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Yalon

Das Projekt „Yalon“ ist ein Kurzprojekt, das im Rahmen des Brands as a System unter der Betreuung des Gastdozenten Carlos durchgeführt wurde. Gegenstand des Projekts ist die Entwicklung eines Rebrandings für die Schokoladenmarke meiner Familie, „Yalon“. Im Fokus stehen die Überarbeitung der visuellen Identität sowie die Auseinandersetzung mit den Werten der Marke, insbesondere Tradition, Herkunft und familiärer Zusammenhalt. Mithilfe von Branding-Strategien und Storytelling-Ansätzen soll eine zeitgemäße und authentische Markenpräsenz geschaffen werden, die die Geschichte und Identität der Marke auf eine moderne Weise vermittelt.

Die Geschichte hinter Yalong

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Yalon ist mehr als eine Schokoladenmarke, sie ist ein Ausdruck familiärer Geschichte, kultureller Herkunft und gelebter Tradition. Der Name „Yalon“ leitet sich von „Nolay“ ab, dem Namen meiner Großmutter, rückwärts gelesen. Diesen Namen erhielt sie von ihrem Vater, meinem Urgroßvater, der die Familienplantage später ebenfalls nach ihr benannte und ihr als Zeichen der Verbundenheit schenkte. Yalon ist somit eine Hommage an meine Großmutter und steht bis heute für Erinnerung, Zugehörigkeit und die Weitergabe familiärer Werte über Generationen hinweg.

Die Ursprünge der Fazenda Yalon reichen in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück. Mein Urgroßvater, ein wohlhabender portugiesischer Einwanderer, erwarb im Zuge der landwirtschaftlichen Expansion Brasiliens ein großes Stück Land und errichtete dort eine Fazenda, ein landwirtschaftliches Gut mit vielfältigen Anbauflächen. Neben Kakao wurden hier auch Kokospalmen, Obstbäume, Blumen sowie weitere Nutzpflanzen kultiviert. Parallel dazu entstand ein Wohnhaus in der nahegelegenen Stadt, während die Fazenda zum Mittelpunkt des familiären Lebens wurde.

Meine Großmutter verbrachte ihre Kindheit und Jugend auf diesem Land. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Fazenda nicht nur zu einem bedeutenden landwirtschaftlichen Betrieb, sondern auch zu einem sozialen und gemeinschaftlichen Zentrum. Gemeinsam mit meinem Großvater entstand auf dem Gelände ein kleines Dorf mit Wohnhäusern, Schule und grundlegender medizinischer Versorgung. Da meine Großmutter selbst Lehrerin ist, spielte Bildung innerhalb der Gemeinschaft eine zentrale Rolle. Kindern der dort lebenden Familien wurde ermöglicht, Schulen in der Stadt zu besuchen und dadurch bessere Bildungs- und Zukunftsperspektiven zu erhalten.

Die Fazenda galt über viele Jahre als Vorzeigebetrieb in ihrer Region. Neben der landwirtschaftlichen Produktion wurden soziale Strukturen geschaffen, die zu dieser Zeit nicht selbstverständlich waren. Dazu gehörten organisierte Erste-Hilfe-Maßnahmen, medizinische Unterstützung für Arbeiterinnen und Arbeiter sowie die Förderung von Bildung und sozialer Teilhabe.

Ein wichtiger Bestandteil des Familienbetriebs war die Weiterverarbeitung der angebauten Rohstoffe. Aus Kokos und Kakao wurden traditionelle brasilianische Süßwaren, insbesondere Cocada, hergestellt. Mit der Zeit entwickelte sich daraus auch die Produktion eigener Schokoladenprodukte, die zunächst regional vertrieben wurden. Später begann mein Großvater mit der Herstellung von Schokoladentafeln, wodurch die Verarbeitung des Kakaos einen noch größeren Stellenwert erhielt.

Eine schwere Pflanzenkrankheit führte jedoch dazu, dass ein großer Teil der Kakaobäume verloren ging und die wirtschaftliche Bedeutung der Fazenda zurückging. Obwohl sich die Plantage im Laufe der Zeit teilweise erholen konnte, erreichte sie nie wieder ihre frühere Produktionskapazität. Dennoch blieb sie ein bedeutender Ort familiärer Identität und kulturellen Erbes.

