Incom ist die Kommunikations-Plattform der Hochschule Anhalt Fachbereich Design

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TALPA | ⠞⠁⠇⠏⠁

Ein Film beginnt, bevor wir ihn kennen.

Ein Gesicht erscheint im Licht. Eine Bewegung kommt aus der Ferne. Ein Geräusch kündigt etwas an. Ein vertrauter Gegenstand wirkt plötzlich fremd.

Noch bevor wir wissen, wer jemand ist oder was geschehen wird, haben wir bereits einen ersten Eindruck. Die Kamera entscheidet, was wir sehen, aus welcher Entfernung wir es sehen – und was zunächst verborgen bleibt.

Entwickelt werden die ersten Momente eines imaginären Films. Im Zentrum kann ein Mensch, ein Tier, ein Gegenstand, ein Raum oder eine Bewegung stehen. Kamera, Objektiv, Licht, Farbe und Ton gestalten diese erste Begegnung.

Kein Trailer. Keine vollständige Geschichte. Ein präziser Anfang, der eine Welt öffnet und den Wunsch erzeugt, weiterzusehen.

FINALER FILM | ⠋⠊⠝⠁⠇⠑⠗ ⠋⠊⠇⠍

Zusammenfassung

In einer von tödlicher Strahlung geprägten Zukunft hat sich die Menschheit vor der lebensfeindlichen Außenwelt zurückgezogen. Während das direkte Sonnenlicht für die meisten Menschen eine unüberwindbare Gefahr darstellt, bewegt sich eine junge, blinde Frau frei durch die verlassenen Weiten einer zerstörten Welt.

Ihre Blindheit, die in einer anderen Realität als Einschränkung gelten würde, ermöglicht ihr das Überleben. Entschlossen, ihre besondere Fähigkeit sinnvoll einzusetzen, hilft sie den verbliebenen Überlebenden, wo immer sie kann. Aus einer abgelegenen Funkstation heraus hält sie Kontakt zu Menschen in Not, koordiniert Hilfe und wird für viele zu einer wichtigen Anlaufstelle. Ihr Einsatz gilt nicht nur jenen, die sie per Funk erreichen. Regelmäßig sucht sie Aussichtsplattformen auf, um die Umgebung zu überblicken und Hilfsbedürftige sofort zu lokalisieren.

Obwohl sie ihren Platz in dieser Welt gefunden hat und ihre Aufgabe mit Hingabe erfüllt, begleitet sie ein Gefühl der Ungewissheit. Zwischen den Ruinen einer untergegangenen Gesellschaft und den endlosen Weiten der Außenwelt wächst in ihr der Wunsch, den tieferen Sinn ihres Daseins zu verstehen und ihre wahre Bestimmung zu finden.

Logline

In einer dystopischen Zukunft lebt die Menschheit verborgen vor tödlicher Strahlung. Eine geheimnisvolle junge Frau zieht allein durch die verbotene Außenwelt und wird damit zur Ausnahme in einer verlorenen Gesellschaft. Doch welches Geheimnis ermöglicht ihr diese Freiheit? Und wohin wird ihr Weg sie führen?

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HANDLUNG DES OPENINGS | ⠓⠁⠝⠙⠇⠥⠝⠛ ⠙⠑⠎ ⠕⠏⠑⠝⠊⠝⠛⠎

Die Handlung spielt im Jahr 2098, in einer Zukunft, in der die Sonneneinstrahlung so intensiv geworden ist, dass Menschen ohne besonderen Schutz nicht mehr ins Freie gehen können. Wer sich ungeschützt der Sonne aussetzt, riskiert, sein Augenlicht zu verlieren. Deshalb sind die Menschen auf spezielle Schutzbrillen angewiesen.

Zu Beginn des Films befindet sich die Hauptfigur in ihrer Basis. Plötzlich hört sie über ihr Funkgerät einen Hilferuf. Zunächst versucht sie, Kontakt mit der Person aufzunehmen, erhält jedoch keine Antwort. Daraufhin steigt sie auf das Dach ihrer Basis, um sich einen Überblick über die Umgebung zu verschaffen und herauszufinden, woher der Hilferuf kommt.

Anschließend macht sie sich auf den Weg durch ein Tunnelsystem, um die hilfsbedürftige Person zu finden. Nach einiger Zeit entdeckt sie einen verletzten Menschen, dessen Schutzbrille beschädigt wurde, wodurch die Person ihr Augenlicht verloren hat.

