Incom ist die Kommunikations-Plattform der Hochschule Anhalt Fachbereich Design

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OM 3D MOBILITÄT „LYRO“

LYRO ist ein leichtes, designorientiertes Noise-Cancelling-Device, das in der Ohrmuschel getragen wird. Gefertigt aus Titan, Silber oder Gold vermittelt es Ruhe und Ausgeglichenheit – ganz ohne Technologie, allein durch seine Form. Durch seine sanfte, kontinuierliche taktile Präsenz stimuliert LYRO gezielt die individuelle Shenmen-Zone oder die Vagus-Zone der Ohrmuschel.

INSPIRATION

Meine Intention war, ein Schmuckobjekt zu entwerfen, das Ruhe ausstrahlt und eine hochwertige, zeitlose Ästhetik besitzt.

Im Mittelpunkt stand für mich das neuzeitliche Phänomen der Reizüberflutung im Alltag. 

Um dieses Problem zu lösen stellte ich mir die Aufgabe, ein Gerät zu entwickeln, das die Intensität reizüberflutender Momente verringert und zugleich ästhetisch ansprechend ist.

Mein Ziel war es, ein Design zu schaffen, das nicht stigmatisierter ist, sondern selbstverständlich wirkt. Durch eine individuelle, ästhetische Gestaltung soll eine stille Gemeinsamkeit der Nutzer:innen entstehen. Ein Gefühl von Verständnis und Zugehörigkeit, das es ermöglicht, miteinander in Kontakt zu treten, ohne sich erklären zu müssen.

Gleichzeitig sollte das Objekt alltagstauglich sein und sich natürlich in unterschiedliche Lebensrealitäten einfügen. Ich wollte bewusst keine klar abgegrenzte Zielgruppe ansprechen, sondern ein Design entwickeln, das für alle Altersgruppen, Geschlechter, Ethnien, etc. zugänglich ist und für jeden funktioniert.

MISSION STATEMENT

LYRO ist ein Objekte welches sensorische Überforderung reduziert und Momente der Ruhe schafft und dennoch ästhetisch ansprechend wirkt. Das wird erreicht indem Form und Material sich individuell auf den Menschen anpassen. Ganz ohne auf Technologie angewiesen zu sein.

DESIGNKRITERIEN

Das Design von LYRO folgt dem Prinzip der minimalistischen Technologisierung. Bewusst verzichte ich auf zusätzliche Funktionen, technische Elemente oder musikalische Reize. Die Wirkung entsteht nicht durch Technologie, sondern durch Form, Material und Präsenz.

Durch die gezielte Positionierung im Bereich der Shenmen- oder Vagus-Zone der Ohrmuschel wird das Nervensystem auf sanfte Weise so stimuliert, dass Stress vermindert wird. So können Entspannung und innere Ruhe gefördert werden.

Ein weiteres zentrales Kriterium ist die individuelle Anpassung. Jedes Ohr ist anatomisch unterschiedlich, deshalb passt sich die Form dem Körper an – nicht umgekehrt. Mit Hilfe einer 3D-Scan-App kann das Objekt präzise auf die jeweilige Ohrform abgestimmt werden, wodurch der Tragekomfort gefördert wird.

Besonderen Wert lege ich auf die haptische Qualität. Die Oberfläche soll sich ruhig, sicher und angenehm anfühlen. Diese Haptik unterstützt das Gefühl von Kontrolle und Beruhigung. 

Auch die Materialauthentizität spielt eine zentrale Rolle. Materialien wie Titan, Silber oder Gold vermeiden bewusst jeden Plastik- oder Fake-Tech-Look. Ihre Wertigkeit schafft Vertrauen, wirkt langlebig und ehrlich. 

Abgerundet wird das Design durch eine ruhige visuelle Sprache. Es gibt keine harten Kanten oder aggressiven Formen. Stattdessen dominieren organische, fließende Linien, die visuelle Ruhe erzeugen und die Funktion des Objekts unterstützen.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die bereits genannte zielgruppenübergreifende Zugänglichkeit. Das Produkt richtet sich nicht an eine klar definierte Altersgruppe. Durch die Vermeidung starker gestalterischer Codes, funktioniert die Formensprache für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen, anstatt eine einzelne Zielgruppe perfekt zu treffen.

