In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Im Rahmen des Moduls OM 4D - Zeitbasierte Medien/ Interaction Design bestand die Aufgabe darin, einen bestehenden digitalen Service zu analysieren, kritisch zu bewerten und anschließend gestalterisch zu verbessern. Das Endergebnis sollte in Form eines digitalen Prototyps in Figma umgesetzt und schließlich in einem 60-sekündigem Video präsentiert werden. Ich habe dazu ein neues Add-on für Google Maps entwickelt. Die Idee dahinter war, den Navigationsdienst um Funktionen zu erweitern, die Menschen mit Beeinträchtigungen im Alltag unterstützen.
Zu Beginn stand die Analyse bestehender Apps und digitaler Sevices im Mittelpunkt. Dabei sollten Hürden in der Nutzererfahrung, Schwächen in der Gestaltung oder der Funktionalität identifiziert werden. Daraus sollten dann konkrete Verbesserungsvorschläge abgeleitet werden. Dabei beschäftigte ich mich zunächst mit einer Tank-App, deren Benutzeroberfläche aus meiner Sicht unübersichtlich gestaltet war und einige Probleme in deren Struktur aufwies.
Im weiteren Verlauf des Kurses entschied ich mich jedoch dazu, einen anderen Weg einzuschlagen. Es entwickelte sich eine neue Idee, die mir sowohl inhaltlich wichtiger erschien als auch mehr Menschen bereichern könnte. Aus diesem Grund entschied ich mich dafür, auf Google Maps zu wechseln und mögliche Verbesserungen für die Barrierefreiheit der App zu entwickeln.
Im nächsten Schritt beschäftigte ich mich intensiver mit den möglichen Nutzergruppen sowie den beteiligten Stakeholdern. Dabei stand insbesondere die Frage im Mittelpunkt, welche Herausforderungen Menschen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen im Alltag bei der Navigation durch den öffentlichen Raum erleben.
Im nächsten Schritt begann ich mit der Entwicklung eines klickbaren Prototyps in Figma. Ich hatte zuerst eine eigene gestalterische Interpretation der App-Oberfläche erstellt. Mein Ziel war es dabei, Funktionen und Abläufe so zu strukturieren, dass sie für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen besser zugänglich und verständlicher sind. Ich wollte dabei die Optik clean und einfach halten, jedoch mit den Farben etwas Verspieltheit hineinbringen.
Im weiteren Verlauf entschied ich mich dann, diesen eigenen Designansatz zu verwerfen. Auf Anraten von Prof. Wucher orientierte ich mich stärker am bestehenden Corporate Design von Google, anstatt eine komplett neue Benutzeroberfläche zu entwerfen. Da es sich bei dem Projekt lediglich um die Verbesserung einer bereits bestehenden App handelte, erschien es schlüssiger, innerhalb der bekannten Formstrukturen zu bleiben.
Eines der Probleme welche ich verbessern wollte waren, dass vorübergehende Hindernisse (z.B. defekte Aufzüge, Treppen, fehlende Rampen) kaum berücksichtigt werden und NutzerInnen häufig erst während der Navigation auf solche Probleme aufmerksam werden. Zudem habe ich die Benutzeroberfläche so angepasst, dass nur die wichtigsten Schaltflächen in größerer Optik zu sehen sind, um Menschen mit visuellen Problemen zu unterstützen.
Ein weiterer wichtiger Teil des Konzepts ist die Integration von Community-Meldungen. NutzerInnen können dabei Hinweise zu Barrieren im öffentlichen Raum eintragen, beispielsweise wenn ein Fahrstuhl defekt ist, ein abgesenkter Bordstein fehlt oder Leitstreifen nicht vorhanden sind. Diese Informationen werden in die Route integriert und können so von anderen berücksichtigt werden. Darüber hinaus habe ich auch die Navigation selbst erweitert. Wenn entlang einer Route eine Barriere gemeldet wurde, schlägt das System nach Abfrage eine alternative Strecke vor, die für Menschen mit Laufbeeinträchtigungen besser geeignet ist.
Ergänzend zum App-Prototyp erstellte ich eine Präsentation, in der ich das Konzept, die Zielgruppen sowie die entwickelten Funktionen der App vorstellte. Diese Präsentation diente dazu, die Idee hinter dem Projekt und die Funktionsweise nachvollziehbar zu machen.
Für das Video, in welchem die App innerhalb von 60 Sekunden vorgestellt werden sollte, erstellte ich zunächst einige Storyboards, um verschiedene Möglichkeiten der Inszenierung zu testen. Die erste Idee bestand darin, eine Alltagssituation mit einer Person im Rollstuhl zu zeigen, die einmal die normale Google Maps App nutzt und einmal die verbesserte Version. Nach einigen verschiedenen Storyboardversionen entschied ich mich für eine andere Herangehensweise. Statt einer realen erzählerischen Situation wollte ich ein reduziertes, visuell klares Konzept, das sich stärker auf die Funktionen der App konzentriert. Stilistisch orientierte ich mich dabei an minimalistischen Produktpräsentationen, wie sie aus der Werbung von Apple bekannt sind. Dieser Ansatz setzt auf extreme Reduktion, elegante Bildsprache und eine klare Fokussierung auf das Produkt.
Für das Video nahm ich verschiedene Sequenzen als Bildschirmaufnahme auf, schnitt sie zusammen und passte diese in ein Telefonbildschirm-Overlay ein. Am Ende ergänzte ich passende und einfach verständliche Texte. Dabei versuchte ich, mit möglichst wenig, aber prägnantem Text zu arbeiten. Zudem arbeitete ich intensiv am Timing, da ich wollte, dass der Text zeitlich zur Handlung passt und trotzdessen nicht gleichzeitig mit Aktionen auf dem Bildschirm eingeblendet wird, um nicht übersehen zu werden. Ich arbeitete an eleganten Übergängen und der visuellen Struktur, um die Inhalte möglichst klar und verständlich zu vermitteln. Um eine konsistente visuelle Sprache zu gewährleisten, entschied ich mich dafür, in allen Frames denselben weißen Hintergrund zu verwenden. Diese reduzierte Gestaltung sollte dafür sorgen, dass die Aufmerksamkeit vollständig auf den gezeigten Funktionen der App liegt und keine zusätzlichen visuellen Elemente vom Inhalt ablenken.
Es gibt in dem fertigen Produkt einen Videoausschnitt, welcher eine Realaufnahme zeigt. Dieser wurde von mir bewusst eingefügt, um den Bezug zur Lebensrealität von Menschen mit Beeinträchtigung zu zeigen. Da somit nicht lediglich ein fiktives Problem aufgezeigt wird.
Ich verzichtete bewusst auf ein Voice-over. Dieser Ansatz orientiert sich ebenfalls an Werbungen von Apple, bei denen häufig auf erklärende Sprecher verzichtet wird und Bildsprache und Gestaltung für sich selbst sprechen.