Incom ist die Kommunikations-Plattform der Hochschule Anhalt Fachbereich Design

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OM 3D Mobilität „Shipper*in“

OM 3D Mobilität „Shipper*in“

Es ist ein menschliches Bedürfnis, das wir mit unseren Erfahrungen und Ansichten gesehen und wertgeschätzt werden. Wir wollen uns verbunden fühlen. Shippper*in geht diesem Bedürfnis nach und charakterisiert Begegnungsorte im öffentlichen Raum.

Inspirations / Moods

Gesellschaftsorientierte Projekte, die sich für eine gerechtere und zugänglichere Stadt einsetzen. Eine große Inspiration Superblock im Leipziger Osten – ein Raum für Begegnung, Austausch und gemeinschaftliche Nutzung. 

Bezüglich der Materialität und Interaktion mit den Menschen inspirierten mich Sitzsäcke, wie Fatboy – auf die ich mich schlussendlich bei meinem finalen Prototypen bezog.

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Mission Statement

Shippper*in beschreibt Begegnungsorte im öffentlichen Raum. Ziel soll es sein, dass alle Menschen wissen, dass sie an diesen Orten anderen Menschen begegnen können und neue Verbindungen aufbauen können. Alle sich dort versammelnden Menschen haben schon eine Gemeinsamkeit: Sie sind offen, neue Bekanntschaften zu schließen. Durch diesen gemeinsamen Konsens sollen zwischenmenschliche Begegnungen wohlfühlender gestaltet werden und diese mehr in den öffentlichen Raum verschieben. Zudem soll Anonymität in der Stadt aufgebrochen werden – Entfremdung und Einsamkeit soll entgegengewirkt werden.

Designkriterien

- offene/ einladende visuelle Sprache

- interaktiver Charakter

- Wetterbeständigkeit

- Flexibilität

- Irritation im öffentlichen Raum (Kunstinstallation)

Konzept & Entwurf

Wo lernen sich Menschen heutzutage kennen? Welche neuen Wege können können wir uns erdenken? Welche Wege bestreiten wir im Alltag – wie können wir auf diesen Wegen Begegnungen kreieren? Was wäre, wenn es Orte im öffentlichen Raum geben würde, an denen sich gezielt Menschen treffen können, die Lust haben, neuen Menschen zu begegnen. Diese Fragen stellte ich mir viele Male im Prozess. Meine anfängliche Idee eines Art Hochbetts als Begegnungsort formte sich langsam zu einer organischen sich spiegelnden Form. Die Farbwahl der Kissen wollte ich auffällig in warmen färben, wie Orange und Pink halten.

Wie kann ich das Sitzen als kommunikativen und reflektierenden Akt darstellen? Die Menschen können sich in der Form spiegeln. Oder können sie sich ihren Sitzplatz formen? Doch wie komme ich zu einer „universellen“ Form zurück?

Es entstand ein Netzwerk aus organischen Formen – alle Formen sind individuell und passen sich an den Menschen an, der sie benutzt. Sie erinnern an eine Korallenartige abstrakte Form, die das Sitzen gegenüber möglich macht. Durch die weiche Form kann die Person ihre Sitzposition selbst finden und im besten Fall ungezwungen und locker sitzen und in einem Safe Space anderen Menschen begegnen. Die Form selbst kann sich durch das weiche Innenleben wieder in die Ausgangsform zurückbringen.

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Modelmaking

Erste Modelle entstanden aus Papier/ Pappe und gingen in Ton über. Anhand dieser Materialität konnte ich das Bild des Netzwerkes gut visualisieren. Die Form läuft leicht abgerundet nach unten und wird aus einem runden Ankerpunkt mit 3 bis 4 davon ablaufenden Armen realisiert.

Den finalen Prototypen habe ich mit altem wasserdichten Stoff und Wolle erstellt. So wird die Flexibilität gut dargestellt. Die Farbigkeit ist beim Prototypen nicht final, sondern soll auffällig in Pink/ Orange gehalten werden.