Die Hauptfigur leistet der verletzten Person Erste Hilfe und deckt sie zusätzlich mit einer Decke zu, um sie vor der Sonneneinstrahlung zu schützen.

Danach setzt sie ihren Weg fort und begibt sich zu einem höher gelegenen Ort über der Stadt. Über eine Treppe gelangt sie schließlich ganz nach oben.

Am Ende dieser Sequenz öffnet die Hauptfigur ihre Augen. Erst in diesem Moment wird für die Zuschauer deutlich, dass sie selbst blind ist.

Da die Hauptfigur bereits seit ihrer Geburt blind ist, stellt die veränderte Welt für sie keine so große Umstellung dar wie für die anderen Menschen. Während die meisten Menschen durch die extreme Sonneneinstrahlung stark eingeschränkt sind, hat sich ihre eigene Wahrnehmung der Welt kaum verändert. Dadurch kann sie sich auf ihre gewohnte Weise orientieren und anderen Menschen helfen, die mit den neuen Lebensbedingungen Schwierigkeiten haben.

INSPIRATION | ⠊⠝⠎⠏⠊⠗⠁⠞⠊⠕⠝

Um unsere dystopische Welt visuell und atmosphärisch zu formen, haben wir uns von großen Sci-Fi-Werken inspirieren lassen. Auf unseren Moodboards haben wir dafür verschiedene Referenzen gesammelt. Bei der Kameraführung und den gewaltigen, reduzierten Bildkompositionen haben wir uns stark an der Dune-Reihe orientiert. Insbesondere an den extremen, beklemmenden Schwarz-Weiß-Kontrasten, wie man sie aus Dune: Part Two kennt. Für die Inszenierung, die monotonen Solarfelder und das raue, staubige Setting dienten Blade Runner und Blade Runner 2049 als wichtige visuelle Vorlagen.

Was das Worldbuilding und das Gefühl einer verlassenen, gnadenlosen Ödnis angeht, war The Book of Eli ein zentraler Einfluss. Diese filmischen Vorbilder, gepaart mit massiven, düsteren Röhrensystemen und gigantischen Industrie-Ventilatoren, die an den drückenden Look von Filmen wie Alien erinnern, bildeten das kreative Fundament. So konnten wir der Welt unseres Films ein glaubwürdiges und bedrohliches Gesicht geben.

IDEE | ⠊⠙⠑⠑

Handlung

Unsere Idee entwickelte sich rund um unseren Hauptcharakter, der das zentrale Element der gesamten Geschichte bildet. Von ihm ausgehend entstand das gesamte Konzept der Welt und ihrer Gegebenheiten. Besonders wichtig war uns die Vorstellung einer Realität, in der nichts mehr so ist, wie es einst war. Die Handlung spielt in einer dystopischen Zukunft, in der durch ein entstandenes Ozonloch eine gefährlich hohe Strahlungsbelastung auf die Erde einwirkt. Aus diesem Grund können Menschen ihre Häuser nicht mehr ohne spezielle Schutzkleidung verlassen. Wer sich dennoch ungeschützt nach draußen wagt, erblindet augenblicklich.

Unser Hauptcharakter stellt jedoch eine Ausnahme dar: Als einzige Person kann sie die Außenwelt ohne Einschränkungen erkunden. Während für alle anderen das Verlassen ihres Verstecks den sicheren Tod oder zumindest ihr Verderben bedeuten würde, bewegt sie sich frei durch diese lebensfeindliche Umgebung.

Setting und Atmosphäre

Ausgehend von dieser Grundidee begannen wir mit der Erstellung von Moodboards für die Umgebung und das Maskendesign. Unser Ziel war es, eine Welt mit einer starken apokalyptischen Atmosphäre zu erschaffen. Überall herrscht eine bedrückende Leere, da sich die Menschen vor der tödlichen Strahlung schützen und in ihren Verstecken verborgen halten müssen. Das Setting sollte eine gewaltige und einschüchternde Wirkung entfalten. Dieses Gefühl wird durch riesige unterirdische Tunnelanlagen sowie eine weitläufige, nahezu endlos wirkende Wüstenlandschaft verstärkt.

