01 - Idee und Konzept

Gestalterische Idee: Natürlichkeit trifft auf industrielle Präzision.

Die Gestaltung basiert auf dem Kontrast zwischen organischen und geometrischen Formen. Das Holz wird nicht vollständig geglättet oder vereinheitlicht, sondern in seiner natürlichen Beschaffenheit bewusst eingesetzt.

Im natürlich zersplitterten Bereich des Stammes bricht sich das Licht an den unregelmäßigen Holzfasern und erzeugt ein abwechslungsreiches Spiel aus Licht und Schatten. Dadurch wird die organische Struktur des Materials betont und die natürliche Beschaffenheit des Holzes gezielt in die Lichtwirkung integriert.

Der Lichtstreifen im oberen Bereich soll hingegen den industriellen Charakter des Objekts hervorheben. Durch eine präzise Lichtführung und eine scharf abgegrenzte Lichtkante soll ein klarer Kontrast zur unregelmäßigen, natürlichen Lichtwirkung im unteren Bereich entstehen.

02 - Mock-up

Um das Objekt besser zu verstehen, fertigte ich zunächst ein Mockup aus Pappe an. Dafür klebte ich mehrere Pappkreise übereinander und überlegte mir, an welchen Stellen das Licht gebrochen werden sollte, um die gewünschte Lichtwirkung zu erzielen.

03 - Digitalisierung

Auf dem Weg zu meiner Familie entdeckte ich in einem Wald in der Nähe von Coburg zwei Baumstämme und nahm sie mit nach Dessau.

Mithilfe einer 3D-Scan-App digitalisierte ich einen der abgebrochenen Baumstämme und versuchte anschließend das Modell in Blender für den 3D-Druck aufzubereiten. Nach zwei Tagen voller Versuche in Blender und Rhino war die Geometrie des Objekts immer noch ungeeignet für den 3D-Druck.

Daraufhin machte ich mich mit dem Baumstamm auf den Weg in die Holzwerkstatt, um meine ursprüngliche gestalterische Vision auf handwerklichem Weg so weit wie möglich umzusetzen.

04 - Making-of

In der Holzwerkstatt bohrte ich zunächst mit einem 20 mm breiten Bohrer in den abgebrochenen Bereich des Stammes. Dabei war besondere Vorsicht zu halten, da das Holz bereits sehr spröde war und Teile davon durch die Bohrung unkontrolliert absplittern konnten.

Anschließend bohrte ich von der glatten Seite aus mit einem schmaleren Bohrer in den Stamm, bis beide Öffnungen miteinander verbunden waren. Dadurch entstand ein durchgängiger Kanal, durch den ich später die Kabel führen konnte.

Um im oberen Bereich eine Zugentlastung für die Kabel zu schaffen, verwendete ich ein abgesägtes Stück des Stammes als Deckel und fräste eine kleine Aussparung hinein. Aus einem Kabelbinder fertigte ich einen Stopper, der die Kabel vor dem Herausziehen schützen sollte. Abschließend verleimte ich die beiden Holzteile miteinander. Dadurch wer der Lichtspalt im oberen Bereich leider nicht mehr möglich zu verwirklichen.

05 - Fazit

Auch wenn mein Objekt am Ende anders geworden ist, als ich es mir zu Beginn vorgestellt hatte, bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Vor allem, dass ich es innerhalb von zwei Wochen umgesetzt habe. Dass der ursprünglich geplante Lichtstreifen im oberen Bereich fehlt, finde ich mittlerweile nicht mehr so schlimm, da ich die Schattenformen, die durch die natürliche Holzstruktur entstehen, sehr interessant finde. Außerdem bin ich sehr froh, dass ich Oryn aus echtem Holz fertigen konnte und nicht auf den 3D-Druck zurückgreifen musste.

Im Laufe des Projektes habe ich außerdem gelernt, dass man manchmal auf seine eigene Idee vertrauen und versuchen sollte, sie trotz der Zweifel anderer umzusetzen. Sollte ein Ansatz scheitern, kann man immer noch auf Plan B zurückgreifen. Gerade diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, an der eigenen Vision festzuhalten und gleichzeitig offen für alternative Lösungen zu bleiben.

Besonders gefallen hat mir jedoch der Umgang miteinander innerhalb des Projekts. Der gegenseitige Support hat die gemeinsame Arbeit sehr bereichert und ist etwas, das ich mir auch für viele andere Kurse wünschen würde. Dafür möchte ich mich bei meinen Kommiliton:innen und natürlich bei Lukas Rittwage bedanken.

Ich nehme viele wertvolle Erfahrungen aus dem Projekt mit und bin sehr froh, dass ich mit Oryn ein Objekt entwickeln konnte, das ich nicht nur selbst gerne behalten werde, sondern auch in mein Portfolio aufnehmen kann.