In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Nicht nur das Bauhaus-Jubiläum findet dieses Jahr in Dessau statt – auch die Landesliteraturtage. Autor:innen aus Sachsen-Anhalt sind eingeladen unter dem Motto „findet statt“, verschiedene Leseformate zu organisieren. Spielorte sind verteilt auf Dessau und Roßlau, darunter das Bootshaus Leopoldshafen, das Kornhaus, die Burg Roßlau, das Lesewohnzimmer und der Schillerpark. Ich habe dafür ein visuelles Erscheinungsbild entworfen und auf verschiedene Medien übersetzt. Mein Prozess ist hier dokumentiert.
Diese Begriffe machen das Literaturfestival für mich aus. Der schwebende Charakter Dessaus und die vielen Austragungsorte sind mir besonders im Kopf geblieben. Daraus habe ich die Metapher „Buchstabenarchitektur“ abgeleitet.
Ich habe mich inspirieren lassen von schwebenden Büchern, verspielten Buchstaben und Beamer-Projektionen. Der Austausch mit dem Kurs und mit Freund:innen, hat mir dabei oft einen guten Impuls gegeben. Durch das Ausprobieren, bin ich auf Gestaltungsideen gekommen.
Ich habe verschiedene Beamer, an verschiedenen Orten, mit verschiedenen Distanzen zur Projektionsfläche, ausprobiert. Eine spontane Aktion, nachts mit einem 30€-Beamer durch Dessau zu routen, hat sich als erfolgreich erwiesen. Die Ergebnisse waren interessant.
Parallel, habe ich ein Buch zum Schweben gebracht, wie eine Ju52 oder ein Freischwinger.
Dieser Bildpool hat mich auf konkrete Ideen gebracht und ich konnte daraus viele Entwürfe schöpfen.
Ich bin auf Basis der Fotografien in verschiedene Richtungen im Design gegangen. Für das finale Design entschied ich mich für die Kombination aus „findet stadt“ und dem Buch, wobei der Schriftzug als Keyvisual fungiert und das Buch ist eine Art Spielcharakter, der immer wieder auftaucht in verschiedenen Moods, je nach Event. Nachdem die Idee stand, habe ich sehr viel an Details gearbeitet, wie die Position der Buchstaben, deren Größenverhältnis zur Typo, usw. Irgendwann hat es sich dann richtig angefühlt.
Mit der Entwicklung der Poster-Entwürfe, hat sich die Wahl der Schriftart verändert. Letzendlich habe ich mich für die Univers entschieden. Eine Schriftart, die informiert, problemlos im Hintergrund funktioniert und mir gefällt. Den Hauptauftritt hat nämlich das Keyvisual.
Je mehr ich mich mit dem Inhalt des Festivals auseinandergesetzt habe und mich dem Design weiterer Poster gewidmet habe, desto mehr Farben erstellte ich für die Differenzierung der verschiedenen Events und deren Hierarchie. Ich entwickelte daraus ein Farbsystem, inhaltlich passend zu den Events. Die Farben sollen sommerlich wirken, aber nicht total erwartbar sein. Die Langen Nächte habe einen liladunklen Ton bekommen, um sich von den anderen Events abzugrenzen. Die Farben wurden miteinander, nebeneinander und alleinstehend durchdacht. Es erfolgten mehrere Anpassungen.
Das Hauptmotiv mit Schriftzug und Buch lässt sich auf verschiedene Formate übertragen. Es sind Varianten davon entstanden. Bei den Langen Nächten habe ich mit individuellen vom Inhalt inspirierten Darstellungen des Schriftzugs gearbeitet. Diese Idee hat sich eine Woche vor dem Pitchh ergeben und ich war froh, meinen Bilderpool zu haben.
Wichtig war mir, eine gestalterische Sprache beizubehalten, sodass man erkennt, dass alles zusammen gehört.
So könnte sich sich der Schriftzug auf der Website bewegen, wenn man nach unten scrollt.
Dieses Projekt war sehr umfangreich und ich lernte viel. Bis zur Woche vor der Präsentation habe ich Entwürfe erweitert, etwa durch neue Motive für die Langen Nächte oder durch eine Website-Animation kurz vor dem Pitch. Es hat sich gut als Großprojekt geeignet, da wir mehrere Wochen Zeit hatten, das Konzept zu überarbeiten. Ich habe die Zeit genutzt, um ein ganzheitlich gedachtes Erscheinungsbild zu entwerfen. Dadurch hat sich zum Beispiel ein Farbsystem entwickelt, welches aus dem Inhalt entsprang.
Nachdem das Keyvisual feststand, habe ich die Poster-Entwürfe immer mehr reduziert. Manchmal dauert es, bis man erkennt und wirklich versteht, was das Poster aussagen soll bzw. was der Fokus ist. Darauffolgend wurde mir klar, welches Element den Auftritt im Design hat und welches dafür in den Hintergrund rücken muss.
Ich habe mehrere Wochen an der Übersetzung der gestalterischen Sprache in verschiedenen Medien und visuellen Details gearbeitet. Nichtdestotrotz gab es auch in der letzen Woche noch neue Herausforderungen.
Es hat mir im Nachhinein sehr geholfen, schon am Anfang viele Ideen umgesetzt zu haben, sodass ich im weiteren Verlauf viel Material hatte, was ich für Entwürfe benutzen konnte.
Ich habe viel zwischen Illustrator und InDesign gewechselt. Manchmal sind die Dateien so groß geworden, dass sie wiederhergestellt werden mussten. In Zukunft möchte ich mein Speichermanagment verbessern, um ewiges Laden zu minimieren.
Wir waren im fast wöchentlichen Austausch mit dem Kulturamt von Dessau-Roßlau, unserem Auftraggeber. So konnten wir uns verschiedene Meinungen einholen. Die Woche darauf waren die Meinungen manchmal wieder ganz anders – eine interessante Erkenntnis. Den gesamten Ablauf eines echten Auftrages aktiv mitzubekommen; der Kontakt mit den Auftraggebern, die Umstände und Rahmenbedingungen zu beachten, waren wichtige Eindrücke für mich hinsichtlich zukünftiger Aufträge.
Ein großes Dankeschön an Prof. Wucher und Herr Hillger für die Betreuung und Unterstützung! Ich bin gespannt auf die Realisierung meiner Version des visuellen Erscheinungsbildes.