In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Pleione [Πληιόνη] Substantiv, feminin
Stern im Sternhaufen der Plejaden und Gestalt der griechischen Mythologie, verbunden mit Wasser und den Ozeaniden.
Im Rahmen des Kurzprojekts „Schatten_Formen“ haben wir uns mit der Wirkung von Schatten bei Lichteinfall beschäftigt. Dabei haben wir Schatten nicht nur als Nebenprodukt betrachtet, sondern untersucht, wie sie als zentrales Gestaltungsmittel genutzt und verändert werden können. Außerdem haben wir uns damit auseinandergesetzt, wie das Zusammenspiel von Licht und Schatten die Wahrnehmung und Funktion von Produkten, Räumen und Interaktionen beeinflussen kann.
Durch meine anfängliche Auseinandersetzung mit dem Thema stellte ich sehr schnell fest, dass ich gern einen Alltagsgegenstand, wie z. B. eine Lampe, bauen würde, die die Möglichkeit besitzt, ein indirektes Licht, gebrochen durch Schatten in abstrakter Form, an die Wand zu projizieren.
Dabei habe ich mir verschiedene Varianten überlegt, wie dies umgesetzt werden kann. Zum Beispiel das Bauen einer Form, umkleidet mit Stoff oder anderen Materialien, in denen ein Muster gelasert wird, wodurch dann Licht einfällt und es an der Wand den erwünschten Effekt wiedergibt.
Daraufhin fing ich an, mit verschiedenen Materialien zu experimentieren. Dabei habe ich auch ein Licht auf eine Aluminiumschüssel gehalten und die Reflexion durch den Schatten und Lichtwurf war genau die Richtung, in die ich mich gern optisch gehen wollte.
Als Nächstes baute ich Mockups aus Pappe und Alufolie, um verschiedene Distanzen und die Überlagerung von Reflektionen zur Wand auszutesten.
Dadurch wurde mir bewusst, in welche Richtung ich gern gehen will, und ich fing direkt mit der Formbildung und Skizzen meines finalen Produktes an.
Konzipiert habe ich dabei eine Stehlampe, die durch zwei Aluminiumplatten jeweils von hinten beleuchtet wird und durch Hämmerung und Beugung eine Reflektion an die dahinterliegende Wand projiziert.
Ich habe hierfür verschiedene Formenkombinationen ausprobiert und eine Auswahl davon aus Pappe ausgeschnitten und mit Alufolie ummantelt, um sie mir im Dreidimensionalen besser vorstellen zu können.
Durch diese Prototypen stellte ich fest, dass die Reflektion am besten auf leicht gewölbten runden Platten wirkt, weshalb eine dieser Platten diese Form haben musste. Um es dadurch aber nicht zu repetitiv zu machen, entschied ich mich dazu, die zweite Form im Kontrast zur ersten zu haben.
Ich habe daraufhin versucht, meinem Objekt eine tiefere Bedeutung zu geben. Ich wollte die entstehenden Reflexionen an der Wand, die an eine Wasseroberfläche erinnern, mit den davorliegenden Aluminiumformen verbinden. So kam ich zu der Idee von Ebbe und Flut. Eine der Scheiben ist rund und steht für den Einfluss des Mondes, welche bewegt werden kann, damit sich der Schatten an der Wand verändert, mal mehr, mal weniger stark ist. Die zweite Form sollte einen verzerrten Ausschnitt der Welt darstellen, um die Form in eine abstrakte Welt zu stellen und Substanz zu geben. Im Nachhinein bekam ich allerdings auch öfter die Interpretation eines Sterns, mit der ich ebenfalls mitgehe. Diese wird vor allem durch den Schatten an der Wand deutlich und verstärkt gleichzeitig die Wirkung des Objekts als gemütliches, indirektes Licht am Abend.
Im Nachhinein bin ich jedoch der Meinung, dass diese tiefere Bedeutung für das Objekt gar nicht unbedingt notwendig ist. Sie hat mir vor allem bei der Formfindung geholfen und mir eine Richtung für den Entwurf gegeben. Im fertigen Objekt wird diese Bedeutung nicht unbedingt eindeutig vermittelt. Ihre Wirkung entsteht vielmehr durch das Zusammenspiel von Form, Material, Licht und Schatten: Das kühle, harte Aluminium steht im Kontrast zum warmen Licht, während sich spitze und runde Formen gegenüberstehen. Durch die geschwungenen Formen und den handgefertigten Charakter werden diese Gegensätze gleichzeitig auch optisch miteinander verbunden.
In der Metallwerkstatt habe ich dann damit angefangen, meine Formen auf eine Aluminiumplatte zu übertragen und diese auszusägen. Daraufhin habe ich diese gehämmert, um die Form leicht zu biegen und die Oberfläche uneben zu machen, damit das Licht breiter streut und die Reflektion das gewollte Muster an der Wand wiedergibt. Dabei habe ich im Prozess immer wieder geschaut, ob und wie der gewollte Effekt entsteht. Als ich damit zufrieden war, schliff und polierte ich diese, um den Effekt noch einmal markanter zu machen.