Die Atmosphäre bewegt sich dabei zwischen Bedrohlichkeit und Geheimnis, aber auch zwischen epischer Größe und dramatischer Intensität. Farblich sollte die Welt stark entsättigt und beinahe überbelichtet erscheinen, um die Auswirkungen der extremen Strahlung visuell zu unterstreichen. Gleichzeitig soll die Umgebung eine beklemmende Endzeitstimmung vermitteln. Der visuelle Stil ist bewusst ausgeblichen und reduziert gehalten, wodurch die trostlose, verlassene Welt noch stärker hervorgehoben wird.

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Maske

Bereits zu Beginn des Gestaltungsprozesses stand fest, dass unser Hauptcharakter eine leichte und luftige Kleidung tragen sollte. Gleichzeitig entschieden wir uns bewusst für eine Bekleidung, die den gesamten Körper bedeckt. Die starke Verhüllung verleiht der Figur eine geheimnisvolle Ausstrahlung und lässt viele Fragen offen. Dadurch entsteht eine besondere Faszination, die die Aufmerksamkeit der Zuschauer unmittelbar auf den Charakter lenkt.

Die Kleidung wurde bewusst funktional gestaltet und zeichnet sich durch zahlreiche Faltenwürfe aus. Darüber hinaus entschieden wir uns für eine Kopfbedeckung sowie eine Schutzbrille. Diese Elemente dienen nicht nur der visuellen Einbindung in die dystopische Umgebung, sondern auch dazu, eine zentrale Eigenschaft des Charakters zunächst zu verbergen: ihre Blindheit. Dadurch bleibt ein wichtiger Aspekt ihrer Identität länger verborgen und kann im Verlauf der Geschichte gezielt enthüllt werden.

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PLANUNG | ⠏⠇⠁⠝⠥⠝⠛

Zur Planung und Strukturierung unseres Projekts erstellten wir ein Miroboard, auf dem wir verschiedene Aspekte unseres Films sammelten und organisierten. Dazu gehörten die Bereiche Setting, Stil, Story, Charaktere, Equipment und Drehorte.

Im Bereich Setting trugen wir Bilder zusammen, die die gewünschte Atmosphäre und visuelle Ausrichtung unseres Films veranschaulichen sollten. Unter Stil sammelten wir visuelle Referenzen und frühere Konzeptideen. Zu Beginn des Projekts bestand beispielsweise die Überlegung, einen animierten Maulwurf als Krafttier des Hauptcharakters einzusetzen. Darüber hinaus entwickelten wir die Idee eines Raben, mit dem sich die Hauptfigur im Verlauf der Handlung anfreundet.

Im Bereich Story sammelten wir zahlreiche Ideen und Handlungsansätze, aus denen anschließend die finale Geschichte entwickelt wurde. Unter Charaktere beschäftigten wir uns mit der Gestaltung des Hauptcharakters, insbesondere mit dessen Kleidung und der Wirkung, die er auf das Publikum haben sollte.

Der Bereich Equipment umfasste eine Übersicht aller Gegenstände und technischen Hilfsmittel, die für die Dreharbeiten benötigt wurden. Die Zusammenstellung erfolgte auf Grundlage von Informationen, die wir mithilfe eines im Workspace integrierten Chatbots recherchiert hatten.

Unter Drehorte hielten wir alle Orte fest, die für die Dreharbeiten infrage kamen. Zusätzlich wurden weitere mögliche Locations ergänzt, um bei Bedarf auf alternative Drehorte zurückgreifen zu können oder diese für zukünftige Filmprojekte vorzumerken.

Darüber hinaus erstellten wir ein Storyboard, das uns während der Dreharbeiten als Orientierung diente und dabei half, die geplanten Szenen strukturiert umzusetzen.

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UMSETZUNG | ⠥⠍⠎⠑⠞⠵⠥⠝⠛

Maske

Als es darum ging, unsere Idee in die Realität umzusetzen, suchten wir nach Unterstützung bei der Gestaltung des Kostüms. Dabei wandten wir uns an die Designstudentin Nele Greb, die uns freundlicherweise bei unserem Projekt unterstützte und uns die benötigten Kostümelemente zur Verfügung stellte. Für ihre wertvolle Hilfe sind wir sehr dankbar. Durch ihre kreative Arbeit und ihr Engagement konnte unsere Vision deutlich authentischer umgesetzt werden. Daher können wir Nele und ihre Arbeiten uneingeschränkt weiterempfehlen.

