Incom ist die Kommunikations-Plattform der Hochschule Anhalt Fachbereich Design

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Zinken stechen - KP 4D

Im Rahmen des Kurzprojekts „Der Mensch und seine Zeichen“ haben wir uns mit der Frage beschäftigt, welche Rolle Zeichen und Symbole im Leben des Menschen spielen. Dabei wurde mir bewusst, wie selbstverständlich wir täglich mit ihnen umgehen, oft ohne sie wirklich zu hinterfragen. Ob religiöse Symbole wie das Kreuz, Tattoos als Ausdruck der eigenen Identität oder Verkehrszeichen zur Orientierung im Alltag. Zeichen begegnen uns überall und beeinflussen, wie wir die Welt wahrnehmen und verstehen.

Konzept

Im Zentrum unseres Films steht ein Gauner, dessen „Beruf“ seit Generationen innerhalb seiner Familie weitergegeben wird. Diese Tradition ist für ihn nicht nur ein Handwerk, sondern fast schon ein Kodex, an den er sich streng hält. Für einen geplanten Raub benötigt er jedoch Unterstützung und versucht, mithilfe von Gaunerzinken im Internet einen passenden Komplizen zu finden.

Am Ort des Einbruchs trifft er schließlich auf einen unerwarteten Partner, einen unerfahrenen Neuling, der die Zeichen falsch interpretiert hat und kaum Ahnung vom „Handwerk“ besitzt. Trotz dieser ungleichen Ausgangssituation müssen die beiden zusammenarbeiten und den Raub gemeinsam durchziehen.

Während sie sich im Haus bewegen, geraten sie zunehmend unter Druck. Sie hören und sehen merkwürdige Dinge und sind bald überzeugt, dass es in dem Haus spukt. Die Angst wächst, sie verlieren die Orientierung und versuchen panisch zu fliehen. Dabei werden sie getrennt, und der erfahrene Gauner verliert zunehmend die Kontrolle.

Der Neuling hingegen wächst über sich hinaus, fasst Mut und schafft es, die Situation zu beruhigen. Schließlich finden die beiden wieder zusammen. Der erfahrene Gauner erkennt den Wert seines Partners und bedankt sich bei ihm. Gemeinsam stellen sie sich dem vermeintlich Übernatürlichen, nur um festzustellen, dass hinter all dem Schrecken nichts weiter als eine gewöhnliche Katze steckt.

Prozess

-Idee

Uns hat besonders interessiert, wie unterschiedlich solche Zeichen gelesen werden können. Ihre Bedeutung ist nicht immer eindeutig, sondern hängt stark von den Erfahrungen und dem Wissen der jeweiligen Person ab. Genau diese Unsicherheit und die Möglichkeit von Missverständnissen fand ich interesannt.

Ausgehend von diesem Gedanken haben Basti und ich uns gemeinsam intensiver mit verschiedenen Formen von Zeichen beschäftigt und sind dabei auf das Konzept der Gaunerzinken gestoßen. Diese geheimen Symbole, die von Einbrechern genutzt wurden, um Informationen weiterzugeben, fanden wir sofort unglaublich spannend. Wir haben dazu recherchiert und uns damit auseinandergesetzt, wie solche Codes funktionieren und wie leicht sie falsch interpretiert werden können.

Die grobe Idee, daraus eine Comedy zu entwickeln, entstand dann relativ schnell. Während unseres Brainstormings haben wir viel herumgealbert und uns gegenseitig immer absurdere Szenarien zugerufen. Genau aus diesen spontanen und teilweise übertriebenen Einfällen entwickelte sich nach und nach unsere Geschichte. So wurde aus der anfänglichen Auseinandersetzung mit Symbolen schließlich die Grundlage für unseren Film.

-Orga

Im weiteren Verlauf des Projekts haben wir begonnen, unsere Idee konkret auszuarbeiten und zu strukturieren. Dafür haben wir zunächst auf Figma unsere Gedanken gesammelt, geordnet und schriftlich festgehalten. Im Prozess haben wir immer wieder Ideen verworfen, neue entwickelt und bestehende Ansätze überarbeitet, bis sich nach und nach eine runde Geschichte ergeben hat. Uns war dabei von Anfang an wichtig, einen leichten und humorvollen Film zu entwickeln, der sich bewusst an Klischees bedient. Die Figuren sollten überspitzt und teilweise stereotyp sein. Der erfahrene, traditionsbewusste Gauner auf der einen Seite und der naive, unvorbereitete Neuling auf der anderen. Gerade durch diese klaren Gegensätze und bekannten Muster konnten wir gezielt mit Erwartungen spielen und komische Situationen erzeugen.

Die Verwendung von Klischees half uns außerdem dabei, die Geschichte schnell verständlich zu machen und den Fokus stärker auf die Dynamik zwischen den Figuren zu legen. So entstand ein Film, der sich selbst nicht zu ernst nimmt und durch Übertreibung und Ironie funktioniert.

Für die Bildgestaltung haben wir uns unter anderem von der Plattform Filmgrab inspirieren lassen, da uns die visuelle Stimmung (misteriös, Nachts…) für unseren Film besonders wichtig war. Darauf aufbauend haben wir das Drehbuch geschrieben und ein Storyboard ausgearbeitet, um die einzelnen Szenen genauer zu planen.

Parallel dazu haben wir uns um die Organisation gekümmert, also Schauspieler angefragt und nach einer passenden Location gesucht. Dabei sind wir auf das erste größere Problem gestoßen: Die Location stand uns nur für eine einzige Nacht zur Verfügung. Das bedeutete, dass der gesamte Dreh in sehr kurzer Zeit stattfinden musste. Trotz dieser Herausforderung haben wir uns entschieden, das Risiko einzugehen und den Dreh unter diesen Bedingungen umzusetzen.