Heute wird diese Tradition von meinen Onkeln und Tanten fortgeführt. In einer kleinen, offiziell registrierten Manufaktur stellen sie handwerklich gefertigte Schokolade her, die überwiegend regional verkauft wird. Der Vertrieb erfolgt hauptsächlich durch persönliche Netzwerke, Mundpropaganda und soziale Medien. Auch wenn die Produktion heute deutlich kleiner ist als in ihrer Blütezeit, steht Yalon weiterhin für die Verbindung von Familie, Herkunft, Handwerk und Tradition.

Für das Rebranding-Projekt bildet diese Geschichte die Grundlage der Markenentwicklung. Ziel ist es, die Werte, die Geschichte und die Identität der Fazenda Yalon in eine zeitgemäße visuelle Sprache zu übersetzen und die emotionale Verbindung zwischen Familie, Herkunft und Produkt sichtbar zu machen.

Aktuelles Design

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Vision des Rebrandings

Die Vision des Rebrandings von Yalon besteht darin, die Geschichte der Familie, die Tradition der Fazenda und die handwerkliche Herstellung von Schokolade in eine zeitgemäße Markenidentität zu übersetzen. Ziel ist es, eine Marke zu schaffen, die nicht nur ein Produkt verkauft, sondern ihre Herkunft, ihre Werte und ihre Geschichte erlebbar macht.

Yalon soll als authentische Schokoladenmarke wahrgenommen werden, die für Qualität, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und familiäre Verbundenheit steht. Im Mittelpunkt steht die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Die Erinnerungen an die Fazenda, das generationsübergreifende Wissen sowie die kulturellen Wurzeln der Familie bilden die Grundlage für eine moderne visuelle Sprache.

Das Rebranding verfolgt die Idee, Yalon als Marke mit Persönlichkeit zu positionieren. Dabei soll die Geschichte meiner Großmutter, nach der die Fazenda benannt wurde, ebenso sichtbar werden wie die Geschichte der Plantage selbst, von ihrer Entstehung über ihre Blütezeit bis hin zur heutigen handwerklichen Produktion. Durch Storytelling, ein hochwertiges Erscheinungsbild und eine emotionale Markenkommunikation soll Yalon zu einer Marke werden, die Herkunft und Tradition bewahrt und gleichzeitig neue Zielgruppen anspricht.

Langfristig ist die Vision, Yalon nicht nur als lokale Manufaktur, sondern als eine Marke zu etablieren, die die Werte Familie, Handwerk und brasilianische Kultur authentisch vermittelt und ihre Geschichte über Generationen hinweg weitererzählt.

Emotional Layers

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Die Markenidentität von Yalon basiert auf mehreren emotionalen Ebenen, die über das reine Produkt hinausgehen und eine tiefere Verbindung zwischen Marke und Konsument:innen schaffen sollen.

Familie und Zugehörigkeit

Im Mittelpunkt steht die Geschichte einer Familie, die über Generationen hinweg mit der Fazenda und dem Kakaoanbau verbunden ist. Die Marke vermittelt ein Gefühl von Zusammenhalt, Heimat und generationsübergreifender Verbundenheit.

Erinnerung und Nostalgie

Yalon erzählt die Geschichte eines Ortes, an dem Kindheitserinnerungen, gemeinsames Arbeiten und familiäre Traditionen entstanden sind. Die Marke soll Gefühle von Wärme, Geborgenheit und Authentizität hervorrufen und Erinnerungen an gemeinsame Momente wecken.

Herkunft und Identität

Die Verbindung zur Fazenda, zu Brasilien und zur Familiengeschichte verleiht der Marke eine klare kulturelle Identität. Yalon steht für Transparenz, Herkunft und die Wertschätzung traditioneller Herstellungsweisen.Handwerk und Wertschätzung

Handwerk und Wertschätzung

Die handwerkliche Produktion und die Weiterführung der Familientradition verleihen den Produkten eine persönliche und menschliche Dimension. Schokolade wird nicht nur als Konsumgut verstanden, sondern als Ergebnis von Wissen, Sorgfalt und generationsübergreifender Erfahrung.