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Ausblick / Interview mit dem SUPERBLOCKS e.V. Leipzig

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Was bedeutet für euch Begegnung? Was bedeutet Nachbarschaft? Was bedeutet für euch öffentlicher Raum? Welchen Erfahrungs- und Erprobungsräume für Anwohner*innen arbeitet ihr gerade? Wie bezieht ihr Anwohner*innen in die Projekte ein? Welche persönlichen oder gesellschaftlichen Erfahrungen haben zur Gründung geführt? Wo findet Begegnung im Stadtraum heute statt – und wo fehlt sie? Warum sind zufällige Begegnungen im öffentlichen Raum so wichtig? Wem gehört der öffentliche Raum – und wer nutzt ihn?

Zu Besuch beim Gemeinnützigen Verein SUPERBLOCKS Leipzig e.V.

Bericht Treffen mit Ariane Jedlitschka und Matthias Petzold

4.2.26, online

Superblocks lebt von der Zusammenarbeit mit Partner*innen. Vor allem im Sommer werden die kleinen Sitzinseln benutzt und Menschen begegnen sich dort. Das Sitzdeck vor dem Pögehaus ist auch mobilisierbar, habe ich heute erfahren. Was passiert, wenn man das Sitzdeck vor unterschiedlichen Hausgemeinschaften parkt? Wie unterscheidet sich die Nutzung? Wie können Menschen damit interagieren? Wie kann man darüber informieren und aufklären? Im Gespräch mit Ariane und Matthias wurde mir richtig bewusst, dass viele Menschen in Kontakt mit den Sitzmöglichkeiten treten, sich über die Funktion aber nicht 100% bewusst sind. Wie kann man die Menschen dazu einladen, diesen Teil des öffentlichen Raums als eigenen Raum anzusehen und diesen weiter zu gestalten? Dieser Problematik bin ich ebenfalls in meinem Designprozess begegnet. Es lässt sich in eine kommunikative interaktive Dimension einordnen. In meinem Designprozess habe ich eine Form gefunden, mit der die Menschen in Kontakt treten können und den Alltag pausieren lassen können. Dadurch können sie ein Netzwerk bilden, welches ich mir gestalterisch als Analogie herangezogen habe. Dort endet mein Prozess bislang. Durch das warme offene Gespräch mit den beiden habe ich erkannt, dass sich diese Problematik wahrscheinlich nur durch eine visuelle Sprache lösen lässt, beispielsweise durch eine Kampagne. Wie können wir Aufklärungsarbeit über die Superblocks in eine Kampagne übersetzen? Zusammen konnten wir erste Ideen, wie ein interaktives informierendes Memory oder eine fotografische Ausstellung/ Begleitung der Mobilisation des Sitzdecks vor dem Pögehaus, festhalten.  

Ariane und Matthias waren sehr offen für neuen Input und Anfang März wollen wir uns wiedersehen und weitere Ideen austauschen. Und im besten Fall umsetzen. Ich bin sehr dankbar und froh über die Möglichkeit, die beiden kennenlernen zu dürfen. Ich finde es wahnsinnig interessant und inspirierend, was SUPERBLOCKS als Verein schon geschafft hat und bin gespannt, was in Zukunft noch passieren wird. 

In Hinblick auf mein Projekt hat mir der Austausch nochmal gezeigt, dass solch ein Designproblem/ -thema viel Austausch benötigt und man es nur im Team lösen kann.  Zudem bedarf es meiner Meinung basierend auf den letzten Wochen, einen integrierten Ansatz und greift sowohl auf dreidimensionaler als auch auf zweidimensionaler Ebene. 

Ich freue mich auf den zukünftigen Austausch mit SUPERBLOCKS und möchte mich weiterhin mit Thematiken, wie Begegnung, öffentlicher Raum, Nachbarschaft, nachhaltiges und sozial gerechtes  solidarisches Zusammenleben, Inklusion usw. in Projekten zu widmen.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Integriertes Design

Art des Projekts

Studienarbeit im ersten Studienabschnitt

Betreuer_in

foto: Nicolai Neubert foto: matthias lipeck

Zugehöriger Workspace

OM 3D MOBILITÄT

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2025 / 2026