In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In dem Großprojekt “Brand Identity im NGO-Kontext”haben wir uns mit der Entwicklung einer Markenidentität und Social-Media-Strategie für den Verein Orang-Utans in Not beschäftigt.
Dabei haben wir uns mit den Fragen befasst, wie eine überzeugende Brand Identity entsteht und wie sich daraus eine Social Media Strategie entwickeln lässt. Im Fokus stand die Entwicklung markenstrategischer Grundlagen und deren Übersetzung in eine Strategie für die Social Media Kanäle des Vereins.
Am Anfang dieses Kurses hatten wir eine Research-Phase, in der wir in Gruppen Interviews führten und zu verschiedenen Themen im Internet recherchierten, um eine Marktübersicht zu erstellen.
Bei den Interviews war das Ziel, eine möglichst diverse Auswahl von Personen über ihre Stellungen zu NGO's und ihre Spendenbereitschaft zu befragen. Wir wollten herausfinden, was Menschen bei dem Thema Tier- und Artenschutz wichtig ist und worauf sie dabei achten.
Der wichtigste Aktivator ist der persönliche Bezug. Eine direkte emotionale Verbindung bewegt Menschen am meisten zum Handeln. Das bedeutet auch, das globale Themen wie z.B. Orang-Utan-Schutz eher distanziert wahrgenommen werden. Es braucht Nähe durch Personalisierung. Gleichzeitig sollte vermieden werden, Personen auf Social Media Kanälen mit Informationen zu überfluten. Wichtig ist stattdessen, Vertrauen durch Transparenz aufzubauen. Den Leuten ist es wichtig zu wissen, wo un wie ihre Spende eingesetzt wird.
Anschließend führten wir in Gruppen zu verschiedenen Themenfeldern eine Recherche durch, um uns einen Überblick über den Markt und die potentielle Zielgruppen zu verschaffen.
Die vier Themenfelder die wir behandelt hatten, waren…
NGO-Landschaften und Marktübersicht
Analyse des Umfelds von Organisationen im Bereich Orang-Utan-Schutz, Affen-Schutz, Schutz von Wildtieren
Benchmarks
Kommunikation, Markenauftritt und Social Media; Untersuchung der Kommunikation von Benchmarks im NGO-Kontext
Zielgruppen, Bedürfnisse und gesellschaftliche Motive Analyse der Menschen, die sich für Umwelt- und Tierschutz interessieren oder dafür aktiviert werden wollen
Spenden, Engagement und Gemeinnützigkeit Untersuchung von Spendenbereitschaft, Unterstützungsverhalten und aktuelle Entwicklungen im gemeinnützigen Sektor
Zusammen mit Maxine und Lina habe ich mich mit dem dritten Themenfeld beschäftigt.
Als zentrale Zielgruppen haben wir Haustierbesitzer, jüngere Generationen (Gen Z & Millennials), Mittlere und ältere Generationen (40—69 Jahre), Hocheinkommenshaushalte und Urbane Milieus identifiziert.
Die Spendenmotive lassen sich dabei in drei Faktoren unterteilen: emotionale, rationale und psychologische.
Emotionale Motive
Mitgefühl und Empathie —> besonders bei Tierschutz und Naturkatastrophen motivator Freude am Schenken spielt eine Rolle
Persönliche Bindung: Einzelschicksale mit Gesicht, Name und Geschichte lösen starke Impulse aus
Rationale Motive Verantwortungsbewusstsein, Wunsch einen Beitrag für Umweltprojekte und Zukunft zu leisten
Steuervorteile: Spenden können steuerlich geltend gemacht werden —> besonders für wohlhabende Haushalte attraktiv
Materieller Anreiz: Teilnahme an exklusiven Veranstaltungen oder Gewinnspielen
Psychologische Motive
Sinnerfahrung und Selbstwert: Übernahme vin Verantwortung wird als sinnstiftend wahrgenommen, was Selbstvertrauen stärkt
„Warm Glow“ —> Spender ziehen Befriedigung aus ihrem eigenen Verhalten, weil sie sich moralisch richtig fühlen
Wirkungsorientierung: Erfahrene Spender achten auf nachweisbare Wirkung ihrer Spende
Nach unserer Recherche haben wir gemeinsam im Kurs einen Workshop vorbereitet, in dem wir zusammen mit dem Verein eine Klarheit über die Marke schaffen wollten. Konkrete Ziele waren die Präzisierung der Zielgruppe, die Definition der Markenpositionierung und Persönlichkeit, das Schaffen einer Grundlage für Design und Kommunikation, um daraus dann eine konsistente Kommunikation zu ermöglichen.
Lina, Maxine und ich haben dabei die Personas für die Zielgruppenforschung erstellt. Grundlegend haben wir zwei sehr verschiedene Zielgruppen identifiziert.
Aus diesen Zielgruppen haben wir zwei Personas entwickelt, die uns auch im restlichen Prozess stets begleitet haben.
Während dem Workshop ist auch eine Wertepyramide des Vereins entstanden, aus der wir dann eine Strategie für die Visualisierung abgeleitet haben.
Dabei haben wir drei Differenzierungspunkte herausgearbeitet. Diese Punkte sind nahbar, aktivierend und einladend.