Wandel und Beständigkeit

Die Geschichte von Yalon ist geprägt von Zeiten des Wachstums, Herausforderungen und Neuanfängen. Das Rebranding greift diesen Wandel auf und verbindet die historische Bedeutung der Fazenda mit einer zeitgemäßen Markenvision. Dadurch entsteht eine Balance zwischen Tradition und Zukunft.

Diese emotionalen Ebenen bilden die Grundlage des Rebrandings und sollen sich sowohl im visuellen Erscheinungsbild als auch in der Markenkommunikation, Verpackungsgestaltung und im Storytelling widerspiegeln.

Entwicklung meines Gestaltungsprozesses

Erster Versuch 

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Zu Beginn des Rebranding-Prozesses setzte ich mich intensiv mit der Geschichte meiner Familie, der Fazenda und den damit verbundenen Erinnerungen auseinander. Mein erster Ansatz bestand darin, die familiären Erzählungen und prägenden Elemente der Plantage in visuelle Formen zu übersetzen. Daraus entstand ein erster Entwurf, der sich jedoch im weiteren Verlauf als gestalterisch noch nicht überzeugend erwies.

Das zentrale Element dieses ersten Konzepts war eine orange-rote Blume, die auf der Plantage wächst und trotz ihres Status als Wildpflanze beziehungsweise „Unkraut“ eine starke persönliche Verbindung zu meiner Familie besitzt. Ergänzt wurde dieser Ansatz durch mehrere illustrative Elemente, die von organischen Formen und natürlichen Strukturen inspiriert waren. Obwohl ich die Illustrationen zunächst interessant und ästhetisch ansprechend fand, fehlte dem Entwurf letztlich die gewünschte Aussagekraft und emotionale Tiefe.

Nach dieser ersten Experimentierphase richtete sich mein Fokus auf die Entwicklung eines Farbkonzeptes. Dabei stellte ich mir die Frage, wie die Atmosphäre Brasiliens und die Identität der Fazenda visuell vermittelt werden können. Im Gegensatz zu vielen europäischen Farbwelten verbinde ich Brasilien mit Lebendigkeit, Wärme und Intensität – geprägt durch die tropische Landschaft, die Pflanzenwelt, die Architektur und die farbenfrohe Alltagskultur.

Auf dieser Grundlage begann ich, Farbpaletten zu entwickeln, die sich an den Farben der Plantage orientieren, diese jedoch in einer zeitgemäßen und modernen Weise interpretieren. Kräftige, leuchtende Farben sollten die Energie, Offenheit und Lebensfreude widerspiegeln, die ich mit meiner Familie und meiner Herkunft verbinde.

Parallel dazu setzte ich mich mit typografischen Fragestellungen auseinander. Ich untersuchte unterschiedliche Schriftarten hinsichtlich ihrer Wirkung, Lesbarkeit und ihrer Eignung für die Markenidentität von Yalon. Ziel war es, eine typografische Sprache zu finden, die sowohl modern als auch hochwertig wirkt und gleichzeitig die emotionale Geschichte der Marke transportiert.

Durch das Zusammenspiel aus Recherche, gestalterischen Experimenten, Farbentwicklung und typografischer Analyse entstand schrittweise eine eigenständige Brand Identity. Der finale Entwurf verbindet die familiäre Geschichte, die kulturellen Einflüsse Brasiliens sowie die Tradition der Fazenda mit einer zeitgenössischen visuellen Gestaltung und bildet die Grundlage für das heutige Erscheinungsbild von Yalon.

Farben Findung

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Zweiter Versuch

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Endproduckt

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Das Endergebnis des Rebranding-Projekts Yalon ist die Entwicklung einer ganzheitlichen Markenidentität, die die Geschichte der Familie, die Tradition der Fazenda und die handwerkliche Herstellung von Schokolade in eine zeitgemäße visuelle Sprache übersetzt.

Das entstandene Erscheinungsbild umfasst ein konsistentes Zusammenspiel aus Logo, Farbwelt, Typografie, Illustrationen und Markenkommunikation. Die Gestaltung orientiert sich dabei an den emotionalen und kulturellen Werten der Marke und schafft eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Die gewählte Farbpalette greift die Atmosphäre Brasiliens auf und vermittelt Wärme, Lebendigkeit und Lebensfreude. Inspiriert von der Pflanzenwelt der Fazenda, den tropischen Landschaften und der farbigen Alltagskultur entstehen kräftige und ausdrucksstarke Farbkombinationen, die die Identität von Yalon prägen und sich bewusst von konventionellen, eher zurückhaltenden Schokoladenmarken abheben.

