In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Im Rahmen der Landesliteraturtage 2026 in Sachsen-Anhalt wurde, in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Dessau-Roßlau, ein Corporate Design inklusive passender Kommunikationsmedien gesucht. Innerhalb dieses Großprojektes wurde dies vielfältig umgesetzt. Mein Konzept trägt den Arbeitstitel „Raum für Worte“.
Für meinen Arbeitsprozess ist es förderlich immer ein Skizzenbuch in der Nähe zu haben, da ich so Ideen möglichst schnell visualisieren kann, ohne auf Ordnung achten zu müssen. In der Übertragung in Illustrator oder InDesign können dann Details angepasst werden.
Für Kontrast und Auffälligkeit entschied ich mich am Anfang für schwarz-weiße Streifen, die für die schwarz gedruckten Texte auf weißem Papier stehen. Durch die Formgebung der Streifen entsteht ein Raum auf der Fläche, durch den BetrachterInnen angezogen werden.
Auch, wenn die Auffälligkeit erreicht war, wirkte das Gesamterscheinungsbild durch den starken Kontrast und überwiegend kühle Farbgebung zu hart. Dies würde je nach Umfeld nicht die einladende Wirkung erreichen, die ich wollte. Auch die Schrift war noch nicht optimal gewählt, da die Lesbarkeit durch die (nicht vorhandenen) Punzen erschwert war.
Ich habe mich für zwei Schriften entschieden, die in meinem Konzept genutzt werden sollen.
Dabei wird die Farnham Display Regular für Überschriften und vorrangig auf Plakaten und co. verwendet, während die Anaheim Regular besser für Fließtexte und Informationen geeignet ist.
Mir war wichtig auf den Plakaten einen Kontrast zu den geraden Streifen zu erzeugen, und habe dies durch eine rundliche Schrift getan. Anaheim hingegen besitzt einen geraden Charakter und ist im Text übersichtlicher.
Beides sind Serifenschriften, um den Aspekt der Literatur zu bedienen.
Die neuen Farbpaletten habe ich mehr auf freundliche, einladende Farben und Komplementärkontraste geachtet, die sowohl für Plakatreihen geeignet sind, als auch jeweils einer Einzelveranstaltung, wie den Langen Nächten zuzuordnen werden können.
Als Key Visual haben sich dann diese Räume ergeben, welche farblich zur Veranstaltung angepasst werden.
Die Streifen bilden durch Verzerrung einen Raum für die Geschichten und erinnern vage an die Tapete eines gemütlichen Lesezimmers oder ein exzentrisches Sofa. Es soll eine angenehme Atmosphäre entstehen und Interesse geweckt werden. Durch die Platzierung von Licht und Schatten entsteht zusätzlich Tiefe und das Motiv/ die Typografie gerät in den Fokus.
Mein ursprünglicher Gedanke für das finale Konzept belief sich auf eine rein auf Typografie basierte Plakatreihe. Dazu gibt es hier erste Versuche.
Am Ende entschied ich mich jedoch dagegen, um einerseits die Literatur schneller erkennbar zu machen, somit die Fernwirkung zu verändern. Andererseits wollte ich somit auch die jeweiligen Veranstaltungen voneinander unterscheidbar machen, gleichzeitig auch einen Seriencharakter erzeugen.
Die Einzellesungen erhalten ein abgewandeltes Design, wobei weiterhin das Key-Element der Streifen genutzt wird. Das einzelne Buch steht im Vordergrund und die Informationen zur Lesung finden sich auf dem Buchcover ein. In diesem Beispiel ist das Orange aus meiner Farbpalette passend zum originalen Buchcover gewählt.
Bei Lesungen in Schulen und Seniorenheimen habe ich aus Gründen der Sichtbarkeit ein freundliches, auffälliges Gelb verwendet. Der gestreifte Raum bildet erneut den Hintergrund, mittig auf der Fläche sieht man ein Buch. Das Cover kann von den jeweiligen Veranstaltungsorten genutzt werden, um die Informationen der Lesung anzuheften.