KONZEPT&ENTWURF

Nachdem ich meine Designkriterien festgelegt und weiter ausgearbeitet hatte, begann ich mit ersten Skizzen. Dabei kristallisierten sich relativ schnell zwei Entwürfe heraus, die meine gestalterischen Ziele am besten erfüllten.

Auf Grundlage von Feedback entwickelte ich diese weiter und überführte sie schließlich in fünf Motive.

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MODELMAKING

Das Modelmaking war technisch anspruchsvoll und mit einigen Herausforderungen verbunden. In einem ersten Schritt arbeitete ich mit ofenhärtender bunter Fimo-Masse, später durch Feedback, mit lufttrocknender farblosen Fimo-Masse. Beide Materialien brachten unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich, eröffneten jedoch jeweils neue gestalterische Möglichkeiten.

Durch die bunte Fimo-Masse, konnte ich neue Variationen ausprobieren und schaffte einen neuen Look, indem ich mich nicht mit Metallen beschäftigen musste. Dennoch durch die Hitze im Ofen, blieb der Gegenstand nicht gleich. 

Die lufttrockende Fimo-Masse dagegen blieb dem Ohr gerecht, nur das formen ergab sich schwieriger. Schließlich hätte ich mich noch mit Farbe etc. beschäftigen müssen für einen Metall Look, wie er hervorgesehen war.

Im letzten Feedback entwickelte sich zudem die Idee, das Modell mit Magneten auszustatten, um verschiedene Designs austauschbar tragen zu können. Diese Idee habe ich schließlich umgesetzt.

Der gesamte Prozess war eine sehr wertvolle Erfahrung und führte zu einem funktionalen Modell. Es ist gut vorstellbar, das Konzept in Zukunft weiter auszuarbeiten, zu verfeinern und selbst zu tragen.

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Parallel zum handwerklichen Modelmaking habe ich eine erste 3D-Version in Blender umgesetzt, um die Form digital zu untersuchen. So hätte ich auch ein 3D gedrucktes Modell in der Hand halten können. Doch aufgrund des begrenzten Zeitrahmens sowie des erhaltenen Feedbacks habe ich mich jedoch bewusst dafür entschieden, den Fokus auf das handwerkliche Modelmaking zu legen und diesen Ansatz eher weiterzuverfolgen.

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RIMOWA EINREICHUNG

LYRO_Nele_Lange_09.12.2025.pdf PDF LYRO_Nele_Lange_09.12.2025.pdf

REFLEXION

In der Reflexion dieses Projekts wird mir deutlich, dass ich vergleichsweise lange gebraucht habe, um ein Thema zu finden, das ich wirklich ausarbeiten und weiterverfolgen wollte. Besonders der Begriff Mobilität stellte für mich zu Beginn eine große Herausforderung dar, weil das Thema sehr unspezifisch ist und ich keine genauen Richtlinien hatte .

Mit der Zeit bin ich jedoch auf eine Idee gestoßen, an der ich Freude hatte weiterzuarbeiten und die mich motiviert hat, tiefer in den Entwurfsprozess einzusteigen. Daraus ist schließlich ein Endprodukt entstanden, das ich als gelungen empfinde – auch wenn es weiterhin Potenzial zur Verbesserung und Weiterentwicklung bietet.

Für den Rahmen des Kurses halte ich meinen Fortschritt und den durchlaufenen Prozess jedoch für sehr ausreichend. Ich habe während des Projekts sowohl Höhen als auch Tiefen erlebt und musste lernen, hinter meiner eigenen Idee und meinem Produkt zu stehen. Gerade dieser persönliche Lernprozess war besonders wertvoll.

Das Projekt hat mir viel über meine Arbeitsweise, meine Zweifel und meine Stärken gezeigt. Ich bin dankbar für diese Erfahrung.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Integriertes Design

Art des Projekts

Studienarbeit im ersten Studienabschnitt

Betreuer_in

foto: Nicolai Neubert foto: matthias lipeck foto: Christian Kirchner

Zugehöriger Workspace

OM 3D MOBILITÄT

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2025 / 2026

Keywords