Auch die Typografie wurde gezielt ausgewählt, um Modernität und Hochwertigkeit mit einer emotionalen und persönlichen Ebene zu verbinden. Sie unterstützt die Erzählung der Marke und schafft ein zeitgemäßes Erscheinungsbild, ohne die historischen Wurzeln der Familie aus dem Blick zu verlieren.

Besondere Bedeutung kommt den grafischen Elementen und Illustrationen zu, die auf natürliche Formen, Pflanzen und Erinnerungen an die Fazenda Bezug nehmen. Dadurch entsteht eine visuelle Sprache, die nicht ausschließlich dekorativ eingesetzt wird, sondern als Träger von Geschichte und Herkunft fungiert.

Das Ergebnis bildet ein in sich geschlossenes System, da alle Gestaltungselemente auf denselben inhaltlichen Grundlagen basieren: Familie, Tradition, Herkunft, Gemeinschaft und Handwerk. Farbe, Form, Typografie und Storytelling ergänzen sich gegenseitig und folgen einer gemeinsamen gestalterischen Haltung. Dadurch entsteht eine konsistente Markenidentität, die flexibel auf unterschiedliche Anwendungen, wie Verpackungen, Social Media, Printmedien oder zukünftige Produktlinien, übertragen werden kann.

Das Rebranding versteht sich somit nicht nur als ästhetische Neugestaltung, sondern als Übersetzung eines familiären Erbes in eine moderne Marke, die ihre Geschichte sichtbar macht und gleichzeitig Potenzial für zukünftige Entwicklungen schafft.

Mockups

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Logo Yalon Line.pngLogo Yalon Line.png
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Farzit

Das Rebranding von Yalon hat mir die Möglichkeit gegeben, mich intensiv mit den Themen Markenidentität, Storytelling und Corporate Design auseinanderzusetzen. Besonders spannend war die Verbindung zwischen persönlicher Familiengeschichte und gestalterischer Umsetzung. Dabei wurde deutlich, wie viel Potenzial in einer authentischen Erzählung steckt und wie diese als Grundlage für eine Marke dienen kann.

Gleichzeitig hat mir das Projekt gezeigt, dass ich mich noch stärker mit der Entwicklung ganzheitlicher Gestaltungssysteme beschäftigen möchte. Die Aufgabenstellung bestand nicht nur darin, eine Corporate Identity zu entwerfen, sondern ein schlüssiges, in sich geschlossenes System zu entwickeln, das unabhängig von einzelnen Gestaltungselementen eindeutig als Yalon erkennbar bleibt. Eine solche visuelle Identität sollte sich über verschiedene Anwendungen hinweg konsequent wiederfinden und durch wiederkehrende Prinzipien, Formen, Farben und Gestaltungsregeln funktionieren.

Rückblickend bin ich mir noch nicht vollständig sicher, ob mir dies bereits gelungen ist oder ob das Ergebnis eher als Corporate Identity mit einzelnen zusammenhängenden Elementen verstanden werden kann. Insbesondere die Frage, inwieweit die entwickelten Komponenten tatsächlich ein eigenständiges und konsistentes System bilden, bleibt für mich offen. Ich sehe darin jedoch weniger eine Schwäche des Projekts als vielmehr ein Lernfeld, das ich zukünftig weiter vertiefen möchte.

Trotz dieser Unsicherheit bin ich mit dem entstandenen Ergebnis insgesamt zufrieden. Das Projekt hat mir verdeutlicht, wie wichtig es ist, gestalterische Entscheidungen nicht nur ästhetisch, sondern auch systematisch zu begründen und Markenidentitäten so zu entwickeln, dass sie langfristig wiedererkennbar, flexibel anwendbar und in sich konsistent funktionieren. Gerade diese Auseinandersetzung stellt für mich einen wichtigen Schritt in meiner gestalterischen Entwicklung dar.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Integriertes Design

Art des Projekts

Studienarbeit im zweiten Studienabschnitt

Betreuer_in

foto: Carlos Rodriguez Torre

Zugehöriger Workspace

KP Corporate Design »Brands as a System«

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2026