Nachdem die grundlegende Gestaltung des Kostüms feststand, beschäftigten wir uns intensiv mit der Frage, wie wir dessen visuelle Wirkung weiter verstärken könnten. Dabei war es uns besonders wichtig, durch mehrere Kleidungsschichten und unterschiedliche Accessoires zusätzliche Tiefe und Komplexität zu erzeugen. Der gezielte Einsatz von Elementen wie Gürteln, Fingerhandschuhen, Ketten und Ohrringen sollte das Kostüm nicht nur detaillierter wirken lassen, sondern auch die Persönlichkeit und die geheimnisvolle Ausstrahlung des Charakters unterstreichen. Auf diese Weise entstand ein ausdrucksstarkes Gesamtbild, das sich harmonisch in die dystopische Welt einfügt und gleichzeitig die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich zieht.

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EQUIPMENT 

KAMERA: Sony Alpha 7S2

–SD Card 128 GB

–5x Akkus + ladegerät

–Cage + Tophandle

–Portkey Monitor

–NPF Akkus

–HDMI / Blue Condor Spiral

–HDMI / Adapter Cable

LICHT

–LED Tube / F1478D

–Ronin S

–Ladekabel / großes Gimbal

OBJEKTIVE

–Sony 28-135

–FE 1.4/ 85 GM

–Sony 16-35 mm

–12mm

STATIV

–Schrauben für Stativplatte

–Tasche Gura Gear

–Tatonka

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VERWENDUNG

Zusammenfassend können wir sagen, dass die Umsetzung unseres Projekts insgesamt sehr erfolgreich verlaufen ist. Eine der wenigen Herausforderungen bestand darin, dass wir ursprünglich geplant hatten, alle Aufnahmen im S-Log-Profil zu drehen, um in der Postproduktion, insbesondere im Color Grading, eine möglichst präzise Kontrolle über die Farbstimmung zu erhalten. Dies ließ sich jedoch nicht bei sämtlichen Aufnahmen umsetzen. Dadurch wurde der Grading-Prozess deutlich aufwendiger als erwartet, sodass wir mehr Zeit als ursprünglich geplant in die nachträgliche Korrektur investieren mussten.

Abgesehen von diesem Aspekt verlief die Produktion weitgehend reibungslos. Besonders der Einsatz des Gimbals erwies sich als große Unterstützung, insbesondere bei den Laufszenen. Durch die zusätzliche Stabilisierung konnten wir unerwünschte Verwacklungen vermeiden und deutlich ruhigere sowie professioneller wirkende Aufnahmen erzielen.

Darüber hinaus standen uns insgesamt vier verschiedene Objektive zur Verfügung, die wir gezielt einsetzten, um die gewünschte Bildwirkung zu erzielen. Vor allem das Weitwinkelobjektiv erwies sich dabei als äußerst wertvoll. Durch die Perspektive wirkte unser Hauptcharakter im Verhältnis zur Umgebung deutlich kleiner, wodurch die imposanten Tunnelanlagen stärker in den Vordergrund rückten. Dieser Effekt unterstützte die beabsichtigte Wirkung der Kulisse und unterstrich die Größe sowie die überwältigende Atmosphäre der dystopischen Welt.

COLOUR GRADING

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Das komplette Color Grading entstand in DaVinci Resolve. Um der Sci-Fi-Welt einen eigenen Charakter zu geben, haben wir auf gängige Klischees verzichtet. Also kein extremer Orange-Look wie bei Dune und auch kein klassisches Blau. Stattdessen setzten wir auf stark entsättigte Farben, als hätte die Sonne die Umgebung völlig ausgebleicht. Dieser blasse Stil zieht sich kompromisslos durch den ganzen Film, selbst bei den Hauttönen. Der einzige farbliche Akzent sind die Augen in der allerletzten Szene. Das verleiht der Welt genau die raue und geheimnisvolle Stimmung, die sie glaubwürdig macht.

Visuelle Effekte & Clean-up

Da unser Film in einer dystopischen Welt spielt, mussten wir an den realen Drehorten digital nachbessern. Moderne Gebäude oder unpassende Objekte im Hintergrund hätten die Illusion sofort zerstört. Um die Welt für die Zuschauer*innen glaubwürdig zu halten, haben wir diese störenden Elemente in der Postproduktion mit Photoshop und After Effects entfernt. Durch präzises Rotoscoping und Maskenarbeiten wurden die Aufnahmen so bereinigt, dass sich die Umgebung nahtlos in unser Setting einfügt.