Basierend auf den vorherig genannten Punkten haben wir in Kleingruppen mit je zwei bis drei Personen an einer visuellen Übersetzung dieser Werte gearbeitet.
Ich und Lina haben dabei zusammen ein Moodboard auf Miro erstellt, welches sich als Fusion aus unseren individuellen Moodboards ergab.
Wir hatten viele ähnliche Ideen und teilweise sogar die gleichen Bilder, weshalb sich unsere Ideen gut zusammenfügen ließen. Trotzdem gab es noch zu viele verschiedene Themen und Aspekte, die hier aufeinander trafen.
Wir haben uns also überlegt in welche Richtung genau wir mit unserem Moodboard gehen wollen und wie wir dabei die Worte nahbar, aktivierend und einladend übersetzen können.
Worauf wir uns dann einigten war ein lautes aber gleichzeitiges emotionales Design, das die Ästhetik von handgemachten Demo-Schildern aufgreifen soll.
Unseren Fokus wollten wir auf starke Typografie legen und einen handgemachten Charakter durch Cutout-Fotos und einfache Illustrationen erreichen.
Im Laufe des Kurses legte sich unsere Zweiergruppen mit der Gruppe von Lucas und Chiara zusammen, die grob ähnliche Ansätze hatten.
Ansatz für die Gestaltung eines Magazines
Yikes...
Unseren ersten Gestaltungsansätze waren doch noch recht...frei.
Mit dem Feedback von Heike und Lisa und haben wir uns als Gruppe zusammen gesetzt und uns überlegt, welche Aspekte wir behalten wollen, welche verworfen werden müssen und welche Dinge sich visuell gut ergänzen.
Wir haben uns für die Brush Up als Font für Überschriften entschieden, da ihre roughe, handmade Art authentisch und einladend wirkt. Als Schrift für Fließtexte haben wir mit der Tonos eine seriöse und einfach zu lesende sans serif gewählt.
Unsere Farben sind ein dunkles grün, ein limegreen, ein knalliges orange und ein dunkles lila. Mit den Grüntönen und dem Orange greifen wir gängige Farben auf, die mit Orang-Utans und Regenwaldschutz assoziiert werden. Das Lila hat dabei eine auffrischende Funktion.
Dann haben wir uns für einen sehr einfachen Illustrationsstil entschieden, der nahbar und einladend wirkt. Die Pfeile fungieren als weisende Elemente und als ein Call-to-action.
In der Bildwelt haben wir uns auf cutouts und Bilder mit abgerundeten Ecken geeinigt, wodurch das Design frisch und freundlich wirken soll.
Mir war schon am Anfang klar, dass ich das Logo irgendwie überarbeiten möchte.
Turns out, ein Logo zu designen ist gar nicht so einfach.
Im Verlauf des Kurses habe ich verschiedene Ansätze ausprobiert. Von abstrakten Gesichtern über Hände hin und dann zurück zu Gesichtern. Es war definitiv eine journey.
Hier also ein kleiner visueller Einblick in den Prozess des Logos und wie es zu dem geworden ist, dass am Ende auf den ausdesignten Instagram Posts zu sehen ist.
Als nächstes haben wir im Kurs eine Content Strategie festgelegt.
Wir haben uns die Markenziele angeschaut…
…und daraus Kommunikationsziele abgeleitet.
Anschließend haben wir festgelegt, welche Zielgruppe der Verein mit ihrem Content ansprechen möchte und über welche Kanäle dies am effektivsten funktioniert.
Daraus haben wir dann die Inhalte (Content Pillars) abgeleitet.
Nach der ersten Halbzeit der ersten Kurseinheit im Semester waren meine Gedanken: „Heilige Scheiße klingt das alles überwältigend und viel, kann ich noch wechseln???”
Aber im Nachhinein bin ich sehr froh, den Kurs durchgezogen zu haben. :)
Was ich während dem Semester gelernt habe ist, dass es nichts bringt sich über Aufgaben von vornherein den Kopf zu zerbrechen und Panik zu schieben, nur weil sie sich etwas aus der eigenen Komfortzone bewegt. Im Laufe der Wochen habe ich es immer mehr geschafft, mich einfach auf die neuen Aufgaben einzulassen und meinen eigene Fähigkeiten zu vertrauen.
Ich habe mich anfangs auch sehr stark mit den Anderen verglichen und fand ihre Designs viel besser als mein eigenes. Aber gerade gegen Ende konnte ich mich wirklich gut mit dem Moodboard und dem Design meiner Gruppe anfreunden, da ich erkannt habe, wie genau unsere Element die Werte des Vereins übersetzten.
Dadurch habe ich wirklich gemerkt, dass gutes Design nicht nur clean und schick aussieht, sondern dass auch immer ein Sinn hinter den Gestaltungselemente steckt.
Darüber hinaus konnte ich natürlich auch viele Learnings über Marktrecherche und Markenidentität mitnehmen. In dem Workshop haben wir viele interessante Methoden genutzt, um mit dem Kunden die Zielgruppe und die Identität der Marke festzulegen. Ich bin der Überzeugung, dass mir diese Erfahrungen für weiter Projekte von Nutzen sein werden.
Alles in allem verzeichne ich diesen Kurs als einen Erfolg für mich und ich bin sehr zufrieden mit meinen Ergebnissen.