Incom ist die Kommunikations-Plattform der Hochschule Anhalt Fachbereich Design

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Bei Monika und Detlef ̤̮

Im Rahmen des KP POWER PLATTE entwickelten wir eigene Konzepte, Raumgestaltungen und Erzählungen, die in einem verlassenen Plattenbau in Leipzig Grünau umgesetzt wurden. Das Gebäude verwandelte sich in einen lebendigen Ort für Erinnerungen, Visionen und gemeinsames Miteinander. Wir bekamen die Möglichkeit zwei Wohnungen nach unseren Konzepten zu gestalten und das Thema Platte neu zu interpretieren.

Für was steht die Platte eigentlich?

Sie ragt wie ein großer, grauer Klotz aus ihrer Umgebung. Mit ihrer sterilen, monotonen Fassade wirkt sie sehr gewaltig, kalt und fast schon unheimlich. Am Abend möchte man nicht unbedingt in den schmalen Gassen zwischen den gigantischen Häuserfronten unterwegs sein.

Heutzutage steht die Platte für soziale Ausgrenzung, Armut, Drogen und Gewalt, aber das war nicht immer so. In den „1960er“ Jahren war es purer Luxus in einer Platte zu wohnen. Man hatte es geschafft wenn man aus den runtergekommenen Altbauten raus kam und endlich eine „richtige“ Heizung in der Wohnung hatte. Und auch das Leben innerhalb der Platte sah gar nicht so triste aus, wie sie von außen erscheint. Es ist wie eine eigene kleine Welt. Man kannte seine Nachbarn und musste nur zwei Flure weiter anklopfen wenn man mit seinen Freunden spielen wollte. Es war alles da was man brauchte.

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‧˚꒰ Arbeitsprozess ୭ ˚.

Da sowohl wir als auch Katrin anfangs kaum eine Vorstellung hatten was uns erwartet, war es sehr aufregend zum ersten Mal die Platte zu sehen. Sie wirkte von außen ziemlich kalt und verlassen. Vorort hat uns Martin, der Organisator, erklärt was alles in den Wohnungen möglich ist. Von Wände durch bohren, Teppiche raus reißen bis hin zu alles an streichen. Uns wurden viele Freiheiten gelassen und es gab kaum Einschränkungen. Wir haben größtenteils mit bereits vorhandenen Materialien Vorort gearbeitet.

Am ersten Tag in der Platte, ist noch nicht so viel passiert. Wir sind angekommen und haben zum Einstieg eine Übung gemacht um uns auf die neue Umgebung einzulassen. Alle haben sich einen Raum ausgesucht und die Aufgabe bestand darin für eine Stunde mit geschlossenen Augen einfach da zu sein. 

Ich dachte anfangs die Übung wäre nur ein Spaß und es fiel mir total schwer mit geschlossenen Augen ruhig da zu sitzen. Aber nach einer Weile konnte ich mich besser konzentrieren. Ich nahm die verschiedenen Geräusche von Außen und Innen war. Da war ein Scharren auf Teppichboden neben mir zu hören, der Bohrer aus dem unteren Stockwerk, das Zwitschern der Vögel und Grillen von draußen und weiter hinten die Autobahn und Flugzeuge. Und dann schweifte ich mehr und mehr in meine Gedanken ab. Ich dachte an die Bewohner die zuvor hier lebten. Wie waren die Zimmer wohl eingerichtet? Was für Musik hörten die Menschen, oder war es doch nur der Staubsauger von nebenan?

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Am nächsten Tag ging´s dann looos, mit fegen, putzen, wischen… Mit der richtigen Musik verging die Zeit aber sehr schnell.

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Am Mittwochabend hatten wir eigentlich schon das komplette Badezimmer zweimal grau gestrichen, von den Wänden bis hin zur Toilette, Badewanne und wirklich jeder Fuge. Am Donnerstag wurden dann nur noch die letzten Stellen ausgebessert, bis  wirklich jeder Millimeter grau war.

Schon während des Streichens kamen uns immer neue kleine und größere Ideen. Strom hatten wir in der Platte nicht und das innenliegende Bad wurde durch den Farbanstrich zusätzlich immer dunkler. Als wir die Revisionsklappe öffneten, kam aus dem Schacht plötzlich ein kleines bisschen  Licht. So entstand die Idee, daraus einfach ein Fenster zu machen. Für den Ausblick fotografierten wir genau die Perspektive, die man theoretisch sehen würde, wenn man von dieser Stelle gerade durch die Wände bis nach draußen schauen könnte.

Auch andere Dinge im Raum wurden nach und nach ein bisschen verdreht. Die Lüftung wurde zum bewusst ziemlich ungünstig platzierten Klopapierhalter, ein paar Fundstücke von der Straße und aus dem Umsonstladen ergänzten das Bad, so wurde eine Gardine mit kindlichem Motiv zum viel zu kurzen und dazu halbdurchsichtigen Duschvorhang.

