen Ort zu führen.

Rückblickend hätte ich mich gerne noch stärker mit den Bereichen Mapping und Signs auseinandergesetzt, um das Orientierungssystem als Ganzes noch besser kennenzulernen. Trotzdem nehme ich aus dem Projekt viele Erfahrungen im Umgang mit Typografie, Maßstab und räumlicher Gestaltung mit.