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Mithilfe von Photoshop haben wir störende Elemente aus den Aufnahmen ausgeschnitten und die einzelnen Bildbereiche anschließend in After Effects wieder zusammengesetzt. Dabei haben wir darauf geachtet, dass die Übergänge möglichst unauffällig bleiben und sich die bearbeiteten Bereiche natürlich in das Gesamtbild einfügen. So konnten wir moderne oder unpassende Elemente entfernen, die nicht zu unserer dystopischen Welt passen. Dadurch blieb die gewünschte Atmosphäre erhalten und wir konnten verhindern, dass die Zuschauer durch solche Details aus der dargestellten Welt herausgerissen werden.

EFFEKTE

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Wir haben in unserem Film teilweise mit handgezeichneten Animationen gearbeitet. Damit der optische Bruch zwischen dem echten Filmmaterial und den Zeichnungen nicht zu hart ausfällt, haben wir den Depth-Effekt (Tiefen-Effekt) in DaVinci Resolve genutzt. Das hat die beiden Stile nicht nur harmonischer miteinander verbunden, sondern erfüllt vor allem einen erzählerischen Zweck: Der Effekt macht für den Zuschauer visuell greifbar, wie die teilweise blinde Protagonistin ihre Umgebung wahrnimmt.

WORLD BUILDING

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Da wir für einige Szenen das weitläufige Panorama einer dystopischen Stadt brauchten, haben wir unsere realen Drehorte digital erweitert. Dafür kam Blender zum Einsatz: Mithilfe von Geometry Nodes habe ich prozedural eine komplette Stadtlandschaft generiert. Durch diesen node-basierten Ansatz konnten wir sehr effizient ein komplexes Layout aus massiven Gebäude-Strukturen erschaffen. Diese 3D-Umgebungen lieferten uns den perfekten, bedrohlichen Hintergrund, um der Welt die nötige Tiefe zu geben und die düstere Sci-Fi-Atmosphäre der Aufnahmen zu unterstreichen.

SCHNITT und MUSIK

Für den Schnitt unseres Films haben wir DaVinci Resolve verwendet. Eine besondere Herausforderung bestand darin, aus dem umfangreichen und qualitativ hochwertigen Footage die passenden Aufnahmen auszuwählen und zu einer stimmigen Gesamtkomposition zusammenzufügen. Dabei mussten wir uns auch von vielen gelungenen Szenen trennen, die es letztendlich nicht in den finalen Film geschafft haben.

Unser Ziel war es, durch den Schnitt einen dynamischen Erzählfluss zu schaffen und die Aufmerksamkeit des Publikums kontinuierlich aufrechtzuerhalten. Zu Beginn zeigen wir unsere Hauptfigur bewusst nur für kurze Momente und zunächst mit geschlossenen Augen, um ihre Identität und die weitere Handlung nicht zu früh vorwegzunehmen. Im weiteren Verlauf begleiten wir sie von ihrem Unterschlupf, einer Informationsstation innerhalb einer Satellitenschüssel, über die großen Röhren, in denen sie versucht, einer verletzten Person zu helfen, bis hin zu ihrem Aussichtsturm. Von dort aus verschafft sie sich einen Überblick über die dystopische Welt, in der sie sich bewegt.

Besonders wichtig war uns die präzise Abstimmung zwischen Bild und Ton. Durch eine sorgfältige Synchronisation haben wir darauf geachtet, dass visuelle Aktionen und akustische Elemente exakt aufeinander abgestimmt sind. So passen beispielsweise das Betätigen von Schaltern, Signaltöne, Schritte und das Öffnen der Augen zeitlich genau zum Sounddesign. Diese Details tragen dazu bei, die Szenen authentischer wirken zu lassen und das Publikum stärker in die Filmwelt einzubeziehen.

Für die Soundeffekte haben wir auf Pixabay zurückgegriffen, während wir die musikalische Gestaltung mithilfe von Artlist umgesetzt haben.

Bei der Musikauswahl haben wir zunächst die Filterfunktionen genutzt, um gezielt nach passenden Stimmungen und Genres zu suchen. Dabei orientierten wir uns unter anderem an Begriffen wie dramatisch, episch, Soundtrack, weiblicher Gesang, dystopisch etc. Anschließend erstellten wir eine Übersicht, in der wir festhielten, welche Abschnitte der ausgewählten Musikstücke zu den jeweiligen Szenen unseres Films passen könnten. Unsere Favoriten passten wir daraufhin gezielt an den Schnitt und den Rhythmus der Bilder an.

