In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Film verdichtet Zeit, Raum, Handlung und Gefühl. Ausgangspunkt ist die Frage, wie mit möglichst wenigen, klar gewählten Mitteln eine hohe Dichte an Bedeutung und Wirkung erzeugt werden kann. Das Projekt verbindet praktische Filmarbeit mit Reflexion über poetische und technische Formen der Kompression.
Dafür habe ich mich in meinem Großprojekt mit der Kompression vieler Leben beschäftigt, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Ein Pärchen, das sich küsst.
Freunde, die zusammen lachen.
Ein Paar, das sich streitet.
Ein Mensch, der einem anderen hochhilft.
All das passiert zur gleichen Zeit am gleichen Ort.
Mit meinem Projekt wollte ich die Vielfältigkeit verschiedener Lebensrealitäten darstellen und beleuchten. Dabei spielen tragische wie auch fröhliche Schicksale eine Rolle genauso wie das volle Ausleben wie auch Verschwenden der Zeit. Mir war es dabei wichtig mit starken, teils überspitzten Rollen zu arbeiten, um die Kontraste der Wohnsituationen darzustellen.
Angefangen hat dann alles mit dem Drehbuch. Dafür habe ich mit dem kostenlosen Tool der StudioBinder Website gearbeitet.
Beim Dreh kam es dann nach vorherigen Feedback zu einer Abweichung des Dialoges in Szene 6, dieser wurde vor Ort improvisiert.
Nachdem das Drehbuch fertig war, habe ich damit angefangen alles zu visualisieren.
Da ich zu diesem Zeitpunkt schon ein Großteil meiner Drehorte im Kopf hatte, konnte ich dabei schon mit den Grundlagen arbeiten die mir auch später zur Verfügung standen. Zusätzlich habe ich auch gleich schon geplante Kamerafahrten eingetragen, um diese beim Dreh auch so umzusetzen.
Meine Drehwoche begann am 22.6. meinen einem zweiten Anlauf der 5. Szene. Diese hatte ich zuvor Testweise mit meiner eigenen Kamera schon einmal aufgenommen, doch die Qualität war leider nicht gut für das finale Produkt. Um zeitsparend zu arbeiten habe ich dafür die Creators App genutzt und konnte so Kameraeinstellung verwalten und gleichzeitig vor der Kamera agieren.
Am Mittwoch, dem 24.6. ging es dann weiter mit Szene 4. Da die Drehs selber nur wenig Anläufe benötigten und es sich bei dieser eh um nur eine kurze Szene handelte, war der Aufbau des Equipments und der Kulisse an diesem Tag länger als der Dreh selber. Trotz nicht vorhandener Schauspielerfahrung haben die Statisten sich schnell in die Situation begeben können.
Am Donnerstag, dem 25.6. wurden dann die restlichen Szenen 2,3,6 und die Außenaufnahmen gedreht. Da ich alleine gearbeitet habe, war dieser Nachtdreh sehr herausfordernd und hat dazu geführt das ich im Moment Szenen vergaß für die auch keine Nachdrehs möglich waren, weshalb ich später im Schnitt improvisieren musste. Durch nicht vorhandene Kapazitäten konnte ich auch nur minimales Setdressing umsetzten, hatte aber durch die Wohnung von Freunden gelegen in einem der Y-Häuser schon einen guten Grundsatz. Die Statisten an diesem Tag haben alle sehr gut mitgearbeitet und auch trotz teilweise minimaler Anleitung von mir sich schnell in ihre Rollen gefunden. Dadurch das ich ein freundschaftliches Verhältnis zu den meisten von ihnen habe, war auch stets ein angenehmes Klima zu verspüren und ich habe mich stets unterstützt gefühlt. Das hat mir auch erleichtert sehr nah an meine Subjekte zu gelangen. Dafür habe ich oft aus das Stativ verzichtet und stattdessen Handheld aufgenommen.
Nach der Woche ging es in die Postproduktion.
