In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In diesem Kurzprojekt haben wir uns der Frage gestellt wie man mit gezielten Schatten im Design arbeiten kann. Dabei habe ich mit Hilfe von Epoxidharz, Holz und alltäglichen Müllresten ein Objekt erschaffen, das die Wirkung der Wasser-Aureole einfängt. In diesem Zusammenhang ist eine Aureole der visuelle Effekt, welcher entsteht, wenn Licht auf die Wasseroberfläche trifft. Dabei wird das Sonnenlicht durch die Wellen gebündelt und bildet einen Halo-Effekt um Objekte im Wasser. Zudem entstehen am Gewässergrund bewegliche, helle Lichtnetze (sogenannte Kaustiken).
Zu Beginn habe ich einige Materialien gesammelt, welche ein interessantes Schattenbild erzeugen könnten. Diese habe ich dann mit verschiedenen Arten von Lichtern beleuchtet und habe mir die Frage gestellt, was interessante Schatten werfen könnte. Unter meinen mitgebrachten Materialien befanden sich eine Handvoll aus Epoxidharz gegossenen Dominosteinen, im Austausch mit Lukas hat sich herausgestellt, dass es spannend sein könnte mit dem Harz als Ausgangsmaterial zu arbeiten. Explorativ habe ich versucht mich einigen Fragen zu stellen, wie z.B. „Wie könnte die Umsetzung aussehen?“ und „Welche Materialien wären ideal zum eingießen?“.
Die Idee Plastikmüll aus meinem Alltag in das Harz einzuschließen kam mir recht schnell, da ich den Kontrast zwischen der wasserähnlichen, organisch anmutenden Schattenoberfläche und den industriell gefertigten Objekten sehr spannend fand.
Zuerst musste ich jedoch einige Tests durchlaufen, um herauszufinden welche Art von Plastik sich eignen würde. Da Epoxidharz beim Aushärten sehr heiß wird, hatte ich die Befürchtung, dass einige Kunststoffe dabei schmelzen würden. Diese Befürchtung hat sich später leider bewahrheitet. Ein weiterer Punkt, den ich vor Beginn getestet habe war, wie stark das Material sein dürfe, um genug Licht durchzulassen und die Schatten nicht zu stark verschwimmen zu lassen.
Während meiner Testphase habe ich parallel an der Anordnung von Objekten gearbeitet, bei welcher man im Schatten ein Meerestier erkennt. Die Ursprungsidee war es einen 10cm x 10cm x 10cm Würfel zu gießen, beim welchem man durch Lichteinstrahlung den Schatten einer Qualle an der Wand erkennen würde. Dies war mir leider nicht möglich, da das Harz zu dick wäre um etwas im Schatten zu erkennen. Also musste ich die Schicht des Harzes so dünn wie möglich halten. Zudem würde nie ein klares Bild im Schatten zu sehen sein, da durch die Imperfektionen im Harz Schatten entstehen und das Material das Licht bricht, jedoch entsteht dadurch ein spannender Unterwassereffekt.
Daraus entstand dann die Idee zwei dünne Platten zu gießen und durch diese dann das Licht scheinen zu lassen. Beide Platten haben einen Rahmen aus Holz bekommen und wurden auf einer mattschwarz angestrichenen Platte montiert. Dazu habe ich noch einen etwas größeren Rahmen gefertigt, welcher dann mit dünnem Papier bespannt wurde. Auf diesem ist dann am Ende das Schattenbild erkennbar.
Während der Umsetzung hat sich herauskristallisiert, dass der zweite Rahmen mit der Epoxid-Platte leider wegfallen müsste, da dadurch der Effekt nicht mehr zu erkennen ist.
Das Kurzprojekt war für mich eine spannende Erfahrung, da ich sehr interessiert an Lichtgestaltung bin, jedoch noch nie darüber nachgedacht habe, dass man mit Schatten auch spannende Effekte erzielen kann. Teilweise war es trotz dessen eine kleine Zerreißprobe für mein Nervenkostüm, da ein Großteil der Schritte mit längerer Wartezeit verbunden waren und ich Änderungen erst etwas später als mir lieb war vornehmen konnte. Jedoch habe ich aus dem Projekt einiges an hilfreichen Kenntnissen mitnehmen können. Wie zum Beispiel, dass zwei Wochen etwas zu wenig sind, um ein so ambitioniertes Projekt zu entwickeln, wie ich es zuerst vor hatte. Hinzu kommt, dass ich herausgefunden habe, dass Epoxidharz nicht mein liebstes Medium ist um ein etwas experimentelleres Werk umsetzten zu wollen und sich besser eignet, wenn man mehr Zeit hat.
Zudem hat mir sehr stark weiter geholfen, dass ich durch Lukas' Feedback mit den Hindernissen, die durch mein Projekt entstanden sind, gut umgehen gelernt habe. An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Kommiliton*innen bedanken, da die Arbeit mit allen sehr angenehm ablief und immer eine Atmosphäre der Hilfsbereitschaft herrschte.