In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Von März bis September 2026 bespielt der Fachbereich Design zwei kleine, an die offizielle Bauhaus-Ausstellung angedockte Räume als eigene Ausstellungs- und Aktionsfläche. Im Rahmen eines Wahlmoduls entwickeln Studierende die Markenidentität, Formate und Medien dieser Präsenz – von Naming und gestalterischer Haltung bis hin zu exemplarischen Print- und Webmedien. Parallel entsteht in enger Abstimmung eine räumliche Inszenierung. Inhaltlich knüpft das Projekt an die Ausstellung „Algen | Schutt | CO₂“ an und setzt sich mit Nachhaltigkeit im Sinne des New European Bauhaus auseinander
Das Kaufhaus Zeeck in Dessau wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als modernes Warenhaus errichtet und prägte lange Zeit das städtische Leben in der Innenstadt. Es stand exemplarisch für den wirtschaftlichen Aufschwung und die neue Konsumkultur dieser Zeit, in der Kaufhäuser zu sozialen Treffpunkten und Orten urbaner Öffentlichkeit wurden. Im Laufe seiner Geschichte erlebte das Gebäude mehrfachen Wandel – sowohl in seiner Nutzung als auch im städtebaulichen Kontext Dessaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg und verschiedenen Umnutzungen verlor das Kaufhaus zunehmend an Bedeutung, blieb jedoch als Ort mit historischer und stadträumlicher Relevanz im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert.
Im Rahmen unseres Kurses haben wir mehrfach Exkursionen zum Kaufhaus Zeeck unternommen, um den Ort besser zu verstehen und uns von den aktuellen Gegebenheiten inspirieren zu lassen. Dabei hatten wir stets unsere Aufgabe im Blick: die Gestaltung eines Erscheinungsbildes für unsere kleine Satellitenausstellung.
Zurück an der Hochschule haben wir begonnen, über die Stakeholder zu sprechen und zu analysieren, welche Personengruppen die Ausstellung voraussichtlich besuchen werden. Auf dieser Grundlage haben wir eine Liste von Personas erstellt, zu denen jede*r ein Moodboard ausarbeiten sollte.
In meinem Fall habe ich die Persona-Gruppe der VIPs übernommen – also Personen aus der Dessauer Führungsschicht, die die Ausstellung nicht nur aus persönlichem Interesse, sondern vor allem aus Gründen der Öffentlichkeit und Repräsentation besuchen.
RESET MATERIALS
Towards Sustainable Architecture
Die Ausstellung zeigt, wie nachhaltige und neu gedachte Materialien (z. B. Myzel, Hanf, Lehm, Recyclingstoffe) die Architektur der Zukunft verändern können – mit Fokus auf ressourcenschonendes, CO₂-armes und experimentelles Bauen.
Wie im Look & Feel erkennbar, wollten Timo und ich das Bild einer rohen Betonwand bewahren, die offen und ehrlich die Spuren der Zeit vermittelt. Das Kaufhaus hat viele Veränderungen durchlaufen, die häufig von Bauarbeiten sowie improvisierten Umsetzungsformen geprägt waren.
Gleichzeitig leitete uns der Gedanke, möglichst emissionsfrei zu arbeiten. Da für die Umsetzung kein Budget zur Verfügung stand, entschieden wir uns bewusst dafür, mit dem zu arbeiten, was im Kaufhaus in ausreichendem Maß vorhanden ist: Baumaterialien.
Da die Zeit voranschritt und wir noch kein klares Erscheinungsbild – oder zumindest eine eindeutige gestalterische Richtung – hatten, entschieden wir uns dafür, in Einzelarbeit Plakate zu entwerfen. Diese dienten anschließend als Diskussionsgrundlage, um daraus einen finalen Styleguide zu entwickeln, in dessen Rahmen wir uns bewegen wollten.
Fest stand dabei lediglich, dass wir mit Texturen und der Farbe Rot arbeiten wollten.
Parallel zu den Plakatentwürfen arbeiteten wir ebenfalls in Einzelarbeit an den Logos, wobei jede*r mehrere Entwürfe entwickelte.
Ich entschied mich für einen minimalistischen und klaren Stil, da Hintergrund und Umgebung durch Texturen und Tapeten bereits sehr visuell präsent und teilweise überladen waren.
Durch die gezielte Trennung des Wortes Renaissource ließ sich das Wort Ressource formen. Zudem habe ich in meiner Gestaltung den Gedanken eines Grundrisses sowie das Prinzip des Aufeinanderaufbauens aufgegriffen.
Nach der Besprechung der Logos entschieden wir uns in der Gruppe für das Design von Hannah Hike, das das Überlappen von Formen als Metapher aufgreift.
Meine Aufgabe bestand darin, auf Grundlage ihres Entwurfs weitere Varianten zu entwickeln, die in dieselbe gestalterische Richtung gehen, um daraus das finale Logo auszuarbeiten.
Meine letzte Aufgabe in diesem Kurs bestand darin, an der Entwicklung des Flyers mitzuwirken. Auch hier haben mehrere Personen eigene Entwürfe erstellt, die anschließend in der Gruppe besprochen wurden. Ich entschied mich für eine besondere Faltung mit fünf Seiten, bei der die oberen und unteren Kanten nach innen gefaltet werden. Dadurch entsteht ein schmaler Spalt, durch den bereits ein Teil der Innenseiten sichtbar wird.
Gestaltet wurde der Flyer in der vorgegebenen Schrift Akzidenz-Grotesk Condensed sowie in den festgelegten Farben.
Auch wenn in diesem Semester neben diesem Wahlmodul vieles parallel stattfand, war die Arbeit an diesem Projekt immer wieder sehr erfrischend. Besonders gefallen hat mir die Zusammenarbeit mit den anderen Teilnehmenden, da ich viele bereits gut kannte und wusste, wie sie arbeiten.
Trotzdem unsere Kursbetreuerin krankheitsbedingt längere Zeit nicht in Präsenz anwesend sein konnte, funktionierte die Kommunikation sehr gut – auch durch das Zuschalten in Online-Formaten.
Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis und den geleisteten Arbeiten und gespannt, wie sich das Projekt künftig weiterentwickeln wird.
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