Da mir aber noch dieser eine Catch am Anfang des Films gefehlt hat und sich die Gelegenheit ergab, kam es später noch zu einem Nachdreh um die Drohnenaufnahmen am Anfang und Ende des Filmes einzufangen. Diese wurden von einem Freund im Drohnenerfahrung aufgenommen.
Für den Schnitt habe ich Adobe Premiere Pro benutzt, da ich wusste, ich werde schnell arbeiten müssen und ich die meiste Erfahrung in eben diesem Programm habe. Für die Videoebene habe ich dabei ohne Überlagerungen gearbeitet, weil ich diese nicht als stilistisches Element nutzen wollte. Wiederum bei den Audiospuren habe ich viel mit lizenzfreien Soundeffekten und Musikstücken von Pixabay gearbeitet, um eine natürliche Klangatmosphäre zu erschaffen.
Das Arbeiten in Premiere fiel mir aber dann auf die Schuhe als ich mit dem Color Grading anfing. Mir war es nicht möglich meine Timeline mithilfe der XML-Datei in Davinci Resolve zu importieren, in diesem ich eigentliche fortfahren wollte, da die Videoquellen sich nicht verknüpften.
Da mir die Zeit zu diesem Zeitpunkt schon auslief und ich keine Lösung für mein Importproblem finden konnte entschied ich mich dazu mit dem Color Grading in Premiere Pro weiter zu verfahren.
Da es dort nur bedingt Einstellungen gibt und ich auch noch unerfahren bin, was den Prozess angeht, habe ich mit den Presets der Plattform gearbeitet und diese nochmals ein wenig angepasst. Nur den Drohnenshot am Anfang und Ende habe ich separat in Davinci bearbeitet.
Ich wollte einmal die Häuser noch mehr in der Dunkelheit leuchten lassen und vor allem die Wohnung bzw. Fenster herausstechen lassen. Außerdem jeder Wohnung ein eigenes Farbschema geben und die Gefühlswelt besser darzustellen und den Kontrast der Wohnungen zu erhöhen.
Mir kam die Idee zu diesem Film schon während des Kurzprojektes unter Prof. Hartmanns Leitung, weshalb ich glücklich war diese wirklich umzusetzen.
Ich bin sehr schnell durch die Vorbereitungsphase gegangen, hatte dann aber erst sehr spät mit meinem wirklichen Dreh angefangen, da die Planung der Drehtage durch meine viele Statisten gut abgestimmt werden musste. Das hat mir Anfangs Sorgen bereitet bezüglich der Fertigstellung. Während der Postproduktion hat sich dann aber ein effizientes Arbeiten ergeben, weshalb am Ende doch alles aufging.
Mein Dreh selber hatte ich großen Spaß und viel Unterstützung meiner Freunde und Familie, was das arbeiten sehr erleichtert hat. Durch die Lockerheit kam es an manchen Stellen aber auch zu Versäumnissen und der Dreh bei Nacht hat viel Konzentration und Durchhaltevermögen abverlangt.
Weiter hätte ich mich auch gerne mehr mit den Kostümen der Statisten gekümmert und mehr Set Dressing umgesetzt, um teilweise noch stimmigere Bilder zu erschaffen. Das werde ich auf jeden Fall mit in mein nächstes Projekt nehmen.
Was die Postproduktion angeht, hätte ich schon vor dem Dreh mit Davinci Resolve arbeiten sollen, um ein größeres Verständnis zu kriegen und Importprobleme wie das was ich jetzt hatte zu umgehen.
Im Ganzen hat mir das Projekt sehr weitergeholfen experimenteller an das Konzept eines Films zu gehen, was vor allem durch die Recherchephase kam. Einen ganzen Film allein auf umzusetzen ist eine Herausforderung, doch dieses Projekt hat mir aufgezeigt, das es durchaus möglich ist, wenn auch auf jeden Fall Fehler dabei passieren werden.