Um fließende Übergänge zwischen den Szenen zu schaffen, verwendeten wir außerdem bestimmte Klangelemente aus den Musikstücken wiederholt. Insgesamt kamen vier Musikstücke zum Einsatz. Dabei war es uns wichtig, die Musik nicht zu dominant in den Vordergrund zu stellen, sondern sie subtil in die filmische Gestaltung zu integrieren. Sie sollte das Publikum eher unbewusst begleiten, die Atmosphäre unterstützen und die emotionale Wirkung der Bilder verstärken, ohne dabei von der Handlung abzulenken.

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Szenen die wir nach dem Feedback aussortiert haben. Aufgrund von nicht passender Story, Ästhetik, Kameraeinstellungen oder Logik.

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ANIMATION

Animationsprozess

Zunächst wurde ein Video aufgenommen, das als Grundlage für die Animation diente. Anschließend wurde das Videomaterial in die App FlipaClip importiert und mit einer Bildrate von 18 FPS bearbeitet.

Für die Animation wurden ein beiger Farbton und der Pinsel B6 verwendet. Die Linien sollten bewusst etwas rau, unregelmäßig und nicht zu perfekt wirken. Dafür wurde jeder Frame einzeln mit dem Pinsel überzeichnet. Insgesamt umfasst die Animation ungefähr 800 Frames.

Die Idee hinter der Animation

Das Konzept basiert auf der Überlegung, wie ein blinder Mensch seine Umgebung wahrnimmt. Da blinde Menschen ihre Umgebung nicht visuell erkennen können, spielen Berührungen und das Ertasten von Formen, Oberflächen und Konturen eine wichtige Rolle.

Aus diesem Gedanken entstand die Idee, hauptsächlich mit Konturen zu arbeiten. Dabei soll dargestellt werden, dass die Vorstellung von Gegenständen zunächst eher unklar und verschwommen sein kann, solange keine Berührung stattfindet.

Sobald in der Animation eine Berührung stattfindet, werden die Konturen deutlicher und präziser gezeichnet. Dadurch wird verdeutlicht, wie die Form eines Gegenstandes durch das Ertasten besser wahrgenommen werden kann – fast wie eine Art sechster Sinn.

Ohne Berührung bleiben die Linien dagegen eher ungenau, locker und verschwommen. Auf diese Weise wird eine Wahrnehmung dargestellt, bei der die Umgebung zwar durch andere Sinne erfasst und gedanklich vorgestellt werden kann, jedoch kein klares visuelles Bild entsteht.

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FAZIT | ⠋⠁⠵⠊⠞

Probleme, Umwege und wichtige Entscheidungen

Da die Story während des Drehs noch nicht vollständig feststand, haben wir einige Entscheidungen erst im Schnitt getroffen. Dadurch mussten wir den Ablauf teilweise ändern, da uns wichtige Aufnahmen fehlten oder manche Szenen nicht ganz zur Geschichte passten. Ursprünglich sollte der Film bei den Röhren beginnen, wir entschieden uns jedoch, mit der Satellitenschüssel zu starten. Zusätzlich waren bei einigen Aufnahmen die Shutter-Einstellungen nicht richtig, wodurch wir diese nicht verwenden konnten und die Story erneut etwas anpassen mussten.

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Abschließend lässt sich sagen, dass sich das Ergebnis für eine Produktionszeit von nur zwei Wochen absolut sehen lassen kann. Trotz der knappen Zeitvorgabe lief die Zusammenarbeit reibungslos, und wir konnten unsere Vision einer dystopischen Welt sowohl technisch als auch kreativ ohne größere Probleme umsetzen. Ob beim Clean-up, dem Color Grading oder der Integration der 3D-Elemente und 2D-Animationen – die verschiedenen Arbeitsschritte haben sehr gut ineinandergegriffen.

Ein großer Vorteil war, dass wir von Anfang an ähnliche Vorstellungen von der Umsetzung hatten und alle die gleiche kreative Richtung verfolgen wollten. Dadurch verlief die Teamarbeit sehr entspannt und ohne größere Probleme. Entscheidungen konnten wir schnell gemeinsam treffen, wodurch wir die kurze Produktionszeit gut nutzen konnten.