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-Dreh

Der Drehtag kam schließlich schneller als gedacht. Wir hatten unser Equipment, unsere Helfer, Kostüme und Schauspieler am Set und waren bereit zu starten. Doch direkt zu Beginn trat das erste Problem auf, ein XLR-Kabel war defekt. Dadurch musste Bastian noch einmal zurück zur Hochschule, um Ersatz zu holen, was uns etwa eine Stunde Zeit gekostet hat.

Danach konnte der Dreh endlich beginnen. Besonders viel Zeit nahm die Positionierung des Lichts in Anspruch, da uns die Lichtstimmung für den Film extrem wichtig war. Gleichzeitig war der Platz im Haus sehr begrenzt, was den Aufbau zusätzlich erschwerte. Desswegen haben wir viel mit einer 35mm-Brennweite gearbeitet. Auch der Gimbal, den wir verwendet haben, stellte sich als Herausforderung heraus, er war nicht nur sehr schwer, sondern seine blinkenden Lichter waren teilweise in Spiegelungen im Bild zu sehen.

Der Dreh zog sich über viele Stunden und wurde zunehmend anstrengend. Mit der Zeit verließen uns nach und nach unserer Helfer bis wir nur noch außer der Schauspieler zwei Personen am Set waren. die Motivation sank, je stärker die Müdigkeit wurde. Trotzdem hat der Dreh insgesamt sehr viel Spaß gemacht, und wir konnten tatsächlich alle geplanten Szenen an diesem Abend umsetzen.

Aufgrund der Erschöpfung haben wir uns jedoch entschieden, einige Szenen später noch einmal nachzudrehen. Diese entstanden im Videostudio von Lohmann und haben sich im Nachhinein sogar als sehr gelungen herausgestellt. An einem zweiten Drehtag filmten wir außerdem die restlichen Sequenzen für die Anfangsszene. Dieser Dreh verlief deutlich entspannter, da wir aus den Erfahrungen des ersten Tages gelernt hatten und besser vorbereitet waren, außerdem waren wir hier nicht mehr an die Nacht gebunden was uns den Dreh sehr erleichterte.

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-post production

Während des Drehs sind uns aufgrund des immensen Zeitdrucks einige Dinge entgangen, die uns im Nachhinein Probleme bereitet haben. Manche Aufnahmen waren nicht sauber geframed, in Spiegelungen waren Lichter zu sehen und teilweise war die ISO-Einstellung zu hoch. Diese Fehler lagen jedoch nicht ausschließlich am Zeitdruck. Ein wesentlicher Faktor war auch, dass wir Schwierigkeiten hatten, das Bildrauschen auf dem kleinen Monitor zu erkennen – auf einem größeren Display wäre das deutlich besser sichtbar gewesen.

Die Postproduktion selbst verlief hingegen reibungslos. Schnitt, Colour Grading und Animationen stellten keine größeren Probleme dar. Herausfordernd war lediglich, aus dem teilweise verrauschten Material durchgehend eine gute Bildqualität herauszuholen während des color grading. Auch die störenden Lichter hätten sich vermutlich durch aufwendige Frame-by-Frame-Bearbeitung entfernen lassen, allerdings fehlte dafür schlichtweg die Zeit.

Das größte Problem war letztlich die Kontinuität. Die Szenen so aufeinander abzustimmen, dass sie visuell harmonieren, erwies sich als schwierig, da dieser Aspekt während des Drehs nicht ausreichend berücksichtigt wurde.

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Fazit

Abschließend können wir sagen, dass das Projekt uns insgesamt sehr viel Spaß gemacht hat. Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Zeichen und Symbole“ war spannend und hat uns neue Perspektiven eröffnet, sowohl inhaltlich als auch gestalterisch. Besonders interessant war es, diese theoretischen Überlegungen in eine eigene filmische Arbeit zu übersetzen.

Gleichzeitig haben wir im Verlauf des Projekts auch wichtige Erfahrungen gesammelt. Vor allem im Bereich Organisation haben wir gelernt, wie entscheidend eine gute Planung und ausreichend Zeit sind. Der enge Zeitrahmen beim Dreh hat zu viel Stress geführt, was sich auch auf die Stimmung ausgewirkt hat und teilweise zu Konflikten führte. Rückblickend würden wir uns mehr Zeit einplanen und Abläufe klarer strukturieren.

Auch im Umgang mit technischem Equipment konnten wir dazulernen. Probleme wie das defekte Kabel haben uns gezeigt, wie wichtig es ist, das gesamte Equipment im Vorfeld gründlich zu testen, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden.

Für mich persönlich war es außerdem eine wertvolle Erfahrung, dieses Mal die Kamera zu übernehmen. Da ich zuvor noch nicht viel in diesem Bereich gearbeitet habe, konnte ich viel Neues lernen, sowohl im technischen Umgang mit der Kamera als auch in Bezug auf Bildkomposition und Gestaltung.

Trotz aller Herausforderungen überwiegt am Ende die positive Erfahrung, und wir nehmen viele neue Erkenntnisse und Fähigkeiten aus dem Projekt mit.

Fachgruppe

Integriertes Design

Art des Projekts

Keine Angabe

Betreuer_in

foto: Prof Rochus Hartmann foto: Dipl. Designer Henry Mertens

Zugehöriger Workspace

KP 4D - Der Mensch und seine Zeichen – Was wir Bedeutung nennen - Humans and Their Signs

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2026