Auch im Instagram-Feed finden sich die Plakatmotive in leichter Abwandlung wieder. Um mit dem kleineren Format zu arbeiten, sind bei Veranstaltungen wie den langen Nächten auf der ersten Seite die wichtigsten Informationen (Was? Wann? Wo?) vorhanden und weitere Angaben finden sich auf der zweiten Seite.
Für mehr Abwechslung und Übersicht finden sich im Feed verteilt weiße Seiten, bei denen in der unteren rechten Ecke die Folgeseite mit dem bekannten Muster zu sehen ist. Damit wird auch das Motto der Landesliteraturtage „…findet stadt“, durch den Aspekt des Findens bedient.
Die Stempelkarte kann aufgefaltet werden und hat im geschlossenen Zustand ein klassisches Visitenkartenformat, sodass man sie leicht in der Tasche oder im Portemonnaie verstauen kann. Zudem finden sich die personenbezogenen Daten auf der Rückseite, was für mehr Privatsphäre beim Stempeln sorgt. Die Stempelfläche besteht aus Kreisen, welche, die Farbe der jeweiligen Veranstaltung haben. Durch den Stempel erhält die Fläche nochmal Tiefe und entspricht dem Motiv welches sich auch auf der Website wiederfindet.
Für den online Kalender kreisten meine zentralen Gedanken um Übersichtlichkeit und Literaturbezug.
Dafür habe ich mich für ein Erscheinungsbild entschieden, welches einem geöffneten Buch ähnelt, durch welches man blättern kann. Die Veranstaltungsdaten fungieren als Seitenzahlen und der Abstand zwischen den Seiten ergibt ein subtiles Streifenmuster, sodass das Key Visual weiterhin vorhanden ist.
Die langen Nächte werden durch den gleichfarbigen Kreis mit dem entsprechenden Poster assoziiert, ohne überladen zu wirken.
Ich habe viel Freude an Literatur und finde Corporate Design als Bereich sehr spanend, weshalb ich mich für das Großprojekt entschieden habe. Zu Beginn fiel mir das Orientieren im Kurs und Finden einer Richtung für das Projekt ziemlich schwer. Aber je mehr Zeit ich investieren konnte, umso klarer wurde die Vorstellung vom finalen Entwurf. Besonders durch die Konsultationen konnte ich einen Weg finden hinter dem ich stehen kann, und auch in der Weihnachtszeit während des Kurses konnte ich viel Energie und Zeit am Stück in den Kurs investieren, was sich auf jeden Fall positiv darauf ausgewirkt hat.
Es war eine sehr interessante und auch fordernde Erfahrung zum ersten mal an einem realen Auftrag zu arbeiten, weil auch der Arbeitsablauf dadurch verändert wurde, im Vergleich zu internen/fiktiven Projekten. Besonders Deadlines waren dadurch verändert und oftmals war die Zeit bis zum Präsentieren deutlich verkürzt, im Vergleich zur normalen Kursstruktur. Die Präsentation und das direkte Feedback von der Jury fiel natürlich sehr positiv aus, dennoch bin ich mir über die Verbesserungsansätze bewusst, beispielsweise was den Stadtbezug angeht.
Ich denke mein Konzept hat eine große Transformation im Laufe des Großprojektes durchgemacht, wie auch viele der anderen Entwürfe, worüber ich sehr froh bin. Außerdem musste ich mich nochmal sehr intensiv mit Adobe Illustrator auseinandersetzen, und eigene Zweifel überkommen, um meine Ideen darstellen zu können, was mich in der Zukunft noch unterstützen wird.
Ich habe gelernt, dass manche -auch sehr gemochte- Ideen komplett über den Haufen geworfen werden müssen, um etwas gehaltvolleres gestalten zu können, und wie wichtig es ist, sich selbst von seinem Projekt distanziert betrachten zu können.
Insgesamt bin ich zufrieden mit meinem Konzept und konnte sehr viel durch das Großprojekt dazulernen.