In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Der Mensch und seine Zeichen – Vom Lesen der Bilder
Film kann sichtbar machen, wie Bedeutung entsteht. Bilder zeigen nicht nur etwas. Sie ordnen, verdichten, verschieben und erzeugen Bedeutung – durch Kadrierung, Perspektive, Licht, Bewegung, Dauer, Montage und Ton. Im Zentrum steht die Frage, wie Dinge, Körper, Räume, Gesten und Situationen lesbar werden und was geschieht, wenn Film in diese Lesbarkeit eingreift.
Dabei geht es nicht nur um Film als Form, sondern auch um Zeichen als Inhalt. Zeichen strukturieren den Alltag, oft unauffällig, manchmal mit großer Wucht. Sie erscheinen in Religion und Ritual, in Tattoos, Mode, Architektur, Verkehr, Werbung, Interfaces, politischen Symbolen, Gesten oder Gegenständen. Manche schaffen Orientierung, andere Zugehörigkeit, Macht, Abgrenzung oder Missverständnis. Sie können eindeutig wirken und zugleich offen bleiben. Genau darin liegt ihr filmisches Potenzial.
Theorie und Handwerk greifen eng ineinander. Kurze Inputs zu Bildwahrnehmung, Zeichen, Symbolen, kulturellen Codes und filmischer Bedeutung werden unmittelbar in Übungen mit Kamera und Schnitt übersetzt. Es geht um Beobachtung, Bildauswahl, Einstellungsgrößen, Rhythmus, Anschluss, Ton, Licht und Raum – nicht nur als technische Mittel, sondern als Werkzeuge der Bedeutungsproduktion. Die praktische Arbeit dient nicht bloß der Illustration von Theorie. Sie ist eine Form des Denkens im Bild.
Im Verlauf der zwei Wochen entstehen kurze filmische Studien oder verdichtete Bewegtbildarbeiten. Inhaltlich ist das Feld bewusst offen: von religiösen Bildern bis zu urbanen Leitsystemen, von Körperzeichen und Tätowierungen bis zu Marken, Masken, Uniformen oder digitalen Icons. Möglich sind dokumentarische, essayistische, inszenierte oder experimentelle Ansätze. Entscheidend ist nicht das Thema allein, sondern die Frage, wie daraus filmisch etwas Lesbares, Vieldeutiges oder Provokantes wird.
Integriertes Design
KP Zeitbasierte Medien / Filmgestaltung
Sommersemester 2026
Entwurf/Beleg, Projekt, Präsentation
22.04.2026
Bauhaus 117
August 2030