Danach habe ich das Rohr für die Leuchte gebogen, um die Form der Aluplatten durch eine Art Verspieltheit und Handgefertigtkeit zu unterstützen.
Der Fuß, welchen ich aus einer alten Leuchte wiederverwendet habe, wurde schlussendlich mit dem Rohr und einer Gewindestange zusammengeschweißt. Diese dient dazu, sowohl die beiden Aluteile mit Muttern zu befestigen als auch die LED-Leuchten zu halten.
Als mein Konzept stand, habe ich nebenbei angefangen zu recherchieren, wie die Elektrizität in der Lampe funktionieren könnte. Dabei war es mir wichtig, dass die Fassungen klein sind, um nicht zu viel Platz wegzunehmen. Es gab keine vorgefertigte Lösung für den Aufbau der LEDs meiner Lampe, weshalb ich die elektronische Schaltung selbst planen musste um damit in ein Fachgeschäft zu gehen, wo mir bei der Umsetzung weitergeholfen wurde.
Schlussendlich habe ich mich für zwei G9-Fassungen entschieden, die jeweils mit einem Kabel verbunden sind und zu einem gemeinsamen Stecker laufen.
Schon bei anfänglichen Tests mit diesem Konzept bemerkte ich, dass das Licht viel zu stark in alle Richtungen streut und dadurch der Effekt an der Wand verloren geht. Ich musste die Lichter also so abschirmen, damit nur noch eine kleine direkte LED auf die Aluminiumfläche strahlt.
Der finale Schritt bestand darin, die Kabel durch das Rohr zu führen und alles miteinander zu verbinden. Dies stellte sich als deutlich schwieriger heraus als anfangs gedacht. Durch die Biegung des Rohres ließen sich die Kabel zunächst nicht durchziehen. Deshalb musste ich zuerst eine Wäscheleine von unten durch das Rohr schieben und diese an den Kabeln befestigen. Nach mehreren Versuchen und mit Unterstützung gelang es schließlich, die Kabel durchzuziehen und das Licht erstmals zum Funktionieren zu bringen.
Anschließend habe ich die LEDs erstmal provisorisch mit Alufolie abgeschirmt, damit kein Licht direkt auf die Wand fällt. Dadurch konnte ich das Licht gezielter ausrichten und die gewünschte Reflexion erzeugen. Zusätzlich habe ich mit verschiedenen Lichtfarben experimentiert, um herauszufinden, welche optisch am besten zum Gestell passt.
Dabei entstand auch ein Effekt, den ich ursprünglich versucht hatte zu vermeiden. Durch die zweite LED wird die Form der ersten Aluminiumplatte angeleuchtet und zusätzlich als Schatten auf die Wand projiziert, wodurch ein Bruch des Effektes an der Wand entsteht und mehr tiefe ensteht.
Ich habe mich für diesen Kurs entschieden, da ich noch nie ein Projekt im Bereich Produktdesign umgesetzt habe und mich zumindest kurzzeitig damit einmal auseinandersetzen wollte.
Es war im Allgemeinen eine sehr tolle Erfahrung und es ist ein Produkt entstanden, mit dem ich auch wirklich zufrieden bin. Mir wurde im Prozess sehr viel Freiheit gelassen und da ich von Anfang an bereits wusste, in welche Richtung ich gehen wollte, konnte ich eigentlich direkt anfangen mit der Umsetzung. Nicht desto trotz hat es mir sehr geholfen, dass innerhalb unserer Gruppe so ein Zusammenhalt herrschte, wir jeden Morgen zusammengekommen sind und uns gemeinsam austauschen konnten. Einen großen Anteil daran entstand auch durch die Betreuung von Lukas. Er hatte immer ein offenes Ohr, hat uns weitergeholfen, wenn wir diese brauchten, hat uns aber auch den Freiraum gelassen, wenn wir ihn benötigten.
Ich habe mir vor allem von dem Kurs mitgenommen, dass es hilfreich ist, pünktlich anzufangen, um dann noch einlenken zu können, wenn etwas nicht wie geplant funktioniert. In meinem Fall waren das die LEDs, die zu stark gestreut haben. Dies nahm um einiges mehr Zeit in Anspruch, es auszurichten, verschiedene Varianten auszuprobieren, um es dann zumindest provisorisch erst einmal mit Alufolie abzuschirmen.
Was ich gern noch verbessern würde: Zum einen die Verkabelung und die dazugehörigen LEDs. Das sieht von der Seite etwas unschön aus und könnte besser ummantelt sein. Zudem würde ich punktuelle Leuchten benötigen in einer Fassung, die sich am besten rotieren lässt. Außerdem war geplant, dass sich die vordere Scheibe auch auf der Stange drehen lässt, um die Reflektion an der Wand anders wirken zu lassen. Auch das funktioniert nur bedingt, da die Schrauben manuell nachgezogen werden müssen und die Leuchte anders positioniert werden muss. Nichtsdestotrotz bin ich zufrieden mit meinem Ergebnis und freue mich schon, wenn die Lampe bald in meinem Zimmer steht.