Auch die insgesamt drei vollen Drehtage verliefen ohne größere Schwierigkeiten. Wir hatten während der Dreharbeiten viel Spaß und konnten gleichzeitig neue Dinge ausprobieren und weitere praktische Erfahrungen sammeln. Besonders die gute Zusammenarbeit hat dafür gesorgt, dass wir unsere geplanten Aufnahmen problemlos umsetzen konnten.

Besonders zufrieden sind wir mit der Umsetzung der Animationen und visuellen Effekte. Unser Ziel war es, verschiedene Stile miteinander zu vermischen und dadurch einen eigenen Look zu schaffen. Die Kombination aus Realfilm, 2D-Animationen und 3D-Elementen hat sehr gut funktioniert und trägt wesentlich zur dystopischen Atmosphäre des Openings bei.

Das positive Feedback hat uns zudem darin bestätigt, dass wir unser zentrales Ziel erreicht haben: mit diesem Filmopening beim Zuschauer echte Spannung aufzubauen und direkt Neugier auf die dargestellte Welt zu wecken. Insgesamt sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden und konnten während des Projekts viele wertvolle Erfahrungen für zukünftige Produktionen sammeln.

Wir sind sehr stolz auf das fertige Opening und darauf, was wir als Team in dieser kurzen Zeit auf die Beine gestellt haben. Ein großer Dank geht an dieser Stelle an Prof. Rochus Hartmann für die Leitung und Betreuung des Projekts. Ebenfalls bedanken wir uns herzlich bei Nele Greb für das Ausleihen einiger ihrer selbstgemachten Kleidungsstücke, bei Henry Mertens und Basti Aermes für die Bereitstellung der Technik sowie beim Hugo Junkers Museum, dem Deutschen Amateur Radio Club e.V. (DARC) und der Stadt Dessau-Roßlau für die Bereitstellung der Locations und die schnelle, unkomplizierte Klärung der Drehgenehmigungen.

BTS/ MAKING OF |⠃⠞⠎ ⠍⠁⠅⠊⠝⠛ ⠕⠋

Das Behind-the-Scenes-Video wurde in Adobe Premiere erstellt und soll Außenstehenden einen Einblick in unseren gemeinsamen Arbeitsprozess ermöglichen. Es zeigt nicht nur die Zusammenarbeit innerhalb des Teams, sondern auch den Umgang mit dem eingesetzten Equipment sowie Aufnahmen und Situationen, die letztendlich keinen Platz im finalen Film gefunden haben.

Ein weiteres Ziel des Videos war es, die Zuschauer zu unterhalten und gleichzeitig jedes Teammitglied kurz vorzustellen. Trotz seiner Länge wurde das Video bewusst abwechslungsreich gestaltet, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer aufrechtzuerhalten. Hierfür kamen unter anderem Memes, Soundeffekte und humorvolle Einblendungen zum Einsatz, die den Schnitt auflockern und für zusätzliche Unterhaltung sorgen.

Um passende Memes für bestimmte Situationen zu finden, recherchierte ich zunächst auf Instagram nach geeigneten Sounds und suchte diese anschließend auf Plattformen wie Pixabay und MyInstants, um sie in das Projekt einzubinden. Für spezielle visuelle Effekte verwendete ich zudem bereits vorhandene Green-Screen-Aufnahmen, beispielsweise von Regen. Diese konnten in Premiere Pro freigestellt und über das Videomaterial gelegt werden, wodurch die gewünschte Wirkung erzielt wurde.

Rückblickend hat mir die Bearbeitung des Behind-the-Scenes-Videos besonders viel Freude bereitet. Sie bot mir die Möglichkeit, meine Fähigkeiten in Adobe Premiere Pro weiter auszubauen und neue Techniken auszuprobieren. Gleichzeitig hoffe ich, mit dem fertigen Video den Zuschauern einen unterhaltsamen Einblick hinter die Kulissen gegeben und dem einen oder anderen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert zu haben.

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Fachgruppe

Integriertes Design

Art des Projekts

Studienarbeit im zweiten Studienabschnitt

Betreuer_in

foto: Prof Rochus Hartmann

Zugehöriger Workspace

KP WM 4D Auf den ersten Blick / Opening - Moving Image

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2026 / 2027

Keywords