⋆✴︎˚。⋆ Mini Welten . ݁₊ ⊹ 

Neben unserem Hauptprojekt, dem Bad, wollten wir außerdem noch die kleinen Räume umsetzen. Ursprünglich sollten sie hinter unscheinbaren Bohrlöchern in der Wand verschwinden, sodass man die unterschiedlichen kleinen Welten erst beim Hindurchschauen entdeckt. Da das Bad aber unser Hauptfokus war, haben wir damit erst am Donnerstagabend begonnen. Die Betonwände waren dann doch etwas hartnäckiger als gedacht und in der kurzen verbliebenen Zeit entschieden wir uns, die Räume kurzerhand offen und direkt gegenüber vom Bad an der Wand anzubringen.

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˗ˏˋ Idee ˎˊ˗

In unserem Projekt thematisieren wir den Gegensatz des monotonen und grauen Erscheinungsbildes der Platte zu den Menschen und deren lebendigen Alltag in den sterilen Blöcken.

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⋆.˚𓇼 Bei Monika und Detlef ⋆.˚𓆟

Graues Bad

Guckt man von außen auf die Platte wirkt alles so monoton, steril und grau. Das wahre Leben hinter den massiven Betonwänden bleibt beinahe unsichtbar.

Im Bad von Monika und Detlef wird sichtbar, dass hinter der Monotonie, Leben steckt. Die Schlappen von Monika liegen noch immer vom letzten Klogang vor der Toilette und Detlef hat mal wieder vergessen nach seinem wöchentlichen Spa-Abend die Badeenten aus der Wanne zu fischen. Doch bei genauerem Hinsehen scheint in diesem Badezimmer einiges nicht ganz den gewohnten Regeln zu folgen. Alltägliche Gegenstände tauchen an ungewöhnlichen Stellen auf, vorhandene Installationen erhalten neue Funktionen und vertraute Dinge werden auf absurde Weise zweckentfremdet.

Die Platte ist viel mehr als ein grauer Klotz, hier treffen Lebensrealitäten aufeinander. Manchmal vergisst man wie persönlich der Alltag der Bewohner*innen in der Platte aussieht, wenn man von außen nur auf die kalte Fassade starrt.

⋆˙⟡ Monika und Detlef ⊹ ࣪ ˖

Mini Welten

Guckt man von außen auf die Platte wirkt alles so monoton, steril und kantig. Das wahre Leben hinter den massiven Betonwänden bleibt beinahe unsichtbar.

Dabei existieren hinter diesen Wänden ganz unterschiedliche Lebensrealitäten, die oft unmittelbar nebeneinander stattfinden. Die kleinen Räume unterscheiden sich stark voneinander und zeigen auf eine spielerische Art eigene skurile Welten.

Die Idee beruht auf einer Kindheitserinnerung aus dem Plattenbau: Als dort die alte Ofenheizung nach und nach durch Heizkörper ersetzt wurde, verliefen die neuen Heizungsrohre sichtbar über dem Putz. An den Übergängen zum Fußboden waren sie nicht ganz sauber abgeschlossen, sodass durch eine kleine Lücke neben den Rohren tatsächlich ein Blick in die darunterliegende Wohnung möglich war, die Wohnung von Monika und Detlef.

࿔:・ Umsetzung ⋆.ೃ

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°.⋆ Ergebnis *:・

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Mini Welten

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˙ᵕ˙ Fazit ˚꩜。ּ

Das Projekt war eine tolle und einzigartige Möglichkeit bei einer Ausstellung mit zu wirken. 

Schnell wurde der Weg zur Platte zur Gewohnheit und wir haben uns jedes mal gefreut in ⊹₊ unserer⊹. ݁  Wohnung weiter zu arbeiten. Es war so spannend zu sehen wie sich die einzelnen Räume innerhalb so kurzer Zeit zu Kunstwerken verwandelten.

Am Samstag war es dann soweit, die letzten Pinselstriche wurden gepinselt und  Klebebandresten abgezogen. Als die ersten Besucher in⊹₊ unserer Wohnung⊹. ݁  eintraten, fühlte es sich zunächst komisch an, so als würden fremde Menschen unseren save space betreten. Doch dann ist man ziemlich schnell in Gespräche mit den Besucher*innen gekommen.

Besonders schön war zu sehen, dass einige Besucher*innen länger die kleinen Räume betrachtet haben oder im Bad geblieben sind, die Texte gelesen und immer neue kleine Details entdeckt haben. Teilweise kamen Leute sogar nochmal mit anderen zurück, um ihnen „das graue Bad“ zu zeigen.

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𝄞⋆♬ ✧ Film ᥫ᭡️°。⁺

Noch weitere spannende Einblicke zu unseren Projekten und dem Powerplatten-Festival könnt ihr hier sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=1ZyEijPzCiQ

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Fachgruppe

Integriertes Design

Art des Projekts

Studienarbeit im zweiten Studienabschnitt

Betreuer_in

foto: Prof. Katrin Günther

Zugehöriger Workspace

KP POWERPLATTE Leipzig

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2026 / 2027

Keywords