In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In dem Großprojekt „Zauber der wilden Wiese“ gestalteten wir in Kooperation mit dem Master Online Kommunikation aus Bernburg, ein Magazin zum Thema Blühfeld. Begleitet wurde das Ganze von Prof. Gerald Christ und Prof. Dr. Daniel Michelis.
Nachdem wir uns gemeinsam mit Blühfeldern, Biodiversität, Nachhaltigkeit und einigen anderen korrelierenden Themen beschäftigten, machte ich mich auf die Suche nach zwei Themen für meine Artikel. Da ich mich persönlich sehr für Insekten interessiere, war für mich schnell klar, dass ich in diese Richtung gehen möchte. Ich suchte mir drei Ideen raus.
Das erste Thema handelte von Taxidermie bei Insekten. Mich faszinierte das Präparieren schon immer und ich wollte mich schon länger näher damit beschäftigen. Welche verschiedenen Arten von Präparaten gibt es? Wie werden sie genutzt? Welchen wissenschaftlichen Nutzen haben diese Präparate? Welche Darstellungsmethoden gibt es und welchen Nutzen haben diese?
Beim zweiten Thema ging es um Entomologie allgemein. Ich wollte mit Hilfe von Interviews, Einblicke schaffen in das Leben auf der Wiese. Welche heimischen Arten gibt es? Inwiefern sind diese wichtig für das Ökosystem Wiese? Inwiefern sind diese wichtig für das generelle Ökosystem? Welchen Nutzen können wir aus ihnen ziehen? Können Insekten Nutztiere werden oder sind sie das vielleicht schon?
Meine letzte Idee brach etwas heraus. Sie handelte von Wiesen in Märchen. Ich wollte mich näher beschäftigen mit der Bedeutung der Wiese in Märchen – Welche Fabelwesen sind durch Inspiration von Wiesen entstanden? Ist die Wiese eher positiv oder eher negativ konnotiert? Gilt sie nur als Schauplatz oder gibt es tiefere Bedeutungen?
Letztendlich entschied ich mich dazu meine ersten zwei Themen zu einem zusammenzufassen. Für meine zweite Idee, beschloss ich selber ein Märchen zu schreiben. Somit standen meine zwei Ideen fest und ich konnte mit Research beginnen.
Für das Thema „Miniatur Wunderwerke“ schickte ich einige Anfragen für Interviews heraus, welche dann leider auf sich warten ließen. Währenddessen beschloss ich trotzdem aktiv zu bleiben und besuchte die Ausstellung „ProInsekt“ im Naturkundemuseum Leipzig. Hier konnte ich schon einige Informationen sammeln, da die Ausstellung gut auf heimische Insekten abgestimmt war. Auch hatte ich die Möglichkeit einen Insektenpräparations Workshop unter der Führung von Robert Klesser zu besuchen. Herr Klesser beantwortete dort alle meine enthusiastischen Fragen bezüglich des Themas. Nach ein paar weiteren Emails konnte ich dann auch ein Interview bei Joachim Händel ergattern, welcher Präparator in der Zoologischen Sammlung der Martin-Luther-Universität ist. Er beantwortete meine Fragen und wir führten ein sehr informatives Gespräch über heimische Insekten, auch mit Bezug auf das Blühfeld, welches die Grundlage für meinen Artikel darstellte.
Für die Bebilderung meines Artikels beschloss ich mich am Archiv des Fachpraktikums zu bedienen und zusätzlich hatte ich die Möglichkeit während meines Workshops einige Bilder zu machen, welche ich mit einbinden wollte.
Für meinen eher wissenschaftlichen Text wollte ich ein Layout designed, welches recht klassisch wirkt. Ich arbeitete mit einem 9-spaltigen Raster und begann Bilder und Textblöcke zu schieben. Schnell wurde mir deutlich, dass ich zu viel auf eine Seite presste und diese damit überlud. Also dröselte ich das Ganze wieder auf und arbeitete vermehrt mit Weißraum. Mal zu viel, mal zu wenig. Langsam aber sicher, mit viel Feedback von Kommilitonen und Prof. Christ, entwickelte sich ein Entwurf mit dem ich zufrieden war.
Mir war es wichtig die tollen Fotos, die beim Fachpraktikum im Sommer entstanden, in den Vordergrund zu setzen. Also zoomte ich an die Insekten heran und spielte mit den Größen der Fotos.
Für die Research zu meinem Märchen begann ich hauptsächlich typische Märchen zu lesen. Ich hatte noch eine alte Gebrüder Grimm Sammlung aus meiner Kindheit, mit den typischen, oft recht grausigen, Märchen, wie Hänsel und Gretel oder Aschenputtel. Obwohl mir die gruseligen Märchen immer am besten gefielen, hatte ich das Gefühl, dass es für dieses Magazin nicht geeignet war.
Ich beschloss also ein Märchen mit positiven Aspekten zu schreiben und vielleicht auch mit einer Moral im Bezug auf die Blühwiese. Nachdem ich mich einiger Märchen Klischees bediente, entstand „Das Lied der Wiese“.
Ein Märchen über eine singende Wiese, die ein Dorf mit Glück erfüllt, als ein Fremder auftaucht und das Glück stört. Das kleine Mädchen Else macht sich nun auf, um die Wiese und das Glück und die Freude der Bewohner zu retten. Das Märchen endet mit einem Appell an den Leser, auf die Natur zu achten und sie zu pflegen, denn nur so kann sie uns glücklich machen.
Ich war mir mit dem Design des Layout stets unsicher, was unschwer an meinen Entwürfen erkennbar ist. Ich wollte zwar den Charme eines alten Märchenbuches einfangen, es jedoch weder kitschig noch altbacken wirken lassen.
Auch die Bildsprache änderte sich stetig, bis ich beschloss selber zu illustrieren. Dies war Neuland für mich, da ich zwar oft und gerne zeichne, aber eher abstrakt arbeite. Trotzdem hatte ich sehr viel Spaß dabei und mit viel Feedback aus meiner Umgebung, ist die Illustration gut gelungen.
Für die Dessau Design Schau gestalteten wir einen sehr ansehnlichen Raum, welcher das Magazin gut widerspiegelte. Die einzelnen Magazin Seiten lagen zu lesen und bestaunen aus. Details wurden in groß von der Decke gehängt und im hinteren Teil des Raumes, gab es eine Diashow mit weiteren Bilder des Fachpraktikums, um die ich mich kümmerte. Und natürlich durfte eins zu bestaunen nicht fehlen: Einige fertig gedruckt und gebundene Exemplare der ersten Auflage unseres Magazins „Wildwuchs“!
Ich wollte schon immer Editorial Design ausprobieren und bin sehr froh, dass es im Rahmen dieses Großprojekts passiert ist. Ich konnte mich mit Themen beschäftigen, die mich stark interessieren und mich kreativ ausleben. Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Projekt, auch wenn ich noch einiges verbessern kann. Ich glaube mit mehr Zeit hätte ich noch mehr herausholen können.