In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
„We cannot protect something we do not love, we cannot love what we do not know, and we cannot know what we do not see. Or hear. Or sense.“ — Richard Louv (2012, „The Nature Principle: Reconnecting with Life in a Virtual Age“)
Die Naturentfremdung ist ein allgegenwärtiges Problem, welches nahezu alle Alters- und Bevölkerungsschichten in Deutschland betrifft. Es ist der gesellschaftliche Wandel, der unsere Beziehung zur Natur über die Jahre so stark verändert hat. Die zunehmende und unaufhaltsame Urbanisierung und Digitalisierung beeinflussen nicht nur unsere psychische sowie physische Gesundheit, sondern auch unser Verhalten. Uns offenbaren sich neue, schier unendliche Möglichkeiten. Doch bringen diese Freiheit mit sich oder doch mehr Einschränkungen? Um die Vorteile dieses Wandels nutzen zu können, müssen wir uns anpassen – und mitmachen.
So wird es immer schwieriger aus eigenem Antrieb offline zu gehen und die Vorteile analoger Beschäftigungen für sich zu nutzen. Bewiesenermaßen führt der Dauerkonsum digitaler Anwendungen zu einem Suchtverhalten, ebenso ist unsere Aufmerksamkeitsspanne bereits drastisch gesunken. Die Herausforderung besteht also darin, einen Ausgleich beider Medien- und Kommunikationsformen im Alltag zu schaffen, um die negativen Aspekte zu minimieren und sich die positiven zu Nutze zu machen. Unser Fokus liegt hierbei auf der wohl ursprünglichsten Art der analogen Beschäftigung – dem Erleben der Natur.
In Zeiten der Klimakrise ist es enorm wichtig, dass uns die besondere Bedeutung und die überlebenswichtige Rolle der Natur bewusst wird. Um dies zu begreifen, müssen wir uns mit ihr umgeben und lernen, sie zu verstehen. Bekanntlich profitieren auch unsere Psyche und Physis vom Aufenthalt in der Natur, dennoch ist ist es für manche Menschen noch eine Überwindung, Zeit draußen zu verbringen. Deshalb war es uns wichtig, eine praktische, multifunktionale und spielerische Möglichkeit zu finden, die diesen Menschen eine einfache Umsetzung im Alltag ermöglicht.
So entstand vergissmeinnicht, ein Mix aus Bestimmungsbuch und Herbarium. Gesammelt werden können 29 Pflanzen aus 5 verschiedenen Lebensräumen. Das Ziel des Buchs ist, den Anreiz zu schaffen, wieder mehr Zeit an der frischen Luft zu verbringen, sich in kleine Abenteuer zu stürzen und eine Begeisterung für Pflanzen und deren vielseitigen Nutzen zu wecken.
Zur richtigen Bestimmung der Pflanze braucht es nicht nur eine treffende Beschreibung, sondern auch eine geeignete Darstellung. Seit jeher werden dafür in Bestimmungsbüchern Illustrationen genutzt.
Verwendet wurde das digitale Zeichenprogramm Procreate, eine gedeckte Farbpalette sowie 3 verschiedene digitale Pinsel. Die Schattierungen entstanden durch eine grobe Körnung, feine Linien deuten die Blattadern an.
Das Ziel war eine moderne, reduzierte Optik, welche wissenschaftliche Themen wie die der Botanik auch an eine junge Zielgruppe heranführt und spannend macht. Zudem bieten sie einen spannenden Kontrast zu den traditionellen Elementen der Schriften.
Für eine schnellere Erfassung der Hauptmerkmale Blattform (Blattspreite), Blattrand und Blattstellung haben wir Icons erstellt. Auf den Bestimmungsseiten geben sie einen Überblick, worauf man bei der Pflanze bei der Bestimmung achten muss. Zu Beginn des Buches ist eine Legende, welche die Icons mit ihrem jeweiligen botanischen Fachbegriff zeigt.
Der Stil der Icons ist an der Schrift Eskapade, eine der zwei Hauptschriften des Buchs, angelegt.
Das Konzept schließt die Herausgabe weiterer Mitmachbücher dieses Prinzips mit ein. Beispielsweise Bücher zum Bestimmen und Sammeln von heimischen Bäumen, bzw. deren Blätter, oder der typischen Wildpflanzen Spaniens.
Um eine Zusammengehörigkeit zwischen diesen Büchern herzustellen und eine Vermarktung von Merch zu vergissmeinnicht zu ermöglichen, war die Gestaltung eines Logos Teil